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Schutz-Armbänder gegen K.O. Tropfen aus der Drogerie: Das falsche Signal?

K.O.-Tropfen Schutzarmbänder gibt es in Drogerien.
K.O.-Tropfen Schutzarmbänder gibt es in Drogerien. ©VOL.AT/Mayer
Sogenannte Schutz-Armbänder sind in Drogerien erhältlich. Doch was steckt wirklich dahinter? Brigitte Stadelmann vom Verein Amazone über Wirkung und Sinn der Armbänder und den Umgang mit K.O. Tropfen.
K.O.-Tropfen Schutzarmbänder
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"Hatte plötzlich nichts mehr im Griff"

"Trink bloß nicht aus fremden Gläsern" und "Lass dein Glas nicht aus den Augen" - diese Warnungen hört man im Zusammenhang mit Parties - zu Recht, könnte doch jemand in einem Moment der Unachtsamkeit K.O. Tropfen unter das Getränk mischen. In Drogeriemärkten gibt es mittlerweile "K.O. Tropfen Schutz-Armbänder" zu kaufen. Mit den Papier-Armbändern soll man laut Hersteller "ganz einfach" herausfinden können, ob etwas ins Getränk gemischt wurde. Sie testen auf die häufig verwendete Substanz GHB (Gamma-Hydroxy-Butyrat, auch bekannt als "Liquid Ecstasy"). Kommt der Verdacht auf, dass etwas mit dem eigenen Getränk nicht stimmt, tupft man einen Tropfen auf ein Testfelder am Bändchen. Enthält das Getränk K.O. Tropfen, verfärbt sich das Testfeld auffällig. An sich eine gute Idee, trotzdem ernten die Armbänder Kritik: Sie würden ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln, seien unzuverlässig. Der Hersteller hat sich bisher noch nicht zur Kritik geäußert.

"Bringt eigentlich nichts"

"Grundsätzlich ist zu sagen, dass alles, dass irgendwie Gewalt vorbeugt oder Gewalt verhindert, grundsätzlich gut ist und zu befürworten ist", erklärt Brigitte Stadelmann vom Verein Amazone in Bregenz. Bei den Armbändern sei das große Manko, dass sie nur einen Teil der Substanzen testen würden. "Das sugeriert ein Sicherheitsgefühl, dass eigentlich nicht richtig ist", so Stadelmann. "Das heißt, das Armband bringt eigentlich nichts." Schützen könne man sich am besten, in dem einfach keine offenen Getränke von Fremden annehme oder Getränke unbeaufsichtigt stehen lasse. Wenn man K.O. Tropfen vermutet, solle man sich an eine Person wenden, zu der man Vertrauen habe - etwa Freund oder Barpersonal. Wenn man eine Person sehe, die sich komisch verhalte, solle man sich um sie kümmern.

K.O. Tropfen Schutz-Armbänder findet man in Drogerien. Quelle: VOL.AT/Mayer

"Ist Lotta da?"

Der Verein Amazone selbst arbeitet für das Projekt "Lotta" mit der Polizei zusammen. Das Barpersonal wird dabei für sexualisierte Gewalt im Nachtleben geschult. "Ist Lotta da?" fungiert als Codewort oder -frage, das Personal bringt die betroffeen Person in Sicherheit. Man habe die Erfahrung gemacht, dass Mädchen beim "Weggehen" immer Angst oder Sorge hätten, dass es zu einem Übergriff komme. Es habe viel Aufklärungsarbeit zu K.O. Tropfen gegeben und man sei sehr gut informiert. Der Verein beantwortet Fragen und gibt Sicherheitstipps an Mädchen weiter. Leider gebe es in der Beratung immer wieder junge Frauen, die Opfer von K.O. Tropfen geworden seien. "Das ist leider ein häufiges Thema", gibt Stadelmann zu verstehen.

Horst Spitzhofer kennt die Gefahren von K.O.-Tropfen. Quelle: VOL.AT

Bisher keine Erkenntnisse

Die Polizei Vorarlberg sieht die Schutz-Armbänder kritisch: "Der Polizei ist bekannt, dass es solche Armbänder gibt. Es fehlen dazu jedoch jegliche Erkenntnisse", schreibt Kontrollinspektro Horst Spitzhofer auf VOL.AT-Anfrage. Auch in Vorarlberg kommt es immer wieder zu Fällen, in denen eine Person mit K.O. Tropfen in Kontakt kommt. "Die Wirkung beginnt je nach Dosis nach 15 Minuten und kann bis zu 4 Stunden anhalten", erklärt Spitzhofer. Sie verstärkt sich durch Alkohol und andere Drogen. "Zuerst kann Hochstimmung aufkommen, du bist aufgedrehter, kontaktfreudiger aber auch manipulierbarer als üblich", so der Sprecher der Polizei.

Nicht immer Fremde

Auch der Kontrollinspektor rät zu Vorsichtsmaßnahmen. Man solle etwa das Getränk nicht unbeaufsichtigt lassen und möglichst in Gruppen unterwegs sein. Wer vermutet, er stehe unter dem Einfluss von K.O. Tropfen, solle sich bemerkbar machen. "Auf Privatpartys und bei Dates kann es ebenso Angriffe gegen Mädchen und Frauen mit K.O. Tropfen geben. Nicht immer sind es Fremde oder Zufallsbekanntschaften", verdeutlicht Spitzhofer. Im Zweifel solle man immer die Rettung verständigen oder in eine Krankenhaus fahren. Es sei auch wichtig, den Verdacht auf K.O. Tropfen zu äußern, damit entsprechende Untersuchungen durchgeführt werden können. Eine Verständigung der Polizei und genaue Sachverhaltsschilderung sei fundamental damit entsprechende Ermittlungen eingeleitet und Vorsorgen getroffen werden können.

(Red.)

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