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Rettung der Bachmuschel in Lustenau

Die Uferstrukturen bei der eingetieften Furt werden sich im Frühjahr rasch begrünen.
Die Uferstrukturen bei der eingetieften Furt werden sich im Frühjahr rasch begrünen. ©Marktgemeinde
Schutzzonen und Schaffung von neuem Lebensraumangebot dringend empfohlen.

Lustenau. Aufmerksame Spaziergänger am Alten Rhein haben es schon bemerkt: Nach Beendigung der Erd- und Pflanzarbeiten für den neuen Landesradweg und die behindertenfreundliche Gestaltung des Spazierweges zwischen Air Liquide und dem Hochwasserdamm westlich der MIGU ist kurz vor Weihnachten an der „Furt“ nochmals ein großer Bagger aufgefahren. Der Grund für die noch rohe Umgestaltung: Die seitens der Landesregierung und der Internationalen Rheinregulierung erwünschte Renaturierung dient der Lebensraumverbesserung einer vom Aussterben bedrohten Bewohnerin des Alten Rheins – der seltenen Bachmuschel.

Im Alten Rhein kommen von Natur aus drei verschiedene Großmuschelarten vor: Die Flache Teichmuschel (Anodonta anatina), die Große Teichmuschel (Anodonta cygnea) und die Bachmuschel (Unio crassus), die auf den ersten Blick für einen Laien kaum voneinander zu unterscheiden sind. Die etwas kleinere der drei Arten, die Bachmuschel, ist die seltenste. Früher war sie im Vorarlberger Rheintal recht verbreitet, heute kommt sie nur noch vereinzelt am Alten Rhein zwischen Altach und Lustenau vor. Sie ist in ganz Österreich vom Aussterben bedroht und gilt europaweit als besonders schutzbedürftig. Deshalb sind in der EU Schutzmaßnahmen vorzusehen.

Indikator für Sauberkeit

Die Bachmuschel benötigt zum Leben saubere, sauerstoffreiche Gewässer, wo sie im seichten Wasser bis maximal 1,5 Meter Tiefe bevorzugt auf Sand oder Feinkies lebt. Bei einer 2013 vom Muschelexperten Heinrich Vicentini durchgeführten Erhebung konnten beim letzten größeren Bachmuschelvorkommen auf österreichischer Seite gerade noch einige Dutzend Exemplare nachgewiesen werden.

Um diese kleine Restpopulation zu erhalten, empfahl der Fachmann die Einrichtung von Schutzzonen und die Schaffung eines zusätzlichen Lebensraumangebotes. Diese sollten möglichst wenig betreten werden und stufenlos bis an die Uferlinie auslaufen. In diesem Sinn wurde der Uferabschnitt auf Höhe der „Furt“ in Zusammenarbeit zwischen Landesflussbauhof, Naturschutzfonds und Marktgemeinde neu gestaltet, um das Überleben zu ermöglichen.

Laut Besucherlenkungsplan der Marktgemeinde ist der Bereich „Furt“ als ruhige Erholungszone für Naturbeobachtung und Fischerei vorgesehen. Der Badebetrieb soll sich auf den erweiterten Intensiverholungsbereich bei der Liegewiese konzentrieren, wo im Zuge des Ausbaus des Landesradweges die Ufergestaltung und die Badezugänge verbessert worden sind. Für Erholungssuchende werden der Fußweg zur Furt und eine neue Sitzmöglichkeit bis zum Frühjahr wieder hergerichtet.

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