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Büroarbeit kann sich negativ auf die Augen auswirken.
Büroarbeit kann sich negativ auf die Augen auswirken. ©pixabay.com

So wirken sich PC und Handy auf unsere Augen aus

In der Arbeit acht Stunden vor dem Bildschirm, Zuhause vor dem Fernseher und am Weg am Handy: Unsere Augen werden täglich neuen Herausforderungen ausgesetzt. Kurzsichtigkeit könnte zur Volkskrankheit werden.

Zwar steigt der Altersdurchschnitt der Menschen aufgrund moderner Technik immer weiter, jedoch wirkt sich die Digitalisierung nicht nur positiv auf unsere Gesundheit aus. Ein Bereich, der besonders unter der steigenden Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern leidet, ist unsere Augengesundheit. Eine Studie der Universität New South Wales bestätigt nun sogar, dass 50% der Menschen bis zum Jahr 2050 unter Kurzsichtigkeit leiden werden.

Dabei ist auffällig, dass vor allem wohlhabende Industrienationen – vor allem in Asien und vermehrt auch Europa – von steigender Kurzsichtigkeit betroffen sind. Gerade bei jungen Menschen, die besonders häufig digitale Endgeräte verwenden, steigt die Zahl der Kurzsichtigen alarmierend schnell

Kinder leiden immer früher unter Kurzsichtigkeit

In der Hälfte aller Fälle ist die genetische Veranlagung der Grund für eine Kurzsichtigkeit (Myopie). Jedoch wirkt sich auch unser digitaler Lebensstil sowie die zunehmende Arbeit mit digitalen Endgeräten im Berufsleben, aber auch der Mangel an Tageslicht immer mehr auf die Gesundheit unserer Augen aus.

Die Anzahl an Kurzsichtigen steigt nicht nur international, sondern auch national immer mehr – gerade unter den Digital Natives, die besonders früh mit Smartphone, Laptop und Co. in Berührung kommen. Somit leiden auch Kinder bereits häufig an einer Myopie. Ein Zustand, der sich zeitlebens nicht von allein bessert.

So sehr die Digitalisierung sich auch negativ auf unsere Augen auswirken kann, sie bietet auch Möglichkeiten zur Prävention. Neueste Technologien können die Gesundheit unserer Augen schützen und einer Kurzsichtigkeit entgegenwirken.

Studenten und junge Arbeitnehmer sind täglich online

Das Internet und besonders Smartphones sind ein nicht mehr wegzudenkender Teil unseres alltäglichen Lebens geworden. Wir möchten, wenn möglich, immer online und erreichbar sein – sowohl privat als auch beruflich. Dadurch verbringen wir jedoch auch immer mehr Zeit vor Bildschirmen.

Immer mehr Menschen haben Zugang zum Internet und nutzen diesen täglich, so auch in Österreich. Fast 89 Prozent aller österreichischen Haushalte haben inzwischen einen Internetzugang. Das sind ungefähr 55 Prozent mehr als noch im Jahr 2002. Unter den 16 bis 24-Jährigen nutzen 96 Prozent diesen auch regelmäßig.  Lediglich vier Prozent der 14- bis 20-Jährigen Österreicher können als "Offliner" bezeichnet werden, das heißt, dass sie auf eine Nutzung des Internets weitestgehend verzichten.

Anteil der Internetnutzer in Österreich – Eine Grafik von Mister Spex

Smartphones nehmen einen immer größeren Stellenwert ein. Unser Alltag wird stetig digitaler, was auch aktuelle Zahlen belegen. In Österreich spiegelt sich dies vor allem in der Nutzung sozialer Medien und digitaler Zeitungen wider.

