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Schwerer Raubversuch, 19-jähriger verurteilt

19-jähriger verurteilt
19-jähriger verurteilt ©Canva
Ein 19-Jähriger ist am Dienstag am Grazer Straflandesgericht wegen versuchten schweren Raubes verurteilt worden: Er wollte im Juni eine Tankstelle überfallen.

Mit einem 25 Zentimeter langen Messer bewaffnet, schob er einen Notizzettel zur Kassiererin und forderte Geld. Die Frau schrie ihn an, woraufhin er flüchtete. Vor Gericht war der Angeklagte reumütig und bekannte sich schuldig. Er wurde nicht rechtskräftig zu 24 Monaten Haft - davon acht Monate unbedingt - verurteilt.

Durch Geldnot zur Tat gezwungen

Der Grund für den Überfall soll Geldnot gewesen sein. "Ich bin mit dem Geld, das ich verdiene, nicht ausgekommen", gab der frühere Leiharbeiter an. Den Notizzettel mit den Worten "Das ist ein Überfall. Ich habe eine Waffe. Gib mir ganz langsam das Geld aus deiner Kassa" schrieb er, um nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erregen, erklärte der junge Erwachsene dem Richter. Das Messer hatte er aus der Küche mitgenommen und in der Bauchtasche seines Sweaters versteckt. Nach dem Raubversuch habe er Zettel und Messer in die Mur geworfen, sagte der Grazer zum Richter.

"Ich habe es für einen Scherz gehalten. Ich habe gewartet, dass er anfängt zu lachen", meinte die Kassiererin der Tankstelle bei Gericht. Als sie sah, dass er mit seiner rechten Hand in die Tasche griff und sie darin ein Messer vermutete, forderte sie ihn forsch auf, zu verschwinden. Die Angestellte plädierte dennoch für einen Freispruch: "Lassen'S ihn heimgehen. Er ist fast noch ein Kind." Auch sei "kein Personenschaden" entstanden, gab sie zu bedenken. Im Gerichtssaal entschuldigte sich der 19-Jährige bei der Kassiererin.

Geplante Tat nicht verharmlosen

"Es wirkt heute sehr harmlos, ist es aber nicht", wandte Staatsanwalt Christian Kroschl hingegen ein. Schließlich handelte es sich um "eine geplante Tat", die auch "anders ausgehen hätte können", fügte er hinzu. Der Verteidiger beantragte ein "mildes Urteil", schließlich habe der Angeklagte den Tatentschluss währenddessen noch aufgegeben und die Tankstelle verlassen. Auch sei er unbescholten und stellte sich freiwillig.

"Wir glauben an Sie", sagte Richter Raimund Frei bei der Urteilsverkündung zum 19-Jährigen, jedoch sei der schwere Raub nur aufgrund des Handelns der Tankstellen-Mitarbeiterin gescheitert. Wegen der Milderungsgründe wurde dem Angeklagten die Möglichkeit einer Fußfessel eröffnet. Der 19-Jährige nahm das Urteil an. Der Staatsanwalt gab allerdings keine Erklärung ab, wodurch das Urteil nicht rechtskräftig ist.

(APA)

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