Sozialwirtschaft-KV: Warnstreiks kommende Woche geplant
Die dritte Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 130.000 Beschäftigten in der Sozialwirtschaft ist in der Nacht auf Freitag ohne Einigung zu Ende gegangen. Das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot von durchschnittlich 1,71 Prozent auf KV-Gehälter und 1,3 Prozent auf IST-Gehälter für 2026 sowie 1,65 Prozent auf KV- und IST-Gehälter für 2027 sei "unzureichend", teilten die Gewerkschaften GPA und vida in einer Aussendung mit. Es seien Warnstreiks vorgesehen.
Was bieten die Arbeitgeber an?
Konkret umfasst das Angebot der Arbeitgeber laut Gewerkschaften für die Beschäftigten im privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich folgende Punkte: 2026 sollen die Gehälter für alle mit einem KV-Bruttoverdienst unter 2.400 Euro um 2,8 Prozent, für alle mit einem KV-Bruttoverdienst unter 3.000 Euro um 1,8 Prozent, für alle mit einem KV-Bruttoverdienst unter 3.500 Euro um 1,75 Prozent und für alle mit einem höheren KV-Bruttoverdienst um 1,3 Prozent steigen (jeweils Vollzeit). Die IST-Gehälter sollen 2026 um 1,3 Prozent steigen, die Zulagen und Zuschläge um 1,65 Prozent, die Lehrlingseinkommen um 2,8 Prozent. 2027 sollen alle KV- und IST-Gehälter um 1,65 Prozent steigen.
"Unsere Kolleginnen sind bereit, für einen fairen Abschluss zu kämpfen - auch mit Warnstreiks", sagte GPA-Verhandlerin Eva Scherz laut Mitteilung. "Die Finanzierung sicherzustellen ist Aufgabe der Arbeitgeber. Es kann nicht sein, dass für Toilettenpapier mehr Budgetplus eingeplant wird als für die Beschäftigten." Die Warnstreiks seien zwischen 2. und 4. Dezember vorgesehen, hieß es in der Aussendung weiter. Die nächste Verhandlungsrunde findet demnach am 11. Dezember statt.
Kritik am Angebot der Arbeitgeber
vida-Verhandlerin Michaela Guglberger verwies auf die "enormen demografischen Herausforderungen". Das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot locke "niemanden in die Ausbildung und hält auch niemanden im Beruf". Es brauche "spürbare Gehaltserhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen", forderte Guglberger.
Seitens der Arbeitgeberseite lag vorerst keine Stellungnahme vor. Arbeitgeber-Chefverhandlerin Yvonne Hochsteiner von der "Sozialwirtschaft Österreich - Verband der österreichischen Sozial- und Gesundheitsunternehmen" (SWÖ) hatte vor dem Beginn der Verhandlungen am Donnerstag gegenüber der APA einmal mehr klargemacht, dass die Lage "äußerst schwierig" sei und die soziale Infrastruktur "unter Druck" stehe. Es gehe angesichts der Kürzungen im Sozialbereich darum, "das Bestehende zu erhalten".
(APA/Red)
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