Sommer: Anziehen statt ausziehen

In lockeren, hellen Gewändern aus Seide oder Baumwolle lässt sich heißes Sommerwetter besser verkraften, als wenn die Sonne direkt auf die Haut brennt.

Seide ist als tierische Eiweißfaser besonders hautverträglich. Sie wirkt gegen Winterkälte ebenso isolierend wie gegen große Wärme im Sommer, und sie nimmt bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf.

„Helle Kleidung reflektiert die Sonnenstrahlen und schützt den Körper besser gegen die Hitze als braune Haut oder gar dunkle Kleidung“, so die Experten vom Wiener Padma Forum für Tibetische Medizin. Dunkle Stoffe absorbieren die Strahlung und leiten sie direkt auf die Haut. „Es entsteht ein Wärmestau, besonders, wenn die Kleidung hauteng und obendrein aus Synthetik ist.“ Außer den Naturfasern Seide und Baumwolle seien noch speziell für diesen Zweck entwickelte Mikrofasern zu empfehlen, die den Schweiß nach außen leiten.

Mit asiatischer Ernährungslehre gegen Hitzebeschwerden

Mitteleuropäer lieben die Sonne, aber die Hitze können sie oft nur schwer ertragen. Die chinesische und die tibetische Ernährungslehre können jetzt helfen, den “überhitzten“ Organismus zu kühlen.

Sommer und Hitze bedeutet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zufolge: „Die Yang-Energie ist am stärksten, der Stoffwechsel und der Kreislauf ist am meisten belastet“, erläuterte TCM-Expertin Wen Shi Chun im APA-Gespräch. „Wenn es im Sommer dann noch oft regnet, kann leicht schädliche Feuchtigkeit in einen Menschen eindringen. Hitze und Feuchtigkeit begünstigen unangenehme Symptome wie übermäßiges Schwitzen, innere Unruhe, dunklen Urin, Schlaflosigkeit, trockene Augen, Lippen und Mund, Halsschmerzen, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und Darmgrippe.“

„Man sollte in dieser Zeit viel Flüssigkeit zu sich nehmen, kühlende und die Milz stärkende Lebensmittel essen“, empfiehlt Wen. Das stärkt das „kühle“ Yin: Wassermelonen, Spargel, Gurken, Paradeiser, Karotten, Spinat, Tofu, Melanzani, Rettich, Radieschen, Birnen, Zwetschken, Pfirsiche, Mungbohnen, grüner Tee, Bananen, Bittergurken, Morcheln, Erdbeeren, Wasserkastanien, gekochtes Enten, Schweine- und Hühnerfleisch sowie Mais.

Auch in der Traditionellen Tibetischen Küche werden Nahrungsmittel nach ihrer thermischen Wirkung beurteilt. So sollen Ananas, Kiwi und Gurkensalat den Organismus kühlen. Jogurt, Paradeiser und Kirschen helfen ebenso, die Hitze besser zu verkraften.

In Eiscreme, kalten Getränken und Klimaanlagen sieht die TCM hingegen die Gefahr schädlicher Kälteeinflüsse auf einen nicht in der Balance befindlichen Körper. „Das ist, als ob man die Temperatur von kochendem Wasser zu reduzieren versucht, indem man kaltes Wasser dazu gibt. Das kühlt nur für kurze Zeit ab. Man kann aber den Gashahn am Herd abdrehen, um das Wasser langsam abkühlen zu lassen. Die TCM meint damit, ’hitzige’ Lebensmittel zu reduzieren oder besser ganz wegzulassen“, erklärte Wen.

Die TCM-Expertin rät deshalb, im Sommer keine oder nur selten gegrillte, geräucherte, gebackene und scharfe Speisen sowie Süßes zu essen. Als Beispiele „hitziger“ Lebensmittel und Gewürze, die das Yang stärken, nennt sie Ingwer, Lamm- und Rindfleisch, Knoblauch, Curry, Basilikum, Koriander, Pfeffer, Mandarinen, Knoblauch, Zwiebel, Litchis, Garnelen, Granatäpfel, Kümmel und Bärlauch. „Wenn man im Sommer häufig hitzige Yang-Lebensmittel zu sich nimmt, zerstört man die Körperbalance, außerdem wird die Anzahl der Beschwerden erhöht.“

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