"Reine Exklusivität ist zu teuer"

Bregenz (VN)- Die Festspiele kooperieren mit dem Landestheater Linz und werden auch weiterhin Produktionspartner brauchen.

Die Wiener Festwochen haben kein Problem damit, aus ganz Europa – und von Übersee – Theaterprojekte zusammenzukaufen und sie mit neuen österreichischen Produktionen zu kombinieren. Dieses Festival ist grundsätzlich so ausgerichtet – und hoch subventioniert. In Salzburg ist das generell anders, dort leistet man sich seit Jahrzehnten kostenintensive Exklusivität – beim Musiktheater sowieso, aber auch beim Schauspiel, das so abgewickelt wird, dass die jeweiligen Bühnen die Erstaufführung am Festivalort abliefern und das Stück dann im eigenen Haus (in Wien, in München etc.) weiterspielen.

 
Ergänzung zu Uraufführungen

In Bregenz geht man eine Art Mittelweg. Auf der Seebühne ist ohnehin immer alles einzigartig, im Haus setzt Intendant David Pountney ab heuer auf Opernuraufführungen, für die es gut ist, Übernahmepartner zu finden. Für ergänzende Projekte am Kornmarkt und für das Schauspiel sind sie aus Budgetgründen unbedingt notwendig. So wird in diesem Sommer im Festspielhaus das Werk „Achterbahn“ von Judith Weir uraufgeführt und danach ans Royal Opera House in London weitergeleitet. Ergänzend dazu spielt man am Kornmarkt ein älteres Werk der britischen Komponistin, nämlich „Der blonde Eckbert“.

Die Inszenierung kommt aus Antwerpen. Dem Publikum mit einer zweiten, neu inszenierten Produktion Vertiefung in das Werk von Judith Weir anzubieten, ist nicht drinnen: „ReineExklusivitätistzuteuer“, so der Intendant. Im Sommer 2012 steht nicht nur die Oper im Festspielhaus, sondern auch jene am Kornmarkt im Zeichen des Schwerpunktes rund um das Werk des deutschen Komponisten Detlev Glanert. Zu sehen sein wird neben der Uraufführung seiner neuesten Oper „Solaris“ auch seine 2008 entstandene Kammeroper „Nijinskys Tagebuch“ in einer Koproduktion mit dem Landestheater Linz.

 
Mit Vorarlberger Orchester

Waslaw Nijinski war der Star der „Ballets russes“, jener berühmten russischen Gruppierungen, die Anfang des 20. Jahrhunderts unter Sergej Diaghilev zum Inbegriff der Avantgarde wurden und legendär gewordene Aufführungen wie „Le Sacre de Printemps“ realisierten. Nijinski verließ die Truppe bald, verbrachte die letzten 30 Jahre seines Lebens in einer Nervenheilanstalt und schrieb Tagebücher, die Grundlage für das sinnliche Musiktheater von Glanert sind. In Bregenz werden die Linzer Gesangs- und Tanzsolisten auftreten, gespielt wird das Werk vom Symphonieorchester Vorarlberg.

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