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Selbstbestimmt durch´s Leben

Herbert Nayer feierte kürzlich seinen 70. Geburtstag
Herbert Nayer feierte kürzlich seinen 70. Geburtstag ©Caritas Vorarlberg
In der Wohngemeinschaft Benjamin in Schruns leben Menschen mit Beeinträchtigung in einer WG, in der Jung und Alt einen Platz gefunden haben.

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Beeinträchtigungen am 3. Dezember blicken wir in den Alltag dieser Caritas-WG.

Herberts Geburtstag ist allen noch bestens im Gedächtnis. Nicht nur dem Geburtstagskind selbst, sondern allen WG-Bewohner*innen und auch den Betreuer*innen. Denn ein runder Geburtstag ist an sich schon etwas Besonderes, der 70. Geburtstag aber gibt nochmals zusätzlichen Anlass zur Freude und zum Feiern. Das hat auch Herbert Nayer so gesehen und feierte seinen Geburtstag mit Freunden in einer Pizzeria in Schruns. Er strahlt, als die Betreuerin ihn nach dem guten Essen fragt. Es scheint ein rundum gelungener Abend gewesen zu sein. Dennoch wirkt der Montafoner etwas unzufrieden und deutet immer wieder auf seinen Rollstuhl. Betreuerin Rebecca Fritz weiß sofort, was los ist. Herbert braucht einen neuen Rollstuhl, weil er sich in seinem Rollstuhl nicht mehr sicher fühlt und sich seine Bedürfnisse mit dem Alter verändert haben. Gemeinsam testen sie darum derzeit gerade, welcher Rollstuhl für ihn künftig am geeignetsten sein könnte.

Herbert on Tour
Dennoch lässt sich Herbert dadurch nicht bremsen – im Gegenteil: „Herbert ist zwar der Älteste in der WG, aber gleichzeitige auch der Aktivste. Er liebt es, unterwegs zu sein und ist zwei Mal in der Woche mit seinem Assistenten on Tour“, lacht Rebecca Fritz und Herbert bestätigt erfreut. Dabei ist den beiden Männern kein Ziel zu weit – ob Zimbapark, Weihnachtsmarkt oder Faschingsumzug – für die beiden ist weder Rollstuhl noch Distanz ein Problem.

Seit die Wohngemeinschaft Benjamin vor 13 Jahren Mitten in Schruns eröffnet wurde, lebt Herbert hier und fühl sich – wie seine Mitbewohner*innen – sichtlich wohl. „Wir sind eine vollbetreute Wohngemeinschaft mit bis zu zehn Bewohnerinnen und Bewohnern. Trotz Unterschieden im Betreuungsbedarf und dem großen Altersunterschied der Klientinnen und Klienten, ist für uns vor allem wichtig, dass die Frauen und Männer möglichst selbstbestimmt leben können. Natürlich gibt es Regeln, denn es kann zum Beispiel morgens nicht länger im Bett geblieben werden, wenn die Arbeit in der Werkstätte ruft, oder andere Termine anstehen“, erzählt Rebecca Fritz aus dem WG Alltag. Dennoch ist vor allem an den freien Tagen der WG-Bewohner*innen natürlich auch Faulenzen möglich und so kann es schon sein, dass der Sonntag mal einfach im Pyjama verbracht wird. Herrlich!

Gemeinsam, zweisam – aber niemals einsam
Frühstück und Abendessen wird meistens gemeinsam eingenommen, abends wird es dann bei Spiele- oder Fernsehrunden gemütlich. Im Sommer ist dann vor allem der Garten ein beliebter Treffpunkt der WG-Bewohner*innen, vor allem in der Hollywoodschaukel. Für Herbert scheint die Jahreszeit keine große Rolle zu spielen, denn er verbringt seine Zeit am liebsten mit seinen Traktoren, LKWs und anderen fahrbaren Untersätzen. Und weil er diese Fahrzeuge so mag, erhielt er zum runden Geburtstag einen Gutschein für eine Fahrt mit einem richtigen LKW. Ein riesiger Spaß für den unternehmungslustigen Herbert, der diesem Ereignis schon voller Freude entgegenblickt.

Mitarbeiter*innen gesucht

 In der Wohngemeinschaft WG Benjamin werden derzeit gelernte oder ungelernte Mitarbeiter*innen gesucht, die das bestehende Team unterstützen wollen und gerne ein Teil der Caritas werden wollen.
Nähere Infos dazu bei Rebecca Fritz, M 0676-88420 2460, E rebecca.fritz@caritas.at

In der Werkstätte Montafon in Schruns werden zusätzlich Zivildiener gesucht. Nähere Infos bei Jonas Hinrichsen, M 0676-88420 5053, E jonas.hinrichsen@caritas.at

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