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Sprickler-Falschlunger: "Das ist eine medizinische Katastrophe"

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Marc Springer im Gespräch mit Gabriele Sprickler-Falschlunger.
Marc Springer im Gespräch mit Gabriele Sprickler-Falschlunger. ©VOL.AT
Gabriele Sprickler-Falschlunger ist SPÖ-Chefin und Allgemeinmedizinerin. Diese Woche will sie ihre Praxis in Dornbirn schließen und wie geplant Ende September in Pension gehen.

Auf die Frage von VOL.at-Chefredakteur Marc Springer bei Vorarlberg LIVE, ob die Nachfolge geregelt sei, findet sie deutliche Worte. "Nein. Es ist, ohne das dramatisieren zu wollen, eine medizinische Katastrophe eingetreten." Gehe sie nun auch, seien in der 50.000-Einwohner-Stadt Dornbirn, der größten in Vorarlberg, drei Kassenstellen unbesetzt und die medizinische Grundversorgung nicht gegeben.

"Großes politisches Versäumnis"

Die 66-Jährige nennt mehrere Gründe. Viele junge Ärztinnen und Ärzte wollten etwa nicht mehr so arbeiten wie sie: "Alleine in einer Ordination, ungeheuer viele Stunden, ungeheuer viel Verantwortung, Sonntagsdienste." Es gebe ein großes politisches Versäumnis. Lehrpraxen hätten an der Situation nichts geändert. Sprickler-Falschlunger sieht zudem ein Zwei-Klassen-System in der Medizin. Wer genügend Geld habe, gehe zum Wahlarzt. Personen, die mit weniger auskommen müsse, etwa Alleinerzieherinnen oder ältere Menschen mit niedriger Pension würden nicht mehr versorgt. "Das muss man sich vorstellen."

"Völliger Unsinn"

Mit Blick auf die Corona-Situation im Herbst und das Quarantäne-Aus glaubt Sprickler-Falschlunger, dass es noch einmal Verschärfungen brauche. Sie könne sich jedenfalls nicht vorstellen, dass Arbeitgeber eine Freude damit hätten, wenn Infizierte mit Maske ins Großraumbüro kommen. "Das halte ich für einen völligen Unsinn." Stiegen die Zahlen, liege eine Rückkehr von Maßnahmen im Interesse aller, glaubt sie. "Wahrscheinlich wird eine Maskenpflicht kommen."

"Wer Leichen im Keller hat..."

Was ihre mögliche Nachfolgerin oder Nachfolger an der Spitze der SPÖ angeht, verweist Sprickler-Falschlunger auf laufende Gespräche. Es gebe vier mögliche Kandidaten. Als wichtigstes Rüstzeug bezeichnet sie Seriosität. "Wer irgendwelche Leichen im Keller hat, sollte sich gar nicht für solche Ämter bewerben."

Die gesamte Sendung:

Die Sendung "Vorarlberg LIVE" ist eine Kooperation von VOL.AT, VN.at, Ländle TV und VOL.AT TV und wird von Montag bis Freitag, ab 17 Uhr, ausgestrahlt. Mehr dazu gibt's hier.

(VOL.AT/VN)

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