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SC Bregenz legt seinen Respekt nicht ab

Bregenz - Der bisher ungeschlagene Regionalligist sorgte am Samstagabend gegen Bundesligist LASK zum Leidwesen der 1600 Zuschauer für keine Cup-Sensation.

Die Hoffnungen blieben unerfüllt. Die meisten jedenfalls. Von 3000 Zuschauern, die sich Präsident Wolfgang Glatz gewünscht hatte, keine Spur. Und auch das Ergebnis, das Regionalligist rivella SC Bregenz in der ersten Runde des ÖFB-Cups gegen tipp3-Bundesligist LASK Linz erzielte, ließ zu wünschen übrig. Mit 3:1 (1:1) setzte sich der Oberhaus-Vierte durch, zumindest durften die 1600 Fans lange Zeit hoffen. Die Linzer traten mit Ivo Vastic und Christian Mayrleb, allerdings ohne den immer noch verletzten Harder Markus Weissenberger an. Bregenz-Trainer Thomas Ardemani musste auf Defensivspezialist Tobias Kronberger und Stürmer Dulundu verzichten, der Ex-Austrianer Christian Swoboda (noch ohne Einsatz in dieser für Bregenz bis dato so erfolgreichen Saison) nahm für alle Fälle auf der Bank Platz. Doch auch der LASK brauchte seine Zeit, bis der Motor anlief. Bis Mitte der ersten Hälfte hatten lediglich Vastic per Freistoß (10.) und Florian Klein (23., 25.) gute Möglichkeiten, Goalie Predrag Zivanovic war jedoch jeweils auf dem Posten. Vor allem bei Kleins erster Chance zeigte der 27-Jährige, der beim Vorgängerverein SW Bregenz auf der Bank saß, seine ganze Klasse. Mut schöpften die Bregenzer in der 28. Minute, als Schiri Louis Hofmann Gerald Gansterer mit einer Ampelkarte zum Duschen schickte. Gansterer hatte erst Markus Krautberger gefoult, nur fünf Minuten später stoppte er Serkan Yildiz unsanft und unnötig an der Mittellinie. Chancen für die Hausherren blieben aber Mangelware, die Schüsse, die Silvije Cavlina auf sein Gehäuse bekam, glichen eher Rückgaben.

Alltag ist öfter

In der 35. Minute zeigte ein weiterer Akteur seine Klasse. Ivica Vastic, 60 Sekunden zuvor wegen Reklamierens mit Gelb bedacht, versenkte einen Freistoß mit Brachialgewalt im langen Eck. Auch die Klasse Zivanovic‘ reichte nicht bis dorthin. Ein Tor des einzigen EM-Torschützen für Österreich, das an den Freistoßkracher Michael Ballacks bei eben dieser EM erinnerte. Doch noch vor der Pause, als die Linzer unbedingt mit diesem knappen Vorsprung in die Kabinen wollten, schlug Igor Manojlovic zu. Mit einem herrlichen Seitfallzieher aus der Drehung besorgte der ehemalige Teamspieler Serbiens aus sieben Metern den schmeichelhaften Ausgleich. Der LASK schaute auf dem Feld zu, auf der Tribüne 27 Spieler und Betreuer von Sturm Graz, das heute auf der Dornbirner Birkenwiese anzutreten hat. Mit zehn Mann agierte Linz nach der Pause eher verhalten, Tomasz Pekala (wie auch Krautberger ebenfalls ein Ex-Schwarz-Weißer) prüfte Cavlina mit einem Distanzschuss (52.). Weitere Möglichkeiten wurden im Keim erstickt, Bregenz bestimmte zwar das Geschehen, legte den Respekt aber nie ganz ab. Der LASK zog sich zurück – und wartete. Doch erst bekam nur Mayrleb die Chance auf das 1:2 (66.), verzog aber. In der nächsten Szene gab Mayrleb den Flankengeber. Niklas Hoheneder bedankte sich und nickte ein (77.). Manojlovic bekam noch die große Chance auf den Ausgleich, der Serbe traf aber nur den Pfosten (82.). Auch Sturm hatte genug gesehen und verließ geschlossen die Tribüne. Verpasst haben sie das 1:3 durch Mayrleb (91.) und die Gelb-Rote Karte für Krautberger (93.) nach einer Rangelei nahezu aller Spieler. Am kommenden Samstag zieht erst einmal wieder der (Liga-)Alltag ins Casino-Stadion ein. Allerdings könnte es sein, dass gegen BW Feldkirch wieder mehr Zuschauer mitfiebern. Was ja nicht schlecht ist. Denn Alltag ist schließlich öfter.

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