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''Skyfall'': Bond-Film strotzt vor Technikfehlern

James Bond: ''Skyfall'' wird heftig kritisiert.
James Bond: ''Skyfall'' wird heftig kritisiert. ©AP
Computerexperten kritisieren realitätsfremde Technologien

Der aktuelle James-Bond-Streifen “Skyfall” ist ein absoluter Reinfall – zumindest aus technologischer Sicht. Während der Hollywood-Blockbuster bislang an den Kinokassen durchaus überzeugen konnte, wimmelt es in dem traditionellerweise mit Hightech-Gadgets und Computertechnik gespickten Agentenfilm nur so von Fehlern. “Wer realistische Technologien sehen will, sollte sich etwas anderes anschauen”, fasst BBC-Experte Kevin Curran die Meinung vieler Kritiker zusammen. Diese stören sich etwa an einer Szene, wo sich Hauptdarsteller und Bösewicht in einem vollen Serverraum ohne jegliche Lüftungsgeräusche problemlos unterhalten können. Auch die Visualisierung von Hacking-Angriffen, die gezeigt wird, habe nichts mit der Realität zu tun, so die Computerspezialisten.

“Klarer Regiefehler”

“Wenn man die Inhalte von Science-Fiction-Filmen mit der realen technologischen Entwicklung vergleicht, stellt sich oft die Frage, ob die Filme die Forschung vorwegnehmen oder umgekehrt”, erklärt Martin Penzes, Geschäftsführer von Safetica Österreich. Die James-Bond-Reihe sei bei weitem nicht die einzige Hollywoodproduktion, in der diesbezüglich bereits einige interessante Ideen zu sehen gewesen sind. “Schon bei ‘Minority Report’, der im Jahr 2002 erschienen ist, waren etwa innovative Touchscreen-Oberflächen mit Gestensteuerung zu sehen, die mittlerweile tatsächlich auch Realität geworden sind”, so Penzes.

Im Fall der geschilderten Szene im Serverraum, könne es sich laut Einschätzung des Experten aber nur um einen “klaren Regiefehler” handeln: “Serverräume sind ohne eigene Kühlsysteme, die natürlich einen gewissen Lautstärkepegel mit sich bringen, nicht vorstellbar.” Gleiches gelte für die im Film gezeigte Darstellung eines gerade stattfindenden Hacking-Angriffs auf das Computersystem des britischen Geheimdienstes MI6, der dem Publikum mittels aufwendiger interaktiver Visualisierungstechnologie vermittelt wird. “Hacking-Attacken lassen sich nicht visuell darstellen. Aber auch im besten Fall würde der Betrachter höchstens eine längere unansehnliche Kommandozeile zu Gesicht bekommen”, betont Penzes.

Cyber-Krieg statt Atombomben

Der Security-Fachmann kann dem neuesten Bond-Abenteuer aber nicht nur negative Aspekte abgewinnen. “‘Skyfall’ geht aus meiner Sicht sehr gut auf die wirklichen Bedrohungen der Gegenwart und Zukunft ein. Während sich die staatlichen Geheimdienste in der Vergangenheit vor allem über illegale Waffengeschäfte und Atombomben Sorgen machen mussten, ist heute eindeutig die Cyber-Kriminalität zum Staatsfeind Nummer eins geworden”, erläutert Penzes. Beste Beispiele hierfür sind etwa der Cyber-Kampf zwischen Russland und Georgien oder Meldungen zu geplanten Attacken der USA auf Lybien.

Trailer zu “Skyfall”

(Pte)

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