Social Media

7,7 der 8,8 Millionen Einwohner Österreichs sind Internetnutzer. Ein Großteil von diesen ist auch auf diversen Social-Media-Plattformen aktiv. YouTube ist dabei mit 5,8 Millionen aktiven Nutzern die am häufigsten genutzte Plattform. Auf Facebook besitzen 3,8 Millionen und auf Instagram 2,3 Millionen Österreicher einen Account. Wenn es um die Kommunikation geht, greifen 88 Prozent auf die Nutzung von WhatsApp zurück.[

Tageszeitungen

Die Verkaufszahlen für die Printauflagen der großen österreichischen Tageszeitungen nehmen stetig ab. Zwischen 2001 und 2017 sanken die Verkaufszahlen für die Kleine Zeitung um 4,9 Prozent. Noch offensichtlicher wird der Rückgang bei Zeitungen wie dem Kurier (-23,1 Prozent) und dem STANDARD (-35,2 Prozent).[

Zeitgleich steigt die Zahl der kurzsichtigen Menschen, vor allem unter den Digital Natives, drastisch an. Wissenschaftler konzentrieren sich in ihrer Arbeit daher vermehrt auf die Wechselwirkung unseres digitalen Lebensstils mit dem Anstieg der Myopie.

Wie wirkt sich Digitalisierung auf unser Sehvermögen aus?

Was genau ist eine Myopie eigentlich? Wenn eine Person an einer Myopie leidet, fällt es ihr schwer, weit entfernte Objekte scharf wahrzunehmen. Grund dafür ist der Brennpunkt, der sich nicht – wie sonst üblich – auf, sondern vor der Netzhaut befindet. Auf dem Brennpunkt wird aus den eintreffenden Lichtstrahlen normalerweise ein klares Bild geformt. Aufgrund der Lage vor der Netzhaut, kann dieses allerdings nur noch unscharf wahrgenommen werden.[

Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Dr. med. Oliver Leick, Facharzt für Augenheilkunde, stützt sich auf drei Hauptfaktoren:

"Der genetische Faktor ist deutlich am größten, gefolgt von der Naharbeit, die aufgrund ihrer Zunahme eine immer größere Rolle spielt. Dann kommt noch der Tageslichtmangel hinzu."

Jede Person hat von Geburt an eine leichte Weitsichtigkeit. Jedoch passt sich das Auge stets an die existierenden Umstände in der direkten Umgebung an. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die stetig höher werdende Naharbeit, die inzwischen vermehrt von Menschen erwartet wird, mit dem Anstieg der Myopie zusammenhängt.[

Mangel an Tageslicht belastet unsere Augen

Sowohl das Brien Holden Vision Institute in Sydney als auch das Eye Research Institute in Singapur ist in Studien genauer auf die Belastung von künstlich erzeugtem Licht, wie es vor allem im direkten Arbeitsumfeld verwendet wird, auf unsere Augen eingegangen. Aus den Studien geht hervor, dass besonders Büroangestellte einer Form von Doppelbelastung ausgesetzt sind. Sowohl die stundenlange Naharbeit am Computer als auch die zeitgleiche künstliche Beleuchtung belasten die Augen besonders und steigern somit die Gefahr, eine Kurzsichtigkeit zu entwickeln.[

Das langanhaltende Fixieren eines Bildschirms ermüdet die Augen und kann vermehrt zu einer Austrocknung führen, da der Mensch durch die konzentrierte Arbeit automatisch weniger blinzelt (ein bis zwei Mal, anstatt der normalen 10 bis 15 Mal pro Minute).[ Zusätzlich kann sich schlechte Luft im Büro und eine mangelhafte Klimatisierung negativ auswirken.

Wer leidet unter Kurzsichtigkeit?

Die Digital Natives sind die am häufigsten von einer Myopie betroffene Gruppe in Europa. Bei den 25- bis 29-Jährigen sind mittlerweile fast 50 Prozent kurzsichtig. Die 35- bis 44-Jährigen sind am zweithäufigsten betroffen.

Anteil Kurzsichtiger in Europa nach Alter – Eine Grafik von Mister Spex

Die Studie ergab des Weiteren, dass ältere Generationen seltener an einer Kurzsichtigkeit leiden. Für die Wissenschaftler liegt der Grund in der längeren Ausbildungsdauer sowie dem höheren Anteil an Bildschirmarbeit bei jüngeren Generationen.

