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Spenden für Sigi Maurer: Crowdfunding ins Leben gerufen

Sigi Maurer will mit dem Geld Prozesskosten decken und Präzedenzfälle schaffen.
Sigi Maurer will mit dem Geld Prozesskosten decken und Präzedenzfälle schaffen. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die ehemalige Grünen-Politikerin Sigi Maurer will mit dem Verein ZARA Spenden für Opfer von Online-Belästigung sammeln.
Maurer bei Prozess schuldig gesprochen
Maurer bei Prozess schuldig gesprochen

Sigrid Maurer und der Verein ZARA haben ein Crowdfunding ins Leben gerufen, um Hass im Internet zu bekämpfen. Mit dem gespendeten Geld will man “Klagen finanzieren und Präzedenzfälle schaffen”, sagte die ehemalige Grünen-Abgeordnete Maurer am Montag bei einer Pressekonferenz.

Auch für andere Betroffene sammeln

Maurer hatte im Mai veröffentlicht, dass sie vom Besitzer eines Craft-Beer-Geschäftes in Wien über den Facebook-Nachrichtendienst Messenger obszöne Nachrichten bekommen habe. Der 40-Jährige bestritt, der Verfasser zu sein, und klagte Maurer erfolgreich auf üble Nachrede.

Nach dem Urteil “haben mir weit über 1.000 Menschen geschrieben, dass sie mich unterstützen wollen”, sagte Maurer. “Auch spenden.” Nun wolle sie “dieses großzügige Angebot annehmen, aber nicht nur für mich sammeln, sondern auch für andere Betroffene”.

Das Crowdfunding für einen “Rechtshilfefonds gegen Hass im Netz” erfolgt über die Plattform respekt.net. Caroline Kerschbaumer von ZARA wies grundsätzlich darauf hin, dass es eine Gesetzesänderung brauche: “Wir fordern einen gesetzlichen Schutz der menschlichen Würde.” Zivilrechtliche Klagen kosten viel Geld und seien für Betroffene daher oft keine Option. Diese Lücke gelte es zu schließen, betonte Kerschbaumer.

Prozess dürfte sich ziehen

Derzeit warten Maurer und ihre Anwältin Maria Windhager auf die schriftliche Auswertung des Urteiles. “Dann kommt es an den Oberlandesgerichtshof und wird dort zugeteilt. Wir rechnen eher nicht damit, dass das noch heuer sein wird. Zudem “wissen wir nicht, inwieweit es sich auswirkt, dass der Richter meines Prozesses die Protokolle an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet hat, da er davon überzeugt ist, dass der Kläger gelogen hat. Das wird uns also noch länger beschäftigen.” Von den Aussagen der Verantwortlichen aus der Politik erfahre Maurer selbst “nur aus den Medien. Aber ich nehme sie natürlich beim Wort und erwarte mir, dass das ernst genommen wird”.

Bereits 25.000 Euro gesammelt

Innerhalb weniger Stunden sind bereits mehr als 25.000 Euro für einen “Rechtshilfefonds gegen Hass im Netz” gespendet worden. Das Ziel sind zunächst 50.000 Euro, mit denen im “worst case” eine etwaige Geldstrafe, Entschädigung und Verfahrenskosten, die gegen Maurer anfallen, abgedeckt würden. Insgesamt wird ein Ziel von 100.000 Euro angestrebt, damit soll der Ausbau der rechtlichen Beratung bei Hass im Netz und ein Fonds zur Finanzierung weiterer Klagen von Betroffenen unterstützt werden, hieß es.

(APA/red)

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