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Der Wirkstoff hat schon einigen Covid-Patienten geholfen
Der Wirkstoff hat schon einigen Covid-Patienten geholfen ©Ulrich Perrey / POOL / AFP

Remdesivir - der neue Hoffnungsträger gegen Corona

Remdesivir gilt als einer der erfolgsversprechendsten Wirkstoffe im Kampf gegen das Coronavirus und wird in einzelnen Fällen bereits zur Behandlung von Patienten eingesetzt.

Remdesivir gilt als einer der erfolgsversprechendsten Wirkstoffe im Kampf gegen das neuartige Coronavirus und wird in einzelnen Fällen bereits zur Behandlung von Patienten eingesetzt. In mehreren Ländern finden bereits stichprobenartige klinische Studien mit Remdesivir statt.

Wie die auf Gesundheitsthemen spezialisierte Website Stat berichtet, zeigte das Mittel bei Corona-Patienten in einem Krankenhaus in Chicago, das an den klinischen Studien teilnimmt, große Wirkung. Remdesivir wurde auch zur Behandlung von Ebola eingesetzt.

Vielversprechendes Medikament gegen Corona

Auf eine Impfung wird man wohl noch länger warten müssen, aber in Sachen Medikament gibt es jetzt einen Hoffnungsschimmer. Ein Wirkstoff namens Remdesivir scheint vielversprechend zu sein.

Oberarzt erklärt, wie Remdesivir funktioniert

Um die Entwicklung von Behandlungsoptionen bei SARS-CoV-2 zu beschleunigen, werden mitunter noch nicht zugelassene Medikamente seitens pharmazeutischer Unternehmen zur Verfügung gestellt, die dann im Zuge klinischer Prüfungen oder im Rahmen von Heilversuchen unter hohen Sicherheitsauflagen angewendet werden. Auch der US-Konzern Gilead hat angekündigt, die gesamte mittelfristig verfügbare Menge seines in Entwicklung befindlichen Medikamentes (Remdesivir) spenden zu wollen. 

Gilead hatte bereits vor vielen Jahren beim erstmaligen Auftreten von SARS- und MERS-Erregern vielversprechende Medikamente in Entwicklung. Darauf kann das Unternehmen nun aufsetzen und es besteht damit die Hoffnung, schneller als sonst zu einem erfolgreichen Ergebnis zu gelangen.

Das Arzneimittel wurde auf der Basis individueller Heilversuche auch von österreichischen Kliniken verwendet.

Behandlungserfolge bei Affen

Bei einem klein angelegten Experiment an Affen haben sich erste Behandlungserfolge des Mittels Remdesivir gegen die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 gezeigt. Wie von der US-Regierung beauftragte Wissenschafter mitteilten, verbesserte sich der Gesundheitszustand der mit dem virushemmenden Mittel behandelten Affen bereits nach zwölf Stunden deutlich.

Die vorläufigen Studienergebnisse wurden noch nicht unabhängig begutachtet. Für das Experiment infizierten die Wissenschafter zwei Gruppen von je sechs Rhesusaffen absichtlich mit dem Krankheitserreger SARS-CoV-2. Einer der beiden Gruppen wurde zwölf Stunden nach der Infektion das vom Pharmakonzern Gilead Sciences entwickelte Mittel Remdesivir verabreicht, der Kontrollgruppe nicht.

Remdesivir - Ulrich Perrey / POOL / AFP

Besserung bereits nach 12 Stunden

Die Forscher verabreichten den Affen aus der Behandlungsgruppe das Medikament kurz vor dem Moment, an dem die Viruskonzentration in der Lunge ihren Höchststand erreichte. Den Wissenschaftern zufolge verbesserte sich der Gesundheitszustand der behandelten Affen bereits zwölf Stunden, nachdem sie die erste Dosis Remdesivir erhalten hatten, deutlich. Dieser Trend setzte sich dem Studienbericht zufolge über den gesamten einwöchigen Studienzeitraum fort.

Eines der Tiere aus der Behandlungsgruppe hatte den Forschern zufolge trotz der Remdesivir-Therapie leichte Atembeschwerden. In der Kontrollgruppe verschlechterte sich dagegen der Gesundheitszustand aller sechs Affen rapide. Alle hatten demnach schwere Atembeschwerden.

Weniger Viren und Lungenschäden

In den Lungen der mit Remdesivir behandelten Affen fanden die Forscher eine deutlich geringere Viruskonzentration vor als bei den nicht behandelten Affen. Auch die Lungenschäden waren bei den Tieren in der Behandlungsgruppe geringer.

Global 155 Medikamente und 79 Impfungen in Entwicklung

Weltweit wird derzeit an insgesamt 155 Medikamenten und 79 Impfungen zur Bekämpfung von Covid-19 gearbeitet, zeigt eine Erhebung des Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA). Demnach haben die meisten dieser in Entwicklung befindlichen Medikamente bereits eine Zulassung für andere Infektionen. Von den Impfstoffkandidaten sei bisher keiner über das Entwicklungsstadium gelangt.

Die derzeit auf ihre Wirkung gegen SARS-CoV-2 getesteten 155 Medikamente basieren alle auf einem oder mehreren antiviralen Wirkstoffen: Dabei handelt es sich um Remdesivir, Lopinavir und Ritonavir (Handelsname: Kaletra), Favipirvir (Avigan), Darunavir (Prezista), Chloroquine Phosphate (Resochin), Hydroxychloroquine (Plaquenil), Camostat Mesilate (Foipan), APN01 (rhACE2), Tocilizumab (Roactemra), Sarilumab (Kevzara) und Interferon beta 1a (SNG001). "Da es sich beim Großteil dieser Wirkstoffe um Medikamente handelt, die bereits für andere Indikationen zugelassen sind, betonen internationale Regulatoren die Notwendigkeit robuster Evidenz, also Zulassungsstudien für die Wirksamkeit bei Covid-19", erklärte AIHTA-Leiterin Claudia Wild.

Bei den vom AIHTA identifizierten Impfstoffkandidaten handelt es sich um Lebendimpfstoffe, also mit abgeschwächten Virusstämmen, Totimpfstoffe, die Virusproteine enthalten, sowie oder genbasierte Impfstoffe mit spezieller DNA oder mRNA. Die meisten dieser Projekte seien derzeit noch im Entwicklungsstadium und haben noch keine Zulassung.

Elf Medikamente und acht Impfstoffkandidaten seien in der Entwicklung besonders fortgeschritten bzw. gelten in der Fachliteratur als besonders vielversprechend. Für diese haben die Experten Kurzbeschreibungen mit zusätzlichen Informationen verfasst.

(APA)

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