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„Service“ für altes Gemäuer

Besichtigung des Baufortschritts.
Besichtigung des Baufortschritts. ©Elke Kager Meyer
Südtiroler Spezialfirma konservierte die Mauern der Burgruine Ramschwag
Ruine Ramschwag

Stolz thront die Burgruine Ramschwag oberhalb von Nenzing. Sie ist eine von rund 20 verbliebenen Ruinenanlagen in Vorarlberg und neben der Pfarrkirche das Wahrzeichen der Marktgemeinde. Die in den Jahren 1270 bis 1290 durch die Ritter von Ramschwag erbaute Burg wurde 1405 wieder zerstört. “Seither ist Welsch-Ramschwag“ ein Ruine“, berichtet der Nenzinger Gemeindearchivar Thomas Gamon. Von den verbleibenden drei Wänden nach Osten, Westen und Norden blieben drei der ursprünglich fünf Geschosse erhalten. Die Marktgemeinde ist bestrebt, das alte Gemäuer auch künftig für die Nachwelt zu erhalten. „Um die Mauerreste in jetziger Form erhalten zu können, wurden von Seiten der Marktgemeinde in den Jahren 1997 bis 2000 gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt und freiwilligen Helfern Konservierungsarbeiten durchgeführt“, berichtet Gemeindearchivar Thomas Gamon. Lob gibt es dafür auch von Georg Mack vom Bundesdenkmalamt. „Die Ruine wurde damals wirklich vorbildlich restauriert.“ In den darauffolgenden Jahren führte die Bergrettung Nenzing regelmäßig Rodungen von Bäumen am Gemäuer durch, um Schäden durch Moosbildung, Gefrierschäden und Pflanzenwuchs zu vermeiden.

„Großputz“

In den vergangenen Wochen hatte nun eine Spezialfirma aus dem Südtirol die Zelte bei der Burgruine aufgeschlagen. In mühevoller Kleinarbeit wurden entstandene Schäden restauriert und das Gemäuer somit konserviert – die beste Restaurierung ist dabei jene, die man äußerlich nicht sieht. „Die Fugen sowie die Mauerkronen sind dabei entscheidend“, erläutert Georg Mack. Loses Gestein wurde verfestigt, die Mauern von Bewuchs befreit und gegen Wassereinbruch abgedichtet. Wälsch-Ramschwag ist somit wieder „zukunftsfit“. 43.000 Euro wurden dafür budgetiert, getragen werden die Kosten von der Marktgemeinde sowie vom Bundesdenkmalamt. 

 

 

Ein Blick zurück …

Die Burg Welsch-Ramschwag wurde in den Jahren von 1270 bis 1290 durch die Ritter von Ramschwag erbaut. Sie kamen aus der Schweiz in den Walgau, wo sie von den Grafen von Montfort-Werdenberg bei Nenzing ein kleines Rittergut als Lehen erhielten. Da die Bevölkerung damals rätoromanisch sprach, wurde die Burg zum Unterschied zur schweizerischen Alt- und Neu-Ramschwag “Welsch-Ramschwag” genannt. Da die Ramschwager kaum hier wohnten, ließen sie die Herrschaft von Pflegern verwalten. Noch vor der Mitte des 14. Jahrhunderts ging das Lehen der Montforter an die Schweizer Familie Landenberg-Greifensee über. 1352 wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt.
Wechselnde Besitzer
Damals kaufte Graf Rudolf III von Montfort-Feldkirch die Burg den Herren von Landenberg-Greifensee wieder ab.1354 verpfändete er Ramschwag an den Freiherrn Albrecht von Schauenstein-Tagstein. 1360 saß hier als Pfleger der allgäuische Hauptmann Hartmann von Prasberg. Graf Rudolf III hatte die Burg, die bisher Eigenbesitz war, dem Herzog Rudolf IV übergeben und von ihm als Kunkellehen zurückgenommen. 1390 starb das Haus Montfort-Feldkirch aus, wodurch Ramschwag 1396 endgültig landesfürstlich wurde. 1405 kam es zu einem Volksaufstand gegen die Habsburger, der als Appenzellerkrieg bekannt wurde. Der „Bund ob dem See“ fiel in den Walgau ein und brannte 1405 die Burg nieder. Ramschwag wurde nicht mehr aufgebaut und verfiel vollends. Die Steine der Mauern dienten den Bauern in der Umgebung als Baumaterial. Die Ruine befindet sich heute im Besitz der Marktgemeinde Nenzing.

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