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„Schiibo Schlacho“ als Liebesgarant

Florian Brunold und Daniel Hämmerle sind schon echte Profis im "Schiibo Schlacho"
Florian Brunold und Daniel Hämmerle sind schon echte Profis im "Schiibo Schlacho" ©Bianca Nekrepp
Vergangenen Samstag wurden unzählige „Schiibo“ in den Himmel geschickt.
"Schiibo Schlacho" bei den Pfadis in Lustenau

Lustenau. „Buobofröüda, Jugendzit, i wuoß nid, was as Schüönr‘s git. Die alto Brüüch, di alto Sitta, sind das Schüönscht zu alla Zitta.“ so schrieb Lustenauer Mundartdichter Hannes Grabher über das „Schiiboschlacho“. Beim Scheibenschlagen werden Holzscheiben mit einem Loch in der Mitte auf selbstgeschnitzte Stäbe gesteckt. Ist die Scheibe platziert, wird der Stab ins Feuer gehalten, bis diese am Rand zu glühen beginnt. Um die Glut weiter anzuheizen, wird der Stab in der Luft geschwenkt. Schnell geht es dann zur Rampe und mit Schwung wird der Stab wie ein Golfschläger geführt und die „Schiibo“ soweit weggeschleudert wie es geht.

Hundert Jahre alter Brauch

Wer der Meinung ist, dass das „Schiiboschlacho“ ein Lustenauer Brauch ist, irrt. Im Montafon, im Allgäu und im Tirol ist dieser Brauch weit verbreitet und wird seit hunderten Jahren praktiziert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Brauch in Südhessen (Deutschland). Damals wurde damit der Winter ausgetrieben und mit jeder Scheibe ein Wunsch in den Himmel geschickt. „Früher wurden richtige Scheibensprüche aufgesagt“, erzählte Stefan Koch, von den Lustenauer Pfadfinder. „Meist schickten die Buben Liebeswünsche in den Himmel, in der Hoffnung die Angebetete würde sich in sie verlieben. Aber auch eine gute Ernte wünschten sich die Menschen früher“, führt er weiter aus. Heute ist es mehr ein Spaß für Kinder und wird jedes Jahr am Wochenende nach dem Funken veranstaltet.

Für das leibliche Wohl bereiteten die Lustenauer Pfadis ihre beliebten „Käsdönnola“ zu. Auch Würste und Waffeln ließen die Besucherherzen höher schlagen.

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