Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Selbstfindung in Afrika

(VN) Auf der Baustelle der Therapiestation "Carina" zeigt Leiter Johannes Rauch sein handwerkliches Können.

Mit ruhiger Stimme erzählt Johannes Rauch von seinem ersten prägenden Kindheitserlebnis: „Im Sommer bin ich immer mit einem Pfarrer von Alm zu Alm gewandert. Er hat den Menschen den Teufel ausgetrieben.“ Rückblickend bezeichnet der 63-Jährige dieses Erlebnis als eindringlich und beängstigend zugleich. Dennoch war es der entscheidende Impuls, der ihn in seinem späteren Leben zur Psychotherapie führen sollte.

Schicksalhafte Wendung

Zuvor widmete sich Rauch allerdings noch seiner akademischen Laufbahn. Nach dem Studium der Malerei folgte das Studium des Lehramts sowie der Pädagogik. Doch dann nahm sein Leben eine fast schon schicksalshafte Wendung. Der Schlinser besuchte seinen Bruder in Afrika und war von der damals fremden Kultur vom ersten Augenblick an fasziniert. „Ich habe ohne Wasser und Strom gelebt. Wenn man so etwas erlebt, wird man bescheidener und geduldiger.“ Diese Tugenden konnte Rauch fortan für seine zehnjährige Arbeit in Sambia, Tansania und Uganda nutzen. Und so kämpfte er gegen die Landflucht der Einheimischen an. Mit einfachen Mitteln brachte er den Dorfbewohnern die Mechanisierung der Landwirtschaft nahe. „Manchmal hat es schon ausgereicht, wenn ich ihnen gezeigt habe, wie ein Pflug gewartet oder ein Ochsenkarren gebaut wird“, erinnert sich der Afrika-Liebhaber und lacht.

Intensive Selbsterfahrung

Während dieser Zeit lernte Rauch auch sich selbst besser kennen: „Es war eine intensive Selbsterfahrung. Ich habe mich selbst in der Fremde erst so richtig entdeckt.“ Sogar das Heimweh hätte reflektierend sein Gutes gehabt. Denn nur so wäre ihm die Wertigkeit seiner Heimat bewusst geworden. Folglich kehrte er nach Vorarlberg zurück, erinnerte sich an seine Kindheit und initiierte die Kreativwerkstatt der Stiftung Maria Ebene. Später übernahm er die Leitung der Therapiestation „Carina“.

Das Wesen des Menschen

Rauchs ganzes berufliches Leben war von Elend, Abhängigkeit und Konfrontationen gekennzeichnet. Doch diese Tatsache hat den lebensbejahenden Mann nicht etwa geschwächt, sondern vielmehr „geerdet“: „Seitdem schaue ich mir immer zuerst das Wesen eines Menschen an. Nicht seine Defizite.“ All seine Erlebnisse weiß Rauch heute in seiner Arbeit als Psychotherapeut gezielt einzusetzen. Denn seine Tätigkeit in Afrika und der Umgang mit den Problemen der Jugendlichen würden sich kaum unterscheiden. „Letztendlich geht es darum, existenzielle Fragen zu klären und den Mut zu finden, das Leben anzunehmen“, erklärt der erfahrene Therapeut.

Ausgleich zur Arbeit

Den Ausgleich zu seiner Arbeit findet Rauch in der handwerklichen Gestaltung. Egal ob er über das Tischlern, das Malen oder das Schreinern spricht, seine Augen scheinen zu leuchten. Daher überrascht es auch nicht, dass der Stationsleiter beim Ausbau des Therapiegebäudes persönlich mit anpackt. Darüber hinaus fliegt Rauch einmal jährlich nach Tansania. Dann spricht er wieder die Batu-Sprache und schärft seinen Blick für das Wesentliche: „Ich laufe viele Kilometer zu Fuß zu einem Aussichtspunkt und sehe die unberührte Natur. Da komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus“, verrät der Naturliebhaber und blickt in die Ferne. Außerdem besucht er seine Aidswaisen-Paten, die er mit Hilfe seiner extra gegründeten „Eine Weltgruppe“ in Schlins finanziert.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • VN-Menschen
  • Feldkirch
  • Selbstfindung in Afrika
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen