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Schattenburgmuseum |Epitaphe und Tafelbilder in der Vogtei

Maria Magdalena möchte Christus die Füße salben, dieser wehrt mit den Worten "Noli me tangere" ab.
Maria Magdalena möchte Christus die Füße salben, dieser wehrt mit den Worten "Noli me tangere" ab. ©Schattenburgmuseum
Auch vom heute zweiten Raum des Schattenburgmuseums, der Vogtei, berichtet k. k. Konservator Gustav Härtenberger, dass bereits Anfang des 19. Jahrhunderts die letzten Reste beweglichen Mobiliars von kunsthistorischem Interesse abhanden gekommen seien.

Dem Feldkircher Museumsverein gelang es Schritt für Schritt, den Raum mit bedeutenden Kunstschätzen aus der Region neu einzurichten. Die Vision einer bewohnten Burg stand bei allen Überlegungen als Museumskonzept im Hintergrund.

Beherrscht wird die Vogtei durch eine Reihe äußerst interessanter Epitaphe. Grabbilder – sogenannte Andachtsbilder – die zum Gedenken an Verstorbene gestiftet wurden. Drei große Bildtafeln mit Segmentbogenabschluss befanden sich früher in den Nischen der Friedhofsarkaden von St. Peter und Paul. Die von Bürgerfamilien gestifteten Epitaphe wurden teilweise über mehrere Generationen verwendet, was die öfter übermalten Stifterwappen beweisen. Im unteren Bereich der Bilder findet man häufig sämtliche Familienmitglieder, vom Kleinkind bis zu den Großeltern, im Mittelfeld sind Szenen aus der Bibel dargestellt. Im Rahmen hingegen lässt sich meist ein Widmungstext erkennen. Der historische Wert dieser Werke aus vier Jahrhunderten liegt vor allem im der Dokumentation der Alltagskleider aus jener Zeit.

Noli me tangere

Ein für Feldkirch zentrales Werk stellt das Tafelbild von Johann Georg Clesi (Clessin) „Auferstandener vor dem Grabe mit den drei Frauen“ von 1607 dar. Dieses einzige noch bekannte (oder erhalten gebliebene?) Tafelbild aus dem ehemaligen Magdalenenzyklus der St. Magdalenenkirche in Feldkirch-Levis ist eine kunsthistorische Besonderheit. Erst bei der 2011 erfolgten Renovierung, bei der auch das Hauptbild mit dem Segmentbogen zusammengeführt wurde, konnten die Restauratoren Dipl. Rest. Angela Kaufmann und Mag. Art. Arno Gehrer (Bregenz) die Vorlage für das Gemälde ermitteln. Es handelt sich dabei um einen Kupferstich von Johann (Jan) Sadeler d. Ä. (1550 – 1600/01), den dieser nach dem Gemälde „Noli me tangere“ (Rühr mich nicht an) aus dem zwölfteiligen Bilderzyklus „Passion Christi“ von Marten de Vos (1532 -. 1603) angefertigt hatte. Clessins Werk und Sadelers Kupferstich stimmen in allen wesentlichen Details überein. Der Feldkircher Künstler ließ lediglich einen Baum im Mittelgrund weg, gab Jesus eine Schaufel in die Hand und stellte die Motive seitenverkehrt dar.

(Sadelers Werk siehe: https://www.metmuseum.org/art/collection/search/654701)

Dieses Werk stellt für die Schattenburg und die Region eine große Besonderheit dar, kann man doch nur selten Werke des Feldkircher Malers bewundern. Sein bekanntestes ist jedoch das großformatige Fastentuch der Pfarrkirche Bendern, das sich heute im Liechtensteinischen Landesmuseum in Vaduz befindet.

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