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Schröcksnadel legte Funktion zurück

Peter Schröcksnadel hat am Dienstag unmittelbar vor der Dringlichkeitssitzung des Vorstandes des Österreichischen Olympischen Comitees (ÖOC) seine Funktion als ÖOC-Vize-Präsident zurückgelegt.

Peter Schröcksnadel hat am Dienstag Konsequenzen aus dem Konflikt mit dem Österreichischen Olympischen Comitees (ÖOC) gezogen. Der Präsident des österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV) zog sich als Vize-Präsident des ÖOC zurück. ”Ich habe erkannt, dass ich mich als Funktionär im ÖOC nicht eigne, zumal ich in dieser Funktion die Interessen des ÖSV und seiner Athleten nicht wie von mir gewohnt vertreten kann. Aus diesen Gründen habe ich mich entschlossen, mich als Vizepräsident des ÖOC zurückzuziehen”, begründete Schröcksnadel in einer Presseaussendung vor der Dringlichkeitssitzung des ÖOC-Vorstandes seinen Schritt. Von Seiten des ÖSV wird niemand in den Vorstand des ÖOC nachnominiert.

Die massiven Differenzen hatten sich an der Doping-Affäre österreichischer Langläufer und Biathleten bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin, wo ÖSV-Sportler 22 von 23 ÖOC-Medaillen gewonnen hatten, entzündet. Nun aber sah sich Schröcksnadel, der dem ÖSV seit Juni 1990 ehrenamtlich vorsteht und seit 2005 auch ÖOC-Vizepräsident war, nicht nur wegen der harten Sanktionen des IOC zum Rücktritt aus dem ÖOC veranlasst. Die Vertrauensbasis zwischen ihm und dem ÖOC sei nicht mehr gegeben, hieß es in der Aussendung. Weiters: “Machtpolitische Überlegungen sind in der Verwaltung des ÖOC meinem Empfinden nach wichtiger als sportliche Interessen.”

Die Doppelfunktion sei “nicht mehr tragbar”, er wolle “Athleten, auch wenn sie vielleicht schuldig sind, eine Chance auf eine ordentliche Vertretung geben”, erklärte der 65-Jährige. Als dritten Grund für seinen Rückzug nannte der ÖSV-Präsident die Bewerbung von Salzburg für die Olympischen Winterspiele 2014. ”Für den österreichischen Sport wäre eine erfolgreiche Bewerbung sehr wichtig. Keinesfalls soll es heißen, dass durch meine Person diese dadurch gefährdet wird”, erklärte er.

Hart will der Ski-Verband gegen den Doping-Experten Hans Holdhaus vorgehen und hat die Einreichung einer Klage angekündigt. Holdhaus hatte in einem Interview mit der Tageszeitung “Österreich” (Ausgabe vom 27.5.) erklärt: “Es ist in einem gut organisierten Verband wie dem ÖSV völlig unmöglich, dass sechs Sportler in einem Mannschaftsquartier dopen, ohne dass das der Verband – bis zur Spitze – mitbekommen.”

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