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Skischulteilnehmer wurden Stammgäste

Wulf Pollok (im roten Anorak) mit drei Generationen: Studentenvater Leo Menz (r.) und der ehemalige Student Dr. Korsch mit Tochter Julia.
Wulf Pollok (im roten Anorak) mit drei Generationen: Studentenvater Leo Menz (r.) und der ehemalige Student Dr. Korsch mit Tochter Julia. ©Peter Strauß

Beitrag von Peter Strauß:

Seit 40 Jahren ist Wulf Pollok mit dem Gymnasium Dillingen am Körbersee “zuhause”.

Schröcken. “Ich habe es nicht gezählt oder besser gesagt, ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, aber sicher weit über 150 Gruppen werden es schon gewesen sein, die ich seit 1970 hier betreut habe”, muss Wulf Pollok im VN-Gespräch am Stammtisch des Berghotels “Körbersee” passen, wenn die Rede auf seine Aufenthalte am Hochtannberg kommt.

Den gesamten Winter

In den Anfängen, als auch das legendäre “Fuchswaldhaus” noch in die Schulskiwochen eingebunden war, “waren wir fast den ganzen Winter hier. In einem Jahr bin ich beispielsweise nach Weihnachten mit einer ersten Gruppe gekommen und heimgefahren bin ich erst neun Wochen später nach dem Fasching. Heute sind es natürlich weniger, aber im Schnitt pro Saison etwa drei bis fünf Gruppen, das ergibt in 40 Jahren die genannte Gesamtzahl”, rechnet der Lehrer für Physik und Chemie vor. Sein sportliches Engagement speziell für den Skilauf kommt aus seiner Tätigkeit als Trainer im Deutschen Skiverband. Hunderten hat er am Hochtannberg das Skifahren beigebracht, unter ihnen auch einige bekannte Persönlichkeiten. Und ganz besonders stolz ist Pollok darauf, dass unter seinen ersten Skischülern auch der amtierende Bischof von Augsburg, Anton Losinger, war. Oder Oberarzt Wolfram Korsch, der am Klinikum Augsburg im Herbst Polloks Gattin Silke nach einem schweren Unfall operierte. “Wir haben deshalb das Jubiläumsfest verschieben müssen, denn da möchte ich Silke unbedingt dabei haben und derzeit ist sie noch in Reha”, bedauert der engagierte Pädagoge.

“Umwegrentabilität”

Waren es anfänglich in erster Linie Schulskiwochen, die der Pädagoge des bekannten Dillinger Johann-Michael-Sailer-Gymnasiums am Körbersee organisierte, so waren es bald immer mehr Familienurlaube. “Über meine Schülerinnen und Schüler sind viele Eltern ,neugierig geworden und dann habe ich halt auch außerschulische Skiwochen organisiert und mit der Zeit sind auch immer mehr ehemalige Schüler mit ihren Familien mitgefahren.” Ein Paradebeispiel für Umwegrentabilität ?quot; aus vielen ehemaligen Gästen der Schulskiwochen sind Stammgäste geworden. “Manche Familien waren sicher schon zehn Mal oder noch öfter hier. Und manche organisieren sich ihren obligaten Skiurlaub inzwischen in Eigenregie ?quot; diese besonderen Klassentreffen sind ja terminlich längst Tradition: Jahreswechsel, Fasching, Ostern . . .” Wie wichtig dies vielen ist, zeigt das Beispiel der Familie Martin und Sabine Werner, die derzeit beruflich für einige Jahre in Australien engagiert ist: “Als die Eltern über das lukrative Angebot eines großen Konzerns beraten haben, stellten die beiden Kinder Ben und Alix die Bedingung, dass auf den Skiurlaub in Vorarlberg nicht verzichtet werden darf. Also nützt der Papa jetzt seinen Jahresurlaub, um mit seiner Familie ein paar Tage beim Skilauf zu verbringen.” Vor einem Jahr klappte das bestens, doch heuer endete die Reise von Australien in den Skiurlaub im Chaos. Drei Tage lang in London festgehalten, bis endlich ein Flug nach Amsterdam möglich war. Mit Leihwagen nach Regensburg, um sich neu auszurüsten, denn das Gepäck lag noch in London ?quot; und als dann alles passte, kam der Stau auf deutschen Autobahnen und Werners mussten kapitulieren.

Sogar aus Dänemark

Dafür war heuer sogar eine Familie aus Dänemark dabei. “Einer meiner ehemaligen Studenten lernte an der Uni München einen dänischen Austauschstudenten kennen. Die beiden freundeten sich an, er begeisterte den Flachländer für einen Skiurlaub und jetzt sind beide Familien hier”, so Pollok. Eigentlich wollte sich die große Familie der ehemaligen “Schulskikürsler” zum Jahreswechsel zu einem doppelten Jubiläum treffen, wenn Professor Wulf seinen 70. Geburtstag feiert und gleichzeitig seitens der Gemeinde Schröcken für 40 Jahre Stammgast mit “seinen” Dillingern geehrt werden sollte. “Das haben wir verschoben, bis Silke wieder dabei sein kann”, bedauert der Jubilar.

Nicht nur am Tannberg

Das Hotel am Körbersee wurde zwar zum “Wohnzimmer” der Gäste aus Dillingen, es ist aber nicht die einzige Destination der Schulskiwochen: derzeit ist Pollok mit rund 50 Schülern im Jugendgästehaus Kanisfluh in Bezau einquartiert und kommende Woche kommen noch einmal 50 Schulkinder. STP

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