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Sperrstunde, aber gekocht wird trotzdem

Bregenz - Zu den saftigeren Koch-Kunst-Abenden zählte der gestrige zweifellos. Was hätte man sich auch anderes erwarten können, wenn der österreichische Aktionskünstler Hermann Nitsch für Paul Renners Theatrum Anatomicum mit seiner Lehraktion anreiste.

Lehraktion deshalb, weil sich die Gäste des Theatrums das künstlerische Endergebnis, für das ein 100 kg-Mastschwein gerade stand, nicht nur einverleiben durften, sondern dazu gleich einen Kurzabriss der Philosophie Hermann Nitschs mitgeliefert bekamen.

Das ist sicherlich nicht dazu geeignet, allumfassendes Wohlwollen auszulösen. Das soll und muss es auch nicht. „Es ist mir nicht wichtig, dass die Art der Kunst akzeptiert wird. Ich sehe es als ein Gestaltungsmittel an, das man nur in der Erfahrung wahrnehmen und für sich akzeptieren oder ablehnen kann“, tauscht Paul Renner den Kochlöffel gegen den Pinsel ein. Im Übrigen habe er, so Renner, noch nie so viele Briefe von begeisterten Gästen erhalten.

Alles ausverkauft

Eine Woche lang wurde auf dem Vorplatz des Bregenzer Kunsthauses gekocht, gegessen und die Kunst auf ihre kulinarische Anpassungsfähigkeit geprüft. Es war für Bregenz ein Experiment und die Mission „Koch-Kunst“ hat sich nicht nur erfüllt, sondern Grenzen schlichtweg hinter sich gelassen. Auch die räumlichen. „Wir waren ja völlig überbucht. Jeden Abend wurden 130 Gäste bewirtet. Wenn wir für alle, die zu den Abenden kommen wollten, auch Platz gehabt hätten, hätten wir das Theatrum Anatomicum dreimal füllen müssen“, beschließt Paul Renner die Bregenzer Kochaktion.

Die Kochschürze hängt der Künstler aber noch lange nicht an den Nagel. „Ich werde jetzt erst einmal tief durchatmen und mich dann an die Planung einer weiteren Kochaktion setzen. 2008 ist eine große Ausstellung von mir im Joslyn Art Museum in Omaha in den USA zu sehen. Da werde ich sicher wieder kochen“, gibt Renner den Blick auf die Zukunftsplanung frei.

Fleischeslust

Definitiv fixiert ist noch nicht, was 2008 den amerikanischen Kunstmarkt aufwühlen wird. An Ideen aber herrscht im Hause Renner geradezu ein Überschuss. „Ich könnte mir einen Torbogen aus Fleisch vorstellen, durch den der Besucher schreitet, bevor er auf einen ebenso fleischigen Altar trifft“ , erklärt Renner. Und vielleicht brutzeln ja 2008 dann Hamburger in der Pfanne.

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