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Rund 30.000 fehlende Arbeitskräfte im Tourismus

Der Arbeitskräftemangel im Tourismus macht zu schaffen.
Der Arbeitskräftemangel im Tourismus macht zu schaffen. ©pixabay.com (Symbolbild)
Derzeit fehlen im Tourismus rund 30.000 Arbeitskräfte. Die Pensionierung der Babyboomer-Generation und der Wandel hin zu mehr Work-Life-Balance schlagen durch.

"Der Mitarbeitermangel betrifft aber alle Branchen", betonte Walter Osztovics von Kovar & Partner bei der Präsentation einer Umfeldanalyse am Hotelierskongress in Salzburg. "Die Tourismusbranche muss bessere Bedingungen schaffen", so Osztovics. Denn es herrscht ein Wettbewerb um Personal.

Mitarbeitermangel trifft alle Branchen

An den hausgemachten Problemen sei nur zum die Teil die Politik schuld, sagte der Studienautor mit Blick auf das Pensionsantrittsalter und nicht ausreichende qualifizierte Zuwanderung. "Die Branche muss sich als Ziel setzen, als Arbeitgeber geschätzt zu werden", betonte der Unternehmensberater. "Es sind nicht nur insgesamt zu wenig Mitarbeiter." Man stehe auch im Wettbewerb zu anderen Betrieben.

"Jobs in der Gastronomie und Hotellerie gelten als unbeliebt", hielt Osztovics fest. Das gehe aus Absolventenbefragungen hervor. Kritisiert würden fehlende Wertschätzung, schlechte Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung, der Saisonbetrieb samt Trennung von der Familie und mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten.

Toursmus: 30.000 Arbeitskräfte fehlen derzeit

Der Tourismus sollte sich seiner Meinung nach viel stärker mit positiven Aspekten wie schöne Arbeitsorte, glückliche Menschen, weltweite Mobilität bzw. Internationalität und Karrierechancen positionieren und an seinem Wertekanon arbeiten. "Junge Menschen suchen sinnstiftende Tätigkeiten, sie wollen keine kapitalistischen Arbeitgeber", so der Berater. Sie arbeiten auch gerne für nachhaltige Unternehmen.

Betreffend Attraktivität als Arbeitgeber hätten auch die Betriebe "viele Hebel, die man angreifen muss", räumte der Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Markus Gratzer, ein. "Mitarbeiter sind nun mal die wichtigste Stütze des Betriebes und wenn sich die Zeiten ändern, müssen sich auch die Betriebe ändern", sagte Tourismus-Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler vor rund 700 Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmern aus der Branche.

Verbesserung der Rahmenbedingungen: Politik gefordert

Laut Gratzer ist auch die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern - mit einer Senkung der Lohnnebenkosten, generell weniger Steuern für Vollzeitarbeit, Pensionisten und Überstunden, mehr Mobilitätsbeihilfen und Umzugsboni sowie längere Durchrechnungszeiten für Saisonbetriebe. Die mittlerweile verbesserten Saisonnierregeln und Tourismusberufe auf der bundesweiten Mangelberufsliste würden "nicht reichen, um den Bedarf zu decken". Aufgrund der Situation muss laut Kraus-Winkler auch "mit mehr angeleiteten Hilfskräften gearbeitet werden".

In puncto Nachhaltigkeit hat sich der Tourismus laut Kraus-Winkler bereits deutlich verbessert. Der Anteil erneuerbarer Energien in der Branche habe sich in den elf Jahren ab 2008 von 36 auf 54 Prozent erhöht. Die Tourismus sei 2021 nur für 1,6 Prozent des hierzulande gesamten Energieverbrauchs verantwortlich gewesen. "Der österreichische Tourismus ist sich seiner Verantwortung betreffend Nachhaltigkeit bewusst", so die Staatssekretärin.

Bedarf an Mitarbeitern im Toursmus ist gestiegen

"Der Tourismus ist keine Fluchtbranche, wir haben gerade im vergangenen Jahr gesehen, das wir fast jedes Monat gleich viele bis mehr Beschäftigte hatten als 2019", strich die Staatssekretärin hervor. "Der Bedarf an Mitarbeitern ist gestiegen und wird auch weiter steigen - der Tourismus ist eine Wachstumsbranche." Zur Verbesserung der Lage müsse man auf drei Ebenen ansetzen - auf der Betriebsebene, in der Ausbildung und in der Politik.

Für die "Arena Analyse" des Beratungsunternehmens Kovar & Partner wurden 41 Branchenexperten, darunter Oliver Fritz vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und auch ÖHV-Generalsekretär Gratzer, befragt. Die ÖHV leitete aus dem Input ihr Positionspapier 2023 ab.

(APA/Red)

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