Sheela: Todesengel oder spiritueller Rebell von Osho?

Sondersendung mit der kontroversen ehemaligen Sektenführerin Sheela.
Sondersendung mit der kontroversen ehemaligen Sektenführerin Sheela.
Als rechte Hand von Osho, dem Guru der Bhagwan-Sekte, wurde Sheela weltbekannt. VOL.AT TV interviewte die umstrittene, inzwischen in der Schweiz lebende, ehemalige US-Gefängnisinsassin exklusiv.
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In der umfangreichen Sondersendung spricht sie anlässlich der Bregenzer Ausstellung "Mum, I Wanna Be A Guru" mit Künstler Domingo Mattle und VOL.AT.

VOL.AT TV Sondersendung

Das Kollektiv der Rich Love Studios mit Mario Feurstein und Burak Ugurlu trat mit der im Exil Lebenden in Kontakt, und lud sie auch zu einer Podiumsdiskussion in die Landeshauptstadt ein. Im Anschluss an das Gespräch erläutert Dr. Eva-Maria Schmolly-Melk vom Referat für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Katholischen Kirche ihre Sicht über die äußerst umstrittene und kontroverse Figur der "Ma Anand Sheela".

Todesengel oder spiritueller Rebell?

Spätestens mit zwei umfangreichen Netflix-Dokumentationen über ihr Leben trat die höchst kontroverse Figur der Sheela, besser bekannt als Ma Anand Sheela und Sekretärin des Gurus Bhagwan Shree Rajneesh, später bekannt als Osho, wieder ins öffentliche Rampenlicht. Inzwischen lebt die 71-Jährige als Sheela Birnstiel in der Schweiz und betreibt eine Pflegeeinrichtung für Demenzkranke.

In den 80er-Jahren führte Sheela gemeinsam mit Bhagwan rund 2000 Menschen nach Oregon in die USA und errichtete eine Art Refugium für Gleichgesinnte. Die Sekte verschrieb sich einem liberalen Weltbild, freier Liebe und den spirituellen Lehren ihres Anführers. Gleichzeitig distanzierte man sich von klassischen, gesellschaftlichen Zwängen. Schnell kam es zu Streitigkeiten mit der ortsansässigen Bevölkerung, die progressive, liberale und äußerst freizügige Weltanschauung passte nicht ins konservative Denken der umliegenden Bevölkerung. Zu verschieden waren die beiden Welten, die inmitten des US-amerikanischen Bundesstaates aufeinandertrafen.

Bhagwan Shree Rajneesh, später bekannt als Osho. ©Nationaal Archief, the Dutch National Archives

Aus anfänglicher Skepsis wurde bald bitterer Ernst, es folgten gewalttätige Auseinandersetzungen mit den Einheimischen. Auch innerhalb der Sekte kam es zu Auseinandersetzungen, Sheela, die sich heute noch als Königin ihrer Gefolgschaft bezeichnet, installierte ein beinhartes System, inklusive Bespitzelung, Militarisierung und Überwachung ihrer Getreuen. Trauriger Höhepunkt war die erste, bioterroristische Attacke, die ihr angekreidet wird: Im September 1984 wurden mittels Salmonellen 741 Menschen in Salatbars des Nachbarortes Dalles vergiftet, 47 Menschen mussten stationär aufgenommen werden. Glücklicherweise gab es aber keine Todesopfer. Auch wird ihr angelastet, an einem geplanten Attentat auf Charles Turner, dem damaligen US-Justizminister für Oregon, beteiligt gewesen zu sein. Dieses wurde zwar nie in die Tat umgesetzt, trotzdem kam es zum Bruch mit Bhagwan.

Sheela Bhagwan spricht nach wie vor voller Demut über Osho. ©AP

Flucht, Verhaftung, Aufenthalt im US-Gefängnis und Gegenwart

Nach dem Bruch mit Bhagwan flüchtete die inzwischen unter dem Namen Sheela Birnstiel Reisende in die Schweiz. In Deutschland wurde sie später nach internationaler Fahndung gefasst, in den USA verbüßte sie dann eine Gefängnisstrafe. Inzwischen lebt Sheela in der Schweiz und betreibt Seniorenheime für Demenzkranke

(VOL.AT)

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