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Schweden arbeiten hart in Feldkirch

Das schwedische Leichtathletikteam bereitet sich in der Montfortstadt auf die WM in Berlin vor. Das Team holt sich den letzten Schliff – und sammelte Sympathien.

Ein Speer bohrt sich nach 65 Metern in den Boden, der Weitspringer landet einige Male jenseits der Sieben-Meter-Marke. Beim Einwerfen, beim Einspringen, wohlgemerkt. Allein die beiden schwedischen Athleten zeigen den wenigen Zaungästen im Waldstadion das Potenzial, das in den Athleten aus dem hohen Norden steckt. Im Vergleich zum an Einwohnern ungefähr gleich großen Österreich ist Schweden eine Weltmacht. Delegationsleiter Stevan Olsson erklärt die Leichtathletik-Stärke der Schweden so: “Wir haben schon mehr als hundert Jahre eine große Tradition in dieser Sportart. Unsere Weltmeister, Olympiasieger sind sehr populär, sie gelten in Schweden als große Vorbilder für die Jugend, jeder will ihnen nacheifern!” Carolina Klüft etwa zog die Massen nach ihrem Olympiasieg, WM- und EM-Titeln sowie dem Europarekord im Siebenkampf in ihren Bann. Das allein kann’s aber nicht sein Herr Olsson. “Stimmt”, führt der Schwede weiter aus, “in den letzten 25 Jahren wurden über ganz Schweden verteilt rund 30 Indoorhallen für Leichtathletik errichtet. Zudem haben wir ausgezeichnete Trainer bei vielen Vereinen, die eine hervorragende Basisarbeit leisten.” Alles eitel Wonne also bei den schwedischen Leichtathleten – oder doch nicht ganz: “Wir erleben gerade einen Generationenwechsel, einige Stars haben aufgehört, die jungen müssen das Prozedere Weltmeisterschaft erst lernen. Die vielen Zuschauer, die Stimmung, die lange Pause zwischen Aufwärmen und Wettkampf, das alles wird in Berlin für viele noch ungewohnt sein.” Aber die Schweden geben ihren Athleten Zeit.

Glücklich bei einer Medaille

Was beim Training auffällt, alle Teammitglieder (15 Athleten, 15 Betreuer) arbeiten intensiv – wie z.B. eine Masseuse: Nachdem sie Hochspringerin Emma Green massiert hat, holt sie sich den Sandrechen und ebnet dem Weitspringer Michel Tornèus die Sprunggrube nach dessen Trainingssprüngen. Sie sind eigentlich schon Stars, aber nahbar. Wie die sechsjährige Hanna, die mit ihren Eltern aus Schweden in die Montfortstadt gezogen ist, schon mehrfach am eigenen Leib erfahren durfte. Wie beim Mösle-Meeting in Götzis grüßen die Athleten die junge Dame mit schwedischen Wurzeln mit einem lässigen “Hej, Hanna”. Das, aber nicht nur das macht das Team sympathisch. Wenn die WM in Berlin am Wochenende beginnt, werden ein paar Vorarlberger, die mit dem Team Kontakt hatten, besonders genau schauen, ob ihre persönlichen Lieblinge Medaillen ergattern. Stevan Olsson hofft auf eine, “dann wären wir schon glücklich!”

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