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SchülerInnenwettbewerb gegen Gewalt und Rassismus

Prämierung zum SchülerInnenwettbewerb 2012 fand im K-Shake statt.
Prämierung zum SchülerInnenwettbewerb 2012 fand im K-Shake statt. ©Kath. Kirche Vorarlberg / Hans Rapp
  Ausgezeichnet! – Die Preisträger des SchülerInnenwettbewerbs gegen Gewalt und Rassismus stehen fest. Sieben Schulklassen beschäftigten sich in den vergangenen Monaten mit dem Thema ‚Menschlichkeit’. Elf Projekte wurden zum SchülerInnenwettbewerb anlässlich der Seligsprechung Carl Lamperts eingereicht. Kürzlich war Preisverleihung im K-Shake in Röthis – Feierlaune inklusive.


 

Röthis (PDF) Die Stimmung im K-Shake in Röthis war fröhlich und ausgelassen. Und das nicht nur bei den vier Haupt-Preisträgern des SchülerInnenwettbewerbs gegen Gewalt und Rassismus. Denn anschließend an die Preisverleihung feierten die SiegerInnen gemeinsam mit allen Teilnehmenden, mit Freunden und Interessierten einfach weiter. Für die Musik sorgte übrigens Resident DJ Martin K.

Die Preise sind vergeben
Doch zunächst zum Anlass der Feierstunde. Anlässlich der Seligsprechung Carl Lamperts im vergangenen November und des bevorstehenden „Gedenktages gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“, der am 5. Mai begangen wird, hatte die Katholische Kirche Vorarlberg gemeinsam mit dem Verein erinnern.at und dem K-Shake einen SchülerInnenwettbewerb ausgeschrieben.
Sieben Vorarlberger Schulklassen hatten sich daran beteiligt und insgesamt elf Projekte eingereicht. An der Jury lag es nun, vier Hauptpreise, zwei Anerkennungspreise und einen Sonderpreis zu vergeben.  

So sieht’s die Jury
„Die eingerechten Arbeiten wiesen insgesamt eine große Bandbreite an Gestaltungsformen auf. Filme, Zeichnungen, Kochkurs, Sozialprojekt, Song, Buch, etc. Die teilnehmenden SchülerInnen haben sich auf verschiedensten Ebenen mit dem Thema ,Menschlichkeit’ auseinander gesetzt. Die vier Projekte, die mit einem Hauptpreis ausgezeichnet wurden, haben  sich in Bezug auf die Intensität der Auseinandersetzung und deren Ausgestaltung klar von den übrigen Projekten abgehoben. Zusätzlich werden zwei Projekte mit einem Anerkennungspreis und ein Projekt mit einem Sonderpreis ausgezeichnet“, erklärt Mag.a Patricia Begle, die gemeinsam mit Heino Mangeng von Jugend Initiativ, dem Historiker Werner Bundschuh von ‚erinnern.at’ und K-Shake-Macher Thomas Krobath die Jury stellte.

Mit einem ersten Preis ausgezeichnet wurde der Film „…dass Menschen wieder Menschen werden“ (6b, Privatgymnasium Riedenburg), der Film „Unbewusst anders“ (5 HLWB Institut St. Josef), das Projekt „Kindernachmittag – Maria Rast“ (3 HLWA Institut St. Josef) und das Projekt „Graubuch“ (7ArB Bundesgymnasium Dornbirn).

“Menschen sind Menschen”
„Was mir eindrücklich geblieben ist, ist der Satz des Flüchtlings, den wir besucht haben: ,Menschen sind Menschen, egal ob schwarz oder weiß’“, erzählt eine Schülerin des PG Riedenburgs.

Gefeiert wurden im K-Shake nicht nur die PreisträgerInnen, sondern vor allem auch das große Engagement, mit dem sich SchülerInnen mit den Mechanismen von Gewalt und Rassismus auseinander setzten.

Die Jurybegründung der prämierten Projekte

„…dass Menschen wieder Menschen werden“ (Film)
6b, Privatgymnasium Riedenburg – Lehrerin: Margit Willi

Der Film veranschaulicht, was Ausgrenzung bedeuten kann, welche Gefühle und Sehnsüchte sie auslöst. Mit einfachen Mitteln setzen die Schülerinnen das Thema in ihre direkte Umgebung, was für die Zuschauenden eine Identifikation gut ermöglicht. Das Gespräch mit einem afrikanischen Flüchtling bringt eine weitere Dimension des Themas ins Spiel. Der direkte Kontakt mit einem Betroffenen löst Betroffenheit aus und macht ‚Flucht’ auf sehr direkte Art und Weise fassbar. Mit dem ‚happy end’ gibt der Film ein Hoffnungszeichen und zeigt, dass Lösungen und Menschlichkeit möglich sind.
In gestalterischer Hinsicht weist der Film einen gut überlegten Einsatz verschiedener filmischer Mittel auf. Dadurch wird er kurzweilig, die wesentlichen Dinge werden deutlich und er lässt Zeit zum Nachdenken.

„Unbewusst anders“ (Film)
HLWB Institut St. Josef – Lehrerin: Julia Ritter

Der Film thematisiert anhand einer Alltagssituation die Hilfsbereitschaft von Menschen gegenüber verschiedenen Personen. Er will herausfinden, inwiefern sich das Äußere einer Person auf die Hilfsbereitschaft anderer auswirkt. Durch die Auswahl der Alltagsszene kann sich der Betrachtende leicht in die Situation hinein versetzen und findet sich gleich wieder. Das regt dazu an, das eigene Verhalten zu überdenken.
Die Gestaltung des Filmes ist sehr originell. Das Verschriftlichen der Passanten-Aussagen vermittelt das Wesentliche in aller Kürze – was den Film sehr kurzweilig macht und die Zusehenden aktiv hält. Die Musik verleiht dem Film eine Leichtigkeit, die es den Zusehenden einfach macht, sich auf das Thema einzulassen.

„Maria Rast“ (Projekt)
3 HLWB Institut St. Josef – Lehrerin: Christine Vonbrül

Das Projekt „Maria Rast“ schafft direkten Kontakt zu Flüchtlingen – wohl die wirksamste Art und Weise, um Vorurteile zu hinterfragen und sich ein eigenes Bild zu machen. Die Schülerinnen haben für den Nachmittag mit den Flüchtlingen in Maria Rast ein Programm ausgewählt, das ein In-Kontakt-Treten leicht macht: spielen, basteln, kochen, essen, Musik – das sind Dinge, die sogar ohne gemeinsame Sprache möglich sind.

Graubuch“ (Projekt)
7ArB Bundesgymnasium Dornbirn – Lehrerin: Karin Bitschnau

Im Projekt „Graubuch“ haben sich SchülerInnen mit unterschiedlichen Epochen der Kirchengeschichte auseinander gesetzt. Den Focus bildeten dabei die Fragen: Was gefährdet bzw. fördert Menschlichkeit. Die Thesen, die die SchülerInnen dabei aufgestellt haben zeigen, dass sie sich intensiv und selbständig mit der jeweiligen Epoche beschäftigt haben. Wie schon der Titel „Graubuch“ vermuten lässt, haben die SchülerInnen gelernt, historische Ereignisse differenziert wahrzunehmen und nicht auf ‚schwarz’ und ‚weiß’ zu reduzieren.

 

Anerkennungspreise

human right (Projekt)
FW Dornbirn – LehrerIn: Sigrid Einwaller und Fabian Jochum

Das Projekt der FW Dornbirn ist fächerübergreifend (Religion und Bildnerisches Gestalten). Die Arbeiten der SchülerInnen zeigen eine sehr individuelle Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Mensch-Sein, Menschenwürde, Menschenrechte’. Die Werke verweisen mit Bild- und Textausschnitten aus Zeitschriften auf die Alltagswelt, auf die gegenwärtige Gesellschaft mit all ihren Fragen.

Land der Menschlichkeit (Projekt)

Religionsgruppe der 6ArBC Bundesgymnasium Dornbirn – Lehrerin: Karin Bitschnau

In Kleingruppen hat sich die Religionsgruppe dem Thema ‚Menschlichkeit’ genähert. Dabei sind unterschiedliche Lebensbereiche betrachtet worden (Schule, Familie, Gesellschaft). Neben einer Analyse ihres Umfeldes entwerfen die SchülerInnen eine Alternative – das Land der Menschlichkeit. Im Kurzfilm ‚Schule des Respekts’ zeigen sie anhand klassischer Schulszenen, wie respektvoller Umgang aussehen kann. Dabei wird klar, dass dieser sich schon in kleinen Gesten zeigt. Bei der Darstellung des Ergebnisses wird deutlich, wie eigenständig und kreativ sich die SchülerInnen eingebracht haben.

Sonderpreis

Auf den Spuren des Gedenkens der NS-Euthanasie im Bregenzerwald

4b, Mittelschule Au – Lehrer: Andreas Hammerer, Thomas Rüscher

Im Unterricht hat sich die Klasse mit den Morden des NS_Regimes an psychisch und physisch beeinträchtigten Menschen auseinander gesetzt. Anlässlich des Gedenktages am 5. Mai wurden die acht Gedenkstätten im Bregenzerwald besichtigt. Dokumentiert werden die Erfahrungen in Form eines Folders, der in Zukunft auch anderen Jugendlichen zur Verfügung stehen wird. Ausgezeichnet wurde das Projekt, weil es sich auf sehr direkte Art der Vergangenheit stellt.

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