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Schöner warten auf den Bus - Projekt BUS:STOP im Bregenzerwald steht

Internationale Baukünstler entwarfen Krumbacher Bushäuschen.
Internationale Baukünstler entwarfen Krumbacher Bushäuschen. ©VOL.AT/Hofmeister
Krumbach - Sieben neue Bushaltestellen - jede für sich ein Kunstwerk - stehen seit Mai im Bregenzerwälder Dorf Krumbach. Entworfen haben sie sieben internationale Architekturbüros. Vorarlberger Architekten und lokale Handwerker haben sie dabei unterstützt. Dem Prozess der Entstehung der sieben "Wartehüsle" widmet sich das vai Vorarlberger Architektur Institut bis 2. August in einer Ausstellung.
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Einzigartige „Bushüsle“ in Krumbach

In den sieben neuen Buswartehäuschen in Krumbach werden in Zukunft wohl nicht nur Fahrgäste zu sehen sein. Auch für Architekturbegeisterte sind die teils eigenwilligen Entwürfe eine Reise wert. Sieben internationale Baukünstler, darunter der russische Architekt Alexander Brodsky, der Japaner Sou Fujimoto und Pritzker-Preisträger Wang Shu, entwarfen nach einem dreitägigen “study-trip” im Ländle, in der sie sich mit der Landschaft und Kultur des Bregenzerwaldes auseinandersetzten, sieben Wartehäuschen für das Projekt BUS:STOP. Dabei war die Entlohnung eher unüblich: ein einwöchiger Urlaub im Bregenzerwald.

Freiheiten für Künstler

So entstanden Busstationen, die wie Skulpturen Akzente in der sanft gewellten Landschaft des Bregenzerwaldes setzen. Bei ihren Entwürfen ließ man den Künstlern alle Freiheiten, Bedingungen waren lediglich ein Bezug zur Region, widerstandsfähiges Material sowie Funktionalität. Über die Funktionalität mancher der neuen Busstationen mag man streiten, interessant sind sie aber allemal. Der Wald aus filigranen Stäben des Japaners Sou Fujimoto ist eine Weiterentwicklung seines temporären Pavillons für die Serpentine Gallery in London. Sami Rintala und Dagut Eggertsson aus Norwegen sorgen mit einem Wartehaus, das gleichzeitig als Zuschauertribüne für den angrenzenden Tennisplatz dient, für Multifunktionalität und das spanische Büro Ensamble Studio stapelte Eichenbretter zu einem Holzverschlag.

Von der traditionellen Baukunst ließ sich der Chilene Smilan Radic inspirieren, der 2014 den Serpentine Pavillon in London gestalten wird. Mit seiner auf das Wesentliche reduzierten Glaskonstruktion zitiert er die traditionelle Wälderstube durch Eichenstühle, die geringe Raumhöhe und die Kassetten-Decke, transferiert das Ganze aber nach draußen und setzt die Wartenden der Außenwelt aus. De Vylder, Vinck, Taillieu aus Belgien orientierte sich an den Alpen und gestaltete ein Wartehäuschen aus dreieckigen, zusammengeschweißten Stahlplatten. Der Entwurf des Chinesen Wang Shu erinnert an eine Camera Obscura, die zum Genuss der Landschaft einlädt. Der Russe Alexander Brodsky erschuf einen Turm von archaischer Präsenz, mit Öffnungen nach allen Seiten, auf drei Seiten verglast.

“Engagement war unglaublich”

Die Idee zum Projekt BUS:STOP kam vom Verein “Kultur Krumbach”, der vom Direktor des Architekturzentrums Wien, Dietmar Steiner, der BUS.STOP auch kuratierte, Kontakte zu Stararchitekten erhielt. Zunächst glaubte niemand so recht an die Realisierung. Am wenigsten Steiner selbst. “Es dauerte eine Weile, bis ich das Projekt ernst genommen habe”, sagte er bei der Presseführung zur Ausstellung BUS:STOP im vai in Dornbirn. Völlig überrascht waren dann Steiner und der Krumbacher Bürgermeister Arnold Hirschbühl, wie schnell alle angefragten Weltarchitekten zusagten. Bereichernd sei vor allem der Austausch mit den Baukünstlern gewesen.

Finanziert hat der Verein “Krumbach Kultur” das Projekt aus Spenden, zahlreiche der beteiligten Handwerker haben ihre Leistungen nicht in Rechnung gestellt. “Das ganze ehrenamtliche Engagement war unglaublich”, betonte Steiner. “Ich kann mir in Österreich keine andere Region vorstellen, in der das in dieser umfassenden Dimension möglich gewesen wäre.”

Der einzigartigen Geschichte des Projekts widmet sich deshalb auch die Ausstellung im vai, die von 8. Mai bis 2. August zu sehen ist. Sie wird in Kontext gestellt mit dem Umfeld der regionalen Entwicklung Vorarlbergs wie auch der internationalen Architekturszene. Gezeigt werden Modelle, Fotos des Bregenzerwälder Fotografen Adolf Bereuter, der das Projekt von Anfang an begleitete, und Filme, die einen Einblick in die Kulturlandschaft des Bregenzerwaldes, in die regionale Architektur- und Handwerksszene und die in diesem Umfeld entstandenen Bushäuschen geben. Von 17. September bis 6. Oktober ist die Ausstellung BUS:STOP Krumbach auch im Architekturzentrum Wien (AzW) zu sehen.

(APA)

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