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„Salome“ liebte, tanzte und ließ köpfen

Die Schwestern Monika und Claudia Wiedemer glänzten als Königin Herodias und deren Tochter Salome.
Die Schwestern Monika und Claudia Wiedemer glänzten als Königin Herodias und deren Tochter Salome. ©Verena Kogelnig
Das TAK war zu Gast im Theater am Saumarkt mit dem Weltklassestück, das nach wie vor zeitgemäß ist.
Die TAK-Produktion "Salome" war zu Gast im Theater am Saumarkt.

Feldkirch. (vko) „Liebe und Auflehnung“, so lautet das Motto der aktuellen Spielzeit des TAK, und wie maßgeschneidert passte das Theaterstück „Salome“ von Oscar Wilde hierzu. All das Unwiderstehliche und Verzweifelte, das Abstoßende und Leidenschaftliche, das letztlich Unwiderrufliche, zu dem uns Liebe führen kann, fanden sich kondensiert in der Eigenproduktion des TAK, die von Donnerstag bis Samstag zu Gast im Theater am Saumarkt war.

Aktuell und intensiv

Der schlichte glitzernde Käfig hing in der Bühnenmitte als treffendes Symbol der Inszenierung von Tim Kramer, der aus dem kurzen Einakter die Essenz herausholte: Strahlend und einfach wie die Liebe war dieses Bühnengebilde, zugleich verbarg es, was wir am liebsten in uns wegsperren möchten. Nur die vier Hauptcharaktere waren auf der Bühne: Monika Wiedemer und Fritz Hammel als Königspaar bewegten sich zwischen Ehegezeter und politischen Machtspielen, angeheizt durch Herodes‘ Faszination von seiner Stieftochter Salome; Claudia Wiedemer als Salome wurde von der unerfüllten Liebe zum Propheten Jochanaan, gespielt von Philip Heimke, zur grausamen Forderung an König Herodes getrieben – sie wollte den Kopf ihres Angebeteten. „Salome hat eine gewisse Unschuld“, interpretiert Hammel das Handeln der Prinzessin. „Sie ist überschwemmt von ihren Gefühlen für Jochanaan. Herodes andererseits folgt nur seinen Gelüsten.“ Claudia Wiedemer erkannte nichts Skandalöses in Salomes Tun oder ihrem Auftritt, bei dem alle Hüllen fielen und für den das Stück seit über 100 Jahren seinen Ruf hat. „Salome und Herodias werden als die Bösen angesehen“, bedauerte sie, „obwohl Herodes schlimmer ist als sie. Salome handelt, wie sie es aus ihrem Umfeld gelernt hat.“ Vielmehr bestünde das Problem darin, dass es dem Propheten nicht gelinge, Salome wahrhaft zu begegnen. Hier liege eine Relevanz des Stücks für die heutige Zeit. Sie stellte die Frage in den Raum: „Wie schaut man heute auf Frauen, etwa gewisse Präsidentschaftskandidaten?“

Die Intensität der Aufführung erreichte das Publikum jedenfalls. Sie war körperlich fühlbar. „Wir spürten es vom Scheitel bis zur Sohle. Es jagte einem die Gänsehaut über den Rücken“, schwärmten zwei ergriffene Theaterbesucherinnen.

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