Höherer Bildungsgrat fördert die Wahrscheinlichkeit von Myopie

Zahlreiche Kohortenstudien belegen, dass Fälle von Myopie direkt mit der längeren Schul- und Berufsausbildung in Verbindung gebracht werden können. Mehr als die Hälfte der europäischen Absolventen (53 Prozent) einer Universität sind kurzsichtig. Im Gegensatz dazu stehen lediglich 24 Prozent kurzsichtiger Personen ohne Ausbildung oder Hochschulabschluss.[

Anteil Kurzsichtiger in Europa nach Ausbildungsstatus – Eine Grafik von Mister Spex

Die Ausprägung einer Kurzsichtigkeit beginnt normalerweise bereits im Grundschulalter. Daher sollte der immer früher und exzessiver werdende Erstkontakt mit Digital Devices durchaus hinterfragt werden. Dabei führt nicht nur die Arbeit mit PC und Tablet zu einer höheren Kurzsichtigkeitsgefahr, auch Bücher können dazu beitragen.

Der Myopie-Anstieg ist ohne Frage ein globaler Trend. So ist vor allem der Anteil an Schulkindern mit Myopie im ostasiatischen Raum dramatisch gestiegen.[ Eine aktuelle Studie aus China zeigte kürzlich, dass inzwischen 90 Prozent der chinesischen Studenten kurzsichtig sind. Eine vergleichbare Entwicklung lässt sich in Singapur, Taiwan und Südkorea beobachten.

Wie wird sich unsere Sehkraft bis 2050 verändern?

Insbesondere Digital Natives sowie Personen, die besonders viel Naharbeit an einem Bildschirm betreiben, werden perspektivisch von einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Kurzsichtigkeit betroffen sein. Ein weiterer Grund dafür ist auch, dass der intensive Kontakt mit digitalen Endgeräten immer früher einsetzt.

Prognostizierter Anteil Kurzsichtiger weltweit – Eine Grafik von Mister Spex

In Anbetracht des ansteigenden Negativtrends und des zunehmenden Stresses auf unsere Augen ist es wichtig, früh und proaktiv Maßnahmen zum Schutz der Augengesundheit zu ergreifen. So gibt es beispielsweise schon zahlreiche Blaulicht-reduzierende Brille die sich, abgesehen von einem minimalen optischen Unterschied, nicht von herkömmlichen Brillen unterscheiden. Eine zusätzliche Beschichtung auf den Gläsern macht es der Brille möglich, das schädigende kurzwellige, blau-violette Licht zu filtern. Mit einer oberhalb von 400 Nanometern liegenden Wellenlänge ist dieses Blaulicht besonders gefährlich für die Augen.[

Eine regelmäßige Untersuchung der Augen kann in der Zukunft ein frühzeitiges Erkennen von Defiziten gewährleisten. Damit dies für jeden und jederzeit möglich ist, wird im Moment an der Umsetzung eines Online-Sehtests gearbeitet.

Maßnahmen für besseres Sehen

Die Entwicklung der Kurzsichtigkeit ist ein schleichender Prozess, der zumeist über einen längeren Zeitraum nicht bemerkt wird. Während zunehmende Kopfschmerzen, Müdigkeit und Augenreizungen typische Symptome einer Sehverschlechterung sein können, registriert unser Körper diese Alarmsignale nicht immer. Da unsere Netzhaut keine Schmerzen verspürt, sendet das Auge bei Überlastung keine Warnsignale. Umso wichtiger ist es, die Sehkraft regelmäßig überprüfen zu lassen – vor allem, wenn man viel an Bildschirmen arbeitet.

Es gibt auch viele andere Mittel und Wege seine Augen zu schonen:

  • Bewusstes Blinzeln sorgt für eine erste Entlastung der Augen
  • Einmal stündlich die Augen für eine halbe Minute schließen
  • Auszeiten im Tageslicht
  • Luftfeuchtigkeit von über 40 Prozent
  • Blick öfter schweifen lassen
  • Richtig eingestellter Bildschirm und Beleuchtung
  • Gesunde Ernährung

(red)

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