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So einsam fühlten sich die Österreicher im Corona-Lockdown

Knapp die Hälfte der Österreicher fühlte sich im Corona-Lockdown einsam.
Knapp die Hälfte der Österreicher fühlte sich im Corona-Lockdown einsam. ©pixabay.com (Sujet)
Vor allem die jüngeren Generationen verspürten laut einer Umfrage während des Corona-Lockdowns Einsamkeit. Um mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben, wurden zum Großteil Video-Tools genutzt.

Die Menschen in Österreich haben sich im Vergleich zu jenen in anderen europäischen Staaten während der Coronakrise weniger isoliert gefühlt. Mitten im Lockdown empfanden aber doch 47 Prozent zumindest gelegentlich Einsamkeit, ergab eine vom IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky durchgeführte Erhebung. Im europäischen Durchschnitt waren es 52 Prozent, in Italien sogar 59 Prozent.

Technologie kann echte Kontakte für die meisten nicht ersetzen

70 Prozent der in Österreich befragten Nutzer meinten, dass Technologien wie Video-Tools helfen, sich mit Familie oder Freunden trotz Entfernung verbunden zu fühlen. Generell gaben sie sich aber im europäischen Vergleich am wenigsten technologieaffin bezüglich der Kompensierung des Social Distancings: Nur 42 Prozent (europaweit 52 Prozent) glauben, dass Technologie helfen kann, Einsamkeit zu bekämpfen - der niedrigste Wert in Europa. Freundschaftliche oder familiäre Kontakte ersetzen könne Technologie jedenfalls nicht, meinten 78 Prozent der österreichischen Befragten.

In Österreich werden auch die durch Covid-19 verursachten positiven Auswirkungen auf den persönlichen Umgang mit digitalen Technologien geringer eingeschätzt: Nur 27 Prozent glauben, dass sie dadurch vertrauter mit der Technologie geworden sind (europaweit 36 Prozent; in Deutschland sind es mit 26 noch etwas weniger). Lediglich 21 Prozent (europaweit 30 Prozent; in Deutschland 19 Prozent) wünschten sich, dass sie souveräner im Umgang damit wären. Nur 14 Prozent sind Online-Freunde wichtiger als der persönliche Kontakt, ebenso viele wie im europaweiten Schnitt. Spitzenreiter sind hier die Briten und die Belgier mit jeweils 19 Prozent.

Städter von Einsamkeit stärker betroffen

Die jüngsten Österreicher, die ab 1994 geborene "Generation Z", berichtete mit 67 Prozent am häufigsten über Einsamkeitsgefühle. Europaweit waren es sogar 68 Prozent in dieser Altersgruppe. Bei den "Millennials" (Geburtsjahre 1980 bis 1993) waren es 57 Prozent (europaweit 62 Prozent) und in der "Generation X" (1965 bis 1979) nur noch 40 Prozent (europaweit 50 Prozent). Die wenigsten Probleme mit Einsamkeit hatten die vor 1946 Geborenen (14 Prozent in Österreich und 37 Prozent europaweit) und die nachfolgenden "Baby Boomer" (37 Prozent in Österreich und 41 Prozent europaweit).

Städter (51 Prozent in Österreich und 54 Prozent europaweit) waren eher von Einsamkeit betroffen als Landbewohner (40 Prozent in Österreich und 45 Prozent in Europa). Dagegen gab es laut der Umfrage keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

(APA/Red)

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