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Sein Beruf: Tagesvater

(VN) Klaus - Herbert Woletz absolvierte als erster Mann die entsprechende Ausbildung.

„Mein Beruf? Na, Tagesvater.“ Herbert Woletz sagt es mit der größten Selbstverständlichkeit. Und er darf für sich in Anspruch nehmen, der erste ausgebildete Tagesvater im Land zu sein. Am Samstag war Zeugnisverteilung. „Gruppenbild mit Mann“ hieß es diesmal. Denn inmitten von 27 Frauen stand Herbert Woletz. Da seine eigene Frau ebenfalls seit zehn Jahren Tagesmutter ist, verstehen sie sich nun als „Tageselternfamilie“.

Auf Mithilfe angewiesen

Im Reihenhaus von Herbert und Doris Woletz in Klaus sind Kinder und ihre Spuren allgegenwärtig. Die Wände behangen mit Basteleien und krakeligen Zeichnungen. Die Garderobe voll mit Schuhen und Jacken. Hier lebt unverkennbar eine Großfamilie. Neben vier eigenen Kindern betreuen die Woletz‘ auch zwei Tageskinder. „Bei so vielen Kindern ist man auf die Mithilfe des Partners angewiesen“, sagt die Mutter. Früher brachte sich Herbert Woletz diesbezüglich „nur sporadisch“ ein, wie er sagt. Als Bankangestellter hatte er einen Job, der ihn ganztags forderte. Vor vier Jahren ging der gebürtige Wiener in den ihm angebotenen Vorruhestand. Ab diesem Zeitpunkt hatte Doris die Unterstützung, die sie braucht, und er eine Aufgabe, die ihm Freude macht. „Fremde Kinder bringen andere Werte mit, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Aber sie bedeuten auch mehr Vielfalt für die eigene Familie“, hat der Tagesvater festgestellt.

Toleranz gelernt

Die dreisemestrige Ausbildung absolvierte Herbert Woletz vornehmlich der Rechtssicherheit wegen. „Ich kann ein Tageskind nicht einfach irgendjemandem überlassen“, erklärt Doris Woletz. „Die Eltern sollen wissen, dass man es gut und nicht nur halbherzig macht“, ergänzt ihr Mann. Die Frauen im Kurs nahmen den Herrn, der da „in ein geschlechtsuntypisches Metier“ einbrach, wohlwollend auf. Von seiner Schwester hingegen bekam Herbert Woletz zu hören, er solle doch etwas Gescheites tun. „Das ist etwas Gescheites“, konterte der Eisenbahnfan. Man lerne ja auch für die eigenen Kinder. So bemühe er sich, immer toleranter zu werden. „Das gelingt zwar nicht immer, aber immer öfter“, merkt der Vater von Katharina (18), Lena (15), Philipp (8) und Clemens (6) lächelnd an.

Hausaufgaben als Aufgabe

Auch die Eltern und Mütter, die ihre Kinder zu Doris und Herbert Woletz bringen, reagieren positiv auf die „männliche Bezugsperson“ und empfinden die Tatsache, dass der Nachwuchs hier Familie in ihrer ureigensten Form kennenlernt, bereichernd. Als Tagesvater ist Herbert Woletz vor allem für die Erledigung der Hausaufgaben zuständig. „Da sitzen dann teilweise bis zu fünf Kinder am Tisch“, erzählt Doris Woletz. Er ist mit der springlebendigen Rasselbande auch gerne draußen. Die zu bändigen sei zu zweit einfacher. Mit dem Bügeln hingegen hat es der Tagesvater nicht, wie er freimütig einräumt. Tochter Katharina ist von seinen Kochkünsten ebenfalls wenig angetan. „Aber er ist der beste Wurstsalatschneider“, gibt es von der jungen Dame doch noch überschwängliches Lob.

ZUR PERSON

Herbert Woletz

Geboren: 08. Jänner 1951 in Wien

Wohnort: Klaus

Familienstand: verheiratet, 4 Kinder

Beruf: Tagesvater

Hobbys: Eisenbahnfahrten

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