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Sicher abseits der Piste

©Sicheres Vorarlberg
Ob Skitouren, Variantenfahren oder Schneeschuhwandern, das Interesse an Outdooraktivitäten im Winter ist ungebrochen. Dabei ist es erfreulich, dass trotz der steigenden Zahl von Wintersportlern abseits der Pisten die Unfallzahlen im langjährigen Rückblick rückläufig sind.
Unfallzahlen und die Grenzen der Notfallausrüstung

Trotz diesem positiven Trend gab es in Vorarlberg in der Wintersaison 2018/19 zwölf Todesopfer im freien Skiraum.

Das Bewegen im freien Skiraum bringt nicht nur eine persönliche Verantwortung mit sich. „Es wird oft vergessen, dass es mit dem ersten Schwung abseits der Piste auch eine Verantwortung gegenüber dem jeweiligen Tourenpartner und den Einsatzkräften der Bergrettung gibt“, so Landesrat Christian Gantner. Rund um die Uhr stehen die ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergretter bereit. "Der großartige Einsatz verdient Anerkennung, Respekt und Wertschätzung", erklärt Gantner, der gleichzeitig seinen Dank für dieses Engagement ausspricht.

Variantenfahrer auf dem Vormarsch

Wenn man die Unfallzahlen genauer betrachtet, fallen zwei wesentliche Dinge auf. Einerseits waren 8 der 12 Todesopfer Variantenfahrer und andererseits stand die Hälfte der tödlichen Unfälle nicht im Zusammenhang mit Lawinen. „Obwohl jeder Lawinenunfall einer zu viel ist, dürfen wir nicht vergessen, dass es auch andere Gefahren bei Skitouren und beim Variantenfahren gibt. Besonders die Absturzgefahr im Gelände wird oft unterschätzt“, so Mario Amann Geschäftsführer bei Sicheres Vorarlberg. „Auffallend ist ebenfalls, dass alle sechs Lawinenopfer vom vergangenen Winter Variantenfahrer waren. Dies lässt vermuten, dass sich Skitourengeher genauer mit dem Gelände und der Lawinensituation beschäftigen und eher bereit sind eine Tour abzusagen, wenn es die Verhältnisse nicht zulassen.“

Auch wenn nicht alle Lawinen vorhersehbar sind und Unfälle auch ohne menschliches Fehlverhalten passieren können, gibt es doch auch wiederkehrende Unfallmuster, die eindeutig vermeidbar wären. "Das Lawinen Update ist für aktive Wintersportler DIE Gelegenheit, sich direkt zu informieren, ihr Wissen aufzufrischen und sich in einem kurzweiligen Abend das Rüstzeug für eine sichere Wintersaison zu holen," empfiehlt Wolfgang Bartl, Landesalpinreferent des Alpenvereins Vorarlberg. Er gibt außerdem zu bedenken: "Ein Vortrag kann niemals die praktische Ausbildung im Gelände ersetzen, er kann aber motivieren, die Kursangebote des Alpenvereins, der Alpinschulen und von Sicheres Vorarlberg zu nutzen."

In diesen Kursen gibt es neben der Lawinenkunde aber noch weitausmehr zu lernen. Unter anderem wird vermittelt, wo man sich abseits der Piste überhaupt bewegen darf. Landesrat Gantner betont „Im Bereich von Aufstiegshilfen (z.B. Seilbahnen) ist das Abfahren mit Skiern im Wald nur auf markierten Pisten oder Skirouten erlaubt.“ Besonders auf Schutzwälder gilt es Rücksicht zu nehmen, denn sie erfüllen in vielen Regionen eine wichtige Schutzfunktion für die darunterliegenden Siedlungsräume.

Notfallausrüstung und ihre Grenzen

Im Fokus der Unfallprävention steht aber neben der Lawinenkunde und Tourenplanung die eigene Notfallausrüstung. Die meisten Wintersportler sind sehr gut ausgerüstet, doch im Notfall muss jeder Handgriff sitzen. So kann bereits das Spannen der Sonde, das Zusammenstecken der Schaufel oder eine unklare Bedienung des LVS Geräts wertvolle Zeit kosten. Aber auch eine Rettungsdecke kann weit mehr als die meisten wissen. Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass diese nicht nur als Kälte- oder Wärmeschutz dient, sondern im Notfall auch als Sonnenbrille, Trage oder Regenschutz verwendet werden kann?

Manchmal gibt es aber auch Tage, an denen man sich selbst eingestehen muss, dass auch die modernste Notfallausrüstung und das beste Training nichts nützen können. “An solchen Tagen sagt uns das gelernte Wissen und eventuell auch die Erfahrung, dass das Risiko zu groß ist. Dann gilt es der Verlockung zu Widerstehen und im gesicherten Skiraum zu bleiben”, ergänzt Amann. Diese Botschaft sollte nicht nur Einheimischen nahegelegt werden, sondern besonders auch Touristen. Diese sind oft durch ihre begrenzte Zeit in den Bergen eher verleitet, höhere bzw. unbewusster Risiken einzugehen und den verlockenden Tiefschneehängen zu verfallen.

Datenquelle ist das Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit.


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