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Rhomberg Bau will hoch hinaus

München/Bregenz – Das Unternehmen Rhomberg Bau mit Sitz in Bregenz arbeitet an einem internationalen Leuchtturmprojekt für den Holzbau, Energieeffizienz und Ressourcenschonung.
Der LifeCycle Tower aus Holz

Ein interdisziplinäres Forschungsteam hat sich bis Ende des Jahres zum Ziel gesetzt, die Entwicklung eines energieeffizienten Holzhochhauses in Systembauweise mit bis zu 20 Geschossen erfolgreich abzuschließen, berichtet die Wirtschaftskammer am Montag in einer Aussendung. Der bisherige Rekord im mehrgeschossigen Holzbau, ein Gebäude mit neun Stockwerken in London, soll damit bei weitem übertroffen werden. An dem Zukunftsprojekt, das von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie dem österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gefördert wird, sind neben dem Projekt-Initiator Rhomberg der für nachhaltiges Bauen bekannte Vorarlberger Architekt Hermann Kaufmann, das international tätige Ingenieurbüro Arup, das oberösterreichische Holzbauunternehmen Wiehag sowie die Technische Universität Graz engagiert.

Geringere Lebenszykluskosten

Ziel ist es, ein umfassendes Gebäudekonzept für Konstruktion, Gebäudetechnik und Fassade zu erstellen – samt einreichfähiger Planung für einen fiktiven Standort. Um die Höhe von 20 Geschossen technisch, wirtschaftlich und ökologisch realisieren zu können, wird dabei auf eine innovative Systembauweise mittels Holz-Baukastensystem zurückgegriffen, das die Anforderungen an Brandschutz, Akustik und Tragfähigkeit erfüllen soll. Erreicht wird dies über eine modulare, industriell herstellbare Holzverbundweise, welche die Tragstruktur eines energetisch optimierten Gebäudes bildet.

Haus als Kraftwerk

„Als eine wichtige Forschungsaufgabe sehen wir das Energiedesign des Gebäudesystems, das auf ein Plus-Energie-Haus ausgerichtet ist: Das Holzhochhaus soll auch Energie produzieren. Darüber hinaus wird es eine Vorreiterrolle für nachhaltige Bauweise einnehmen“, so Eva Hinkers, Associate Director von Arup. Denn gerade durch die zunehmende Ressourcenknappheit, die CO2-Thematik und die steigenden Preise für Stahl, Dämmstoffe und Beton wird die Bedeutung von Holz als Baustoff künftig immer wichtiger werden. Die Abhängigkeit von konventionellen Baustoffen und Energieträgern soll mit dem Projekt LifeCycle Tower reduziert werden.

Prof. Dr. Friedrich Schmidt-Bleek, Initiator des World Resources Forum Davos, auf dem der LifeCycle Tower vor wenigen Wochen vorgestellt wurde, sieht in dem Projekt ein Paradebeispiel für vorausschauenden Umweltschutz. „Dieser besteht darin, Dinge für Menschen zu schaffen, die mit zehnfach weniger natürlichen Ressourcen auskommen als gestern. Nur so kann Nachhaltigkeit erreicht werden“, so der Doyen der deutschen Umweltforschung. „Der LifeCycle Tower aus Holz ist ein richtungweisendes Projekt für eine Branche, die seit vielen Jahren mit an der Spitze des Ressourcenverbrauchs steht.“

Chance für die regionale Wirtschaft

Hubert Rhomberg, Geschäftsführer des gleichnamigen Bauunternehmens, ist überzeugt, dass sich die Realisierung des LifeCycle Towers als weltweites Leuchtturmprojekt positiv auswirkt: „Diese Öko-Innovation schafft die Voraussetzung für nachhaltiges Bauen im urbanen Raum. Zudem stellt der LifeCycle Tower eine enorme wirtschaftliche Chance für unser Unternehmen aber auch für den regionalen Holzbau in ganz Europa dar.“

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