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„Solidarität ist eine Notwendigkeit“

Die Autorin erklärte, was sie unter solidarischer Krisenbearbeitung versteht.
Die Autorin erklärte, was sie unter solidarischer Krisenbearbeitung versteht. ©Laurence Feider
Die Politikwissenschaftlerin und Publizistin Natascha Strobl war zu Gast in der Stadtbibliothek.
Natascha Strobl in der Stadtbibliothek

Dornbirn. „Es wird gleichzeitig zu viel und zu wenig über die Krisen geredet. Zu viel mit einer fatalistischen Angstlust an der Katastrophe. Zu wenig über Ursachen und Lösungsstrategien, die nicht nur Makulatur sind“, davon ist die Politikwissenschaftlerin, Publizistin und Expertin für Rechtsextremismus Natascha Strobl überzeugt. Der weit verbreiteten Hoffnungslosigkeit stellt sie ihren Essay „Solidarität“ gegenüber. In der Stadtbibliothek Dornbirn erklärte die Autorin, was sie unter solidarischer Krisenbearbeitung versteht.

Verschiedene Lösungsansätze

Zum Einstieg in das Thema stellte Natascha Strobl eine Zeitdiagnose und ging auf die verschiedenen Krisen – Finanzkrise, soziale Krisen, Klimakrise, Krise der Repräsentation – ein. „Es ist keine große Verschwörung, aber es sind so viele Krisen, dass es ˏknirschtˊ. Die Folge daraus ist, dass sich die Hegemonie auflöst – alles wird in Frage gestellt, nichts ist mehr selbstverständlich“, so Natascha Strobl. Politische Kräfte reagierten darauf auf zwei verschiedene Arten. Zum einen gäbe es die Bewahrer, die an ein Zurück zur Normalität und zu alten Verhältnissen glauben würden, zum anderen die, die die Krise als Möglichkeit sehen würden, alte Verhältnisse zu überwinden, erklärte Natascha Strobl. „Es gibt drei Stoßrichtungen für Veränderung: die individualistische, die autoritäre und die solidarische Lösung. Wir brauchen jetzt solidarische Lösungen, alles andere ist nicht akzeptabel“, ist die Politikwissenschaftlerin überzeugt.

Echte Solidarität

Solidarität hat für Natascha Strobl nichts mit Mitleid oder Charity zu tun, sondern passiert auf Augenhöhe und setzt auf Gegenseitigkeit. „Wir brauchen Solidarität, die auf Zusammenhalt und Vielfalt setzt und für Umverteilung bzw. ein anderes Wirtschaftssystem steht“, so Strobl. Man müsse dafür nicht zu 100 Prozent mit allem einverstanden sein, wichtig sei es aber, dass man sich gegenseitig Vertrauen schenke. „Ich plädiere für mehr Zuversicht und Vertrauen ineinander. Weiters möchte ich dazu anregen, Solidarität als Klammer zu betrachten, innerhalb derer an vielen verschiedenen Ansätzen gearbeitet werden kann“, sagte Natascha Strobl.

Spannende Diskussion

Im Anschluss an den Vortrag, der innerhalb der Reihe „Dinge neu denken“ angeboten wurde, stellte sich die Politikwissenschaftlerin den Fragen des Publikums. Wer mehr über ihren solidarischen Lösungsansatz wissen möchte, findet alles dazu in Natascha Strobls Buch „Soldidarität“, das im Rahmen der essayistischen Reihe „übermorgen“ erschienen ist. Autoren verschiedener Generationen setzen sich darin mit aktuellen Themen auseinander – Ausgangspunkt ist jeweils ein Wort. Für Natascha Strobl war es „Solidarität“.

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