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Schröder: Kein Sieger in Sicht

Das Rennen um den künftigen Hausherren läuft so spannend ab, wie allgemein erwartet worden war. Der amtierende Präsident George W. Bush und sein Herausforderer John F. Kerry saßen wie schätzungsweise mehr 150 Millionen vor den Fernsehschirmen und fieberten der Bekanntgabe des Siegers entgegen. Peter W. Schröder, Washington

Die Stunden zogen sich dahin und kein US-Fernsehsender wagte eine Prognose. Möglicherweise wird erst im Laufe des heutigen Mittwoch klar werden, ob Bush im Weißen Haus bleiben darf oder die Schlüssel an Kerry herausrücken muss.

Schon kurz vor der Schließung der ersten Wahllokale an der amerikanischen Ostküste erklärten Fernsehsender Bush zum Gewinner in Indiana, Kentucky und Georgia. Kerry wurde der Ministaat Vermont zuerkannt. Die Sender stützten ihre Prognosen hauptsächlich auf Befragungen von Wählern beim Verlassen der Wahllokale. Mit irgendwelchen mysteriösen Computerprogrammen wurden die Ergebnisse dann hochgerechnet.

Mit der ersten Prognose um 01:40 MEZ ging Bush mit 34 Wahlmännerstimmen gewaltig in Führung. Kerry musste sich mit mageren 3 Wahlmännerstimmen zufrieden geben. Um Präsident zu werden, muss ein Kandidat mindestens 270 Wahlmännerstimmen bekommen und die Nacht ist noch lang.

Keine 20 Minuten später wird Bush von Kerry überholt. Die Staaten New Jersey, Illinois, Connecticut, die Hauptstadt Washington, Maryland, Massachusetts und Delaware, sowie drei Wahlmännerstimmen von Maine gehen an Kerry. Bush muss sich mit prognostizierten Siegen in Tennessee, Alabama und Oklahoma zufrieden geben. Jetzt steht das Rennen bei 77 Wahlmännern für Kerry und 66 für Bush.

Aber das alles lässt noch keinen Rückschluss auf das mutmaßliche Endergebnis zu. Den Ausschlag werden die großen Staaten wie Florida, Ohio und Pennsylvania geben, in denen sich die beiden Kandidaten offensichtlich ein Kopf an Kopf-Rennen liefern. „Wenn Kerry in Ohio und Pennsylvania siegt”, sagen die Kommentatoren übereinstimmend, „wird Bush die Wahl verlieren”.

Um 02:30 Uhr MEZ werden Wahlsiege von Bush in South Carolina und Virginia vorausgesagt. Um 02:40 muss Kerrys Vizepräsidentschafts-Kandidat John Edwards alle Hoffnungen begraben, die Stimmen seines Heimatstaates für den Boss zu holen. Keine halbe Stunde später räumt Bush alle Wahlmännerstimmen im mittleren Westen der Vereinigten Staaten ab: North Dakota, South Dakota, Wyoming, Kansas, Nebraska und Texas sind Bush- Country, womit auch Jeder gerechnet hatte.

Um 03:05 Uhr entschieden sich die Wähler in New York und Rhode Island erwartungsgemäss für Kerry. Drei Minuten später verstärkten Bush-Wahlsiege in Louisiana und Mississippi das Wahlmänner-Konto des amtierenden Präsidenten auf 171, während Kerry wieder mit 112 Wahlmännerstimmen zurücklag.

Um 03:50 Uhr bat der Präsident Kamerateams des Fernsehen in die Privaträume des Weißen Hauses, um dem Volk seine gesammelte Grossfamilie mit Töchtern, Eltern, Brüder, Onkel, Tanten und zwei Dutzend „engsten Freunden” vorzustellen. An der Westküste der USA waren die Wahllokale noch geöffnet und der „nichts als Zuversicht” bekundende George Bush konnte der Versuchung nicht widerstehen, die verehrten Wahlberechtigten zum Urnengang zu ermuntern.

Um 04.00 Uhr fiel Utah an Bush, um 04:12 folgte Arkansas und 04:14 Missouri. Jetzt stand es 193 Wahlmännerstimmen für Bush und 112 für Kerry. Da tauchte Kerry-Tochter Vanessa auf allen Fernsehkanälen auf und übermittelte herzliche Grüsse vom Kandidaten. Der Herr Papa sei mit den bisherigen Ergebnissen nichts als zufrieden. Denn alles sei so abgelaufen wie erwartet. Wenn auch die noch ausstehenden Wahlergebnisse so würden wie fest eingeplant, werde der nächste Präsident mit Sicherheit John F. Kerry heissen.

Tatsächlich sagten die bisherigen Ergebnisse rein gar nichts über das kommende Endergebnis aus. Denn in den vermutlich wahlentscheidenden Staaten Ohio, Pennsylvania und Florida war in den meisten Wahlbezirken noch gar nicht mit dem Zählen begonnen worden. In Pennsylvania ordneten Richter per Eilverfügung an, dass die Wahllokale teilweise bis lange nach Mitternacht Ortszeit geöffnet bleiben mussten. Als Wahlvorstände die Türen schliessen wollten, hatten riesige Mengen wahlwilliger Amerikaner in Sprechchoren gefordert: „Wir wollen wählen”.

Selbst wenn alles halbwegs glatt geht, müssen Bush, Kerry, die Nation und die Welt noch einige bange Stunden ausharren.

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