"Schock sitzt so tief, dass ich andere Eltern warnen wollte"

©Paulitsch
Ein unbekannter Mann soll in Götzis an Haustüren klingeln und Kinder fragen, ob sie alleine zu Hause sind.

Die Polizeiinspektion Götzis bestätigte auf VOL.AT-Anfrage die Meldung eines Falles. Jedoch blieb eine Fahndung nach dem Mann erfolglos. Die Götznerin Manuela Wilfinger-Benzer richtet sich nun mit einem Appell an die Vorarlberger: "Gebt auf eure Kinder acht, lasst sie nicht allein Zuhause."

Die Familie wohnt in der Nähe der Lastenstraße in Götzis. Das Grundstück ist rundum eingezäunt, ihre Kinder lässt sie nie alleine. "Unser Grundstück grenzt an ein Firmengebäude, direkt an einen Gehweg der Gemeinde, der bis zur Lastenstraße reicht. Den Gehweg haben wir mit einer Holztür abgetrennt, damit die Anrainer, die den Weg kennen, auch benutzen können", erklärt die Zweifach-Mama.

Die Götznerin vermutet, dass der Mann durch diese Holztüre gekommen sein muss.

Manuela legte an diesem Tag ihre erst zwei Monate alte Tochter schlafen, ging nach oben um die Wäsche zu machen, während ihr fünfjähriger Sohn mit Spielen beschäftigt war. "Plötzlich klingelte es an der Haustüre. Mein Sohn schrie, ob er aufmachen dürfe. Ich hatte es ihm erlaubt, da ich mir sicher war, dass es eine Bekannte wäre, die mir noch etwas vorbeibringen wollte." Daraufhin hörte sie, wie ihr Sohn jemandem antwortete: "Nein, Mama ist im oberen Stock." Bis dahin war für Manuela immer noch klar, dass es ihre Bekannte wäre. "Dann hörte ich aber, wie mein Sohn sagte 'nein, Papa ist nicht da. Papa ist noch auf der Arbeit'."

"Der unbekannte Mann fragte meinen Sohn, ob er alleine wäre"

Spätestens da wurde der Zweifach-Mama klar, dass das nicht ihre Bekannte sein konnte. Die Götznerin hörte ihren Hund wie wild bellen, rannte nach unten. "Ich fragte meinen Sohn, wer das war - er meinte nur 'ein Mann'. Ich hab dann überall nachgesehen, doch ich konnte niemanden mehr sehen. Später hat er mir dann erzählt, dass er geöffnet hatte und der Mann ihn gefragt hätte, ob er alleine wäre." Manuela hat in der ganzen Nachbarschaft nachgefragt, ob jemand etwas gesehen hat - doch leider Fehlanzeige. "Eine meiner Nachbarinnen sah dann auf ihrer Kamera nach, ob sie wen kommen oder gehen sah, aber nein. Somit war für mich klar: der Mann muss durch die Holztüre gekommen sein." Die Götznerin rief die Polizei, die daraufhin Streife fuhren, doch leider keine Spur des Mannes.

"Lasse ihn jetzt nicht mehr alleine die Haustüre öffnen"

"Ich denke, jeder würde alles dafür tun, was von ihm verlangt wird, wenn das eigene Kind bedroht wird. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was alles hätte passieren können. Mein Sohn ist nie alleine zu Hause, auch nicht für fünf Minuten. Er darf jetzt natürlich auch nicht mehr alleine an die Haustüre oder nach draußen in den Garten zum Spielen. Aber ich denke, dass im Moment sicher einige Kinder des Öfteren alleine sind, weil der 2. Lokdown keine Betreuungsfreistellung mehr vorsieht und die Eltern arbeiten müssen oder auch einmal einkaufen. Der Schock sitzt so tief, dass ich andere Eltern einfach warnen möchte. Die Holztüre haben wir erstmal abgesperrt, die ganze Nachbarschaft weiß Bescheid. Viele davon haben selbst kleine Kinder. Ich hoffe, dass mein Schlaf bald wieder zurückkehrt, denn im Moment bin ich bei dem kleinsten Geräusch wach, aus Angst, jemand könnte meinen Babys weh tun."

Präventionstipps des Bundeskriminalamts

  • Offene Gartentüren, Garagentore oder Hofeinfahrten, die nicht verschlossen sind, laden geradezu ein, ein Grundstück zu betreten. Bauen Sie selbst schließende Gartentore oder Tore mit elektrischem Türöffner ein. Mit einer Türsprechanlage oder einer Videoanlage können Sie schon im Vorfeld eine Überprüfung ihrer Besucher vornehmen.
  • Schrecken Sie Einbrecher durch eine möglichst lückenlose Außenbeleuchtung ab, nach Möglichkeit in Verbindung mit Bewegungsmelder. Einbrecher scheuen das Licht. Auch Hauszufahrten sollten ausreichend beleuchtet sein.
  • Vermeiden Sie vor allem an einbruchsgefährdeten Stellen eine unübersichtliche Bepflanzung direkt am Haus. Entfernen Sie alles, was Einbrechern als „Kletterhilfe“ (Leitern, Müll- Wassertonnen, Gartenmöbel, Rank Gitter, Haus nahe Bäume) nützlich sein könnte.
  • Setzen Sie auf Nachbarschaftshilfe.

(VOL.AT)

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