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Rückblick 09: Globale Probleme bleiben ungelöst

Die größten Probleme der Erde sind auch 2009 nicht gelöst worden.

Immer noch verhungern Menschen, obwohl in der industrialisierten Welt mehr Nahrungsmittel denn je weggeworfen werden. Die Grüne Gentechnