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Restaurierung nach allen Registern

Die neue Orgel in der Pfarrkirche Tisis ist schon weitestgehend aufgestellt.
Die neue Orgel in der Pfarrkirche Tisis ist schon weitestgehend aufgestellt. ©Henning Heilmann
Mit der neuen Kirchenorgel erhält Tisis ein echtes Meisterwerk. Einen Monat vor der offiziellen Segnung steht die restaurierte Orgel aus der Johanniterkirche schon glanzvoll auf der Empore der Pfarrkirche. In mühevoller Kleinarbeit wurde das Instrument auseinander- und wieder zusammengebaut.
Orgel in der Pfarrkirche Tisis schon weitgehend aufgebaut

FELDKIRCH Am Karsamstag in der Osternachtsfeier erklang die alte Tisner Orgel zum letztem Mal. 50 Jahre lang hatte das zuletzt stark reparaturanfällige Instrument treue Dienste geleistet und zahlreiche kirchliche Feste begleitet. Die Aussicht auf ein neues künstlerisch wertvolles Instrument ließ aber keine traurigen Empfindungen aufkommen.
Mit der Orgel aus der Johanniterkirche erhält Tisis ein echtes Meisterstück. Die wertvolle Link-Orgel war ein Geschenk der Diözese Feldkirch mit der Auflage, dass Tisis die Kosten für Restaurierung und Transport des nicht mehr genutzten Instruments trägt. Diese belaufen sich auf etwa 210.000 Euro. Ende Februar wurden in einem Benefizkonzert in der Tisner Pfarrkirche dafür erfolgreich Spenden gesammelt.

Alte Orgel entfernt

Bereits Anfang März wurde das Rückpositiv, also die in der Brüstung der Empore eingebauten Orgelpfeifen, unter der Leitung der Firma Wilfried Allgäuer, Zimmermann, entfernt und das Holzgehäuse aus seine Verankerung gelöst. Schon nach wenigen Tagen war die Lücke durch Rigips geschlossen, das Geländer und die Auflage mit einem “ Rüster “ ergänzt. Anfang April wurde das Hauptgehäuse demontiert. Vorerst wurden die vielen Orgelpfeifen einigermaßen nach Größe und Tonqualität geordnet,
optisch ansprechend unter der Empore ausgestellt und zum Verkauf angeboten.

In Einzelteile zerlegt

Wieder unter Leitung von Wilfried Allgäuer begann die Zerlegung des Gehäuses. Mehrere Helfer, wie Markus Aberer, Walter Aberer, Walter Breuß, Heinz Fritzsche, Elmar Gsteu, Werner Lenz, Siegfried Schmiedinger und Luis Sonderegger stiegen Hunderte Mal die Empore hinauf und hinunter und trugen die in Einzelteile zerlegte Orgel zum bereit gestellten Hänger. Hunderte Schrauben mussten entfernt werden. Größere Holzteile wurden für den Abtransport zersägt. Schließlich wurden drei Hänger Abbruchmaterial abtransportiert. All diese Arbeiten waren umgeben vom Staub der letzten 50 Jahre, die schließlich die Helfer wie Kohlengrubenarbeiter aussehen ließen.

Präzise Logistik

Die rechtzeitige Aufstellung der restaurierten Orgel verlangte eine präzise Logistik. So wurden Kirchennutzung und Aufbauarbeiten der Orgel koordiniert, um gegenseitige Störungen zu vermeiden. Penibel in Einzelteile sortiert wanderte die Orgel aus der Johanniterkirche auf die Empore in Tisis. Hier machte sich Orgelbauer Walter Vonbank, gebürtig in Braz, gemeinsam mit seinem Orgelbaulehrling an den Neuaufbau. Einzelne Teile der Link-Orgel wurden erneuert und aus Klostertaler Fichtenholz gefertigt. „Tisis bekommt eine qualitativ hochwertige Orgel und ein Feldkircher Kulturgut wird vor dem Zerfall gerettet“, fasst Vikar Stefan Biondi die Vorteile des Orgelprojekts zusammen.

INFO

Am Pfingstmontag, dem 21. Mai 2018 erfolgt die Segnung der Neuen Orgel in der Pfarrkirche Tisis. Der Verkauf von kleinen und großen Orgelpfeifen unterhalb der Empore, welcher das Orgelprojekt in Tisis finanziell unterstützt, läuft derzeit noch. HE 

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