„Schau hin. Misch dich ein“

Julia Behrens, Marc Hofmann, Julia Stimpfl, Ajang Rezayati und Linda Marte (vlnr.) präsentierten die Plakate.
Julia Behrens, Marc Hofmann, Julia Stimpfl, Ajang Rezayati und Linda Marte (vlnr.) präsentierten die Plakate. ©Montiperle
Schlins. Mit einer Plakatkampagne soll in Schlins das Bewusstsein für Zivilcourage im öffentlichen Raum gestärkt werden. Die Kampagne ist das Ergebnis eines Projekts der Fachhochschule Vorarlberg.
Plakat-Präsentation "Schau hin. Misch dich ein."

Die Gemeinde Schlins ist immer wieder mit Beschwerden konfrontiert, was das Verhalten von Kindern und Jugendlichen betrifft – insbesondere auf dem Schulweg zu den Betreuungseinrichtungen PaedaKoop und Jupident. Gemeinsam mit der Fachhochschule Vorarlberg wurde nun ein Projekt initiiert, das sich der Herausforderung annimmt.

Man braucht ein ganzes Dorf

„Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Mit diesem Leitspruch begann die Umsetzung des Projekts. Das Ziel war, die Bevölkerung zu sensibilisieren, um Verantwortung zu übernehmen und Zivilcourage zu zeigen. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schlins und den ortsansässigen Schulen wurde das Projekt auf Basis der „Neuen Autorität“ entwickelt. Erarbeitet wurde es von Linda Marte, Julia Behrens, Ajang Rezayati, Marc Hofmann, Julia Stimpfl und Kim Leonhardt fachübergreifend in „Sozialer Arbeit“ und „Business Process Management“. Die betreuenden Dozenten waren Martin Fellacher und Martin Meusburger.

Wir müssen uns einmischen

Die praktische Umsetzung war den Studierenden ein großes Anliegen, die fertigen Plakate wurden schließlich vor dem Gemeindeamt Schlins präsentiert und feierlich übergeben. „Wir müssen uns einmischen“, unterstrich Bürgermeister Wolfgang Lässer die Bedeutung der Aktion. „Wir tragen nicht nur die Verantwortung für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ Das ganze Dorf sei gefordert, präsent zu sein und mitzuwirken. Auf den Plakaten befinden sich Impulse zum Abreißen und Mitnehmen.

Nicht wegsehen!

Doch was kann man konkret tun, wenn man eine Konfliktsituation beobachtet? „Nicht wegsehen ist das Wichtigste. Sich selbst präsent machen und Raum einnehmen“, erklärt Linda Marte. Die meisten Situationen könnten dadurch bereits entschärft werden, bestätigen die Expert:innen. Die weiteren Schritte sind „Stopp“ zu sagen und sich Unterstützung zu holen – aus dem direkten Umfeld oder in gefährlichen Situationen durch die Polizei.

Aufeinander schauen

Jupident-Geschäftsführer Manfred Ganahl bedankte sich bei den Studierenden für ihre Arbeit und die gelungenen Plakate. Die Schülerinnen und Schüler des Jupidents werden die Plakate in den kommenden Tagen aufhängen – „um auch den Kindern und Jugendlichen bewusst zu machen, dass die Menschen in Schlins jetzt noch besser aufeinander schauen.“

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