Scheider: "Bin auf Kommissäre sauer"

Der Lochauer DTM-Pilot Timo Scheider ärgert sich über seine Disqualifikation beim vierten Saisonlauf.

VN: Audi hat sich in Zandvoort wegen der offensichtlichen Stallorder für Mattias Ekström bei den Fans nicht gerade viele Freunde gemacht.
Scheider:
Der Umstand hat wirklich hohe Wellen geschlagen. Dass die Fans damit keine Freude haben, ist für mich nachvollziehbar. Aber: Für das Team ist es wirklich verdammt schwer, hier den richtigen Spagat zu finden. Am Lausitzring hatten sich mehrere Audi-Fahrer gegenseitig eliminiert. Hinterher hat es von unserem Rennsportchef Dr. Wolfgang Ullrich ein ordentliches Donnerwetter gegeben. Er hat uns klar zu verstehen gegeben: Ist ein Markenkollege deutlich schneller, wird ihm ab sofort umgehend Platz gemacht.

VN: In einer Fachpresse war zu lesen, dass du am Norisring ebenfalls einen Funkspruch bekommen hättest, um Ekström vorbeizulassen, du dich dem aber widersetzt hättest?
Scheider:
Das ist korrekt, aber der betreffende Journalist hat nicht genau recherchiert – ich habe ihn in Zandvoort zur Rede gestellt. Am Norisring hat lediglich mein Renningenieur die Weisung von Dr. Ullrich nochmals wiederholt, dass wenn Ekström schneller sein sollte, ich ihn ziehen lassen solle. Nach wenigen Runden war ich dann aber der Schnellere und damit hatte sich das erledigt.

VN: Also kein Knatsch zwischen dir, Ekström und Dr. Ullrich?
Scheider:
Quatsch! Ich ver­stehe, dass die Presse versucht, reißerisch zu sein, und probiert, ein Teamduell anzuheizen. Ich kann nur wiederholt bekräftigen: Es ist Team-intern alles okay, und mit Wolfgang Ullrich komme ich absolut prima aus.

VN: Du hast dich ziemlich über die Disqualifikation für deinen achten Platz nach Rennende in Zandvoort geärgert.
Scheider:
Allerdings! Das war eine reine Willkür der Rennkommissäre. Die haben mich aus der Wertung rausgeworfen, weil ich angeblich zu spät zum Wiegen kam. Ich bin aus Angst vor Spritmangel nach der Zielflagge ausgerollt. Das Zurückschleppen an die Box dauerte, dann gab ich noch zwei Interviews, ehe ich nach 24 Minuten auf der Waage stand. Aber: Es gibt hier keine genau definierte Zeitvorgabe im Reglement. Das Team erwog zwar, einen Protest einzulegen, wollte dann aber die Rennleitung wegen der anderen Geschichte nicht noch mehr reizen. Sollte es nachträgliche Disqualifikationen wegen der Stallorder-Geschichte geben, hätte ich nach vorne gereiht werden müssen. Ich sage es einmal so: Da sind mir womöglich wichtige Punkte zu Unrecht genommen worden.

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