Stadtentwicklung aus historischen & heutigen Blickwinkeln betrachtet

Ein Blick über die Dächer Feldkirchs im Blick zurück und nach vorn
Ein Blick über die Dächer Feldkirchs im Blick zurück und nach vorn ©Henning Heilmann
„Freitag um 5“ versprach eine ungewöhnliche Analyse und eröffnete neue Perspektiven
Freitag um 5 - Stadtgeschichte Feldkirch - eine ungewöhnliche Analyse

FELDKIRCH Im Rahmen von „Freitag um 5“ wagten Stadtbaumeister Gabor Mödlagl und Stadtarchivar Christoph Volaucnik ein gewagtes Experiment: Nicht weniger als ein Blick in die Stadtentwicklung Feldkirchs von gestern über heute bis morgen stand unter dem Motto „Stadtgeschichte Feldkirch – eine ungewöhnliche Analyse“ auf dem Programm.

Ein Aufstieg zum Dachausstieg im Palais Liechtenstein wurde mit einem imposanten Rundblick über die Stadt belohnt. Hier begann Mödlagl mit einem geologischen Exkurs und blickte in längst vergangene Zeiten, als die Bazora noch im Gletscher lag und erst die Gurtisspitze herausragte. Die Ill floss kaskadenartig hinunter ins heutige Rheintal. Ein Blick in alle Himmelsrichtungen offenbarte schnell die strategisch sehr vorteilhafte und verkehrsgünstige Lage Feldkirchs: Die Nord-Süd-Achse über die Alpen und dazu die Ost-West-Achse den Arlberg boten sich geradezu ideal zur Stadtgründung an. Gleichzeitig wurde von oben gut sichtbar, wie Feldkirch „am Reißbrett“ entworfen wurde.

Verkehr und Gewässer

Feldkirch war schon ein Verkehrsknotenpunkt, als Bregenz noch abseits jeglicher Routen lag und man noch von Lindau nach Fussach übersetzte. Heute ist der Verkehr aber weniger Segen als Last, weshalb der Stadttunnel als Ausweg hohe Priorität hat. Früher hingegen lag Feldkirch umgeben von Sümpfen und aufgrund der Angst vor Überschwemmungen war die oberste Prämisse, Wertvolles stets weit oben zu lagern. Eine Seilwinde im Dachboden vom Palais Liechtenstein zeugt noch heute davon.

Generationenprojekte

Stadtentwicklungsplan und Räumliches Entwicklungskonzeot sind die Schlüsselwörter für Feldkirch von morgen. Die Herausforderungen, denen sich Feldkirch heute zu stellen hat, sind gar nicht so sehr verschieden: Immer noch sind der Schutz vor Hochwasser und der Verkehr wichtige Herausforderungen. Ausweitung Kapfschlucht, BahnhofCity, und Stadttunnel sind drei Projekte, die in Kürze zum Teil auch parallel laufen werden. Zugleich will Feldkirch emissionssensible Stadt mit möglichst wenig Lärm werden: Ein Ziel, dass den vielen Generationenprojekten anscheinend widerspricht, dennoch soll auch die Bauphase des Stadttunnels umweltverträglich sein, ein Ombudsmann wird hier bei Problemen ansprechbar sein, verspricht Stadtbaumeister Gabor Mödlagl.

Erhalten und gestalten

Widersprüchlich erscheint auf den ersten Blick auch der Wunsch zur Erhaltung des historischen Stadtbilds mit Pflasterstein, andererseits das Ziel barrierefreier Straßen. Ein Beispiel, wie beides miteinander vereinbart wurde, ist der „Komfortstreifenbelag“ zwischen Johanniterkirche und Montforthaus – geschliffener Pflasterstein, der auch mit Rollstuhl komfortabel befahrbar sein soll. Nach und nach sollen Bodenbeläge auch andernorts in der Stadt entsprechend behindertengerechter und weniger holprig werden. HE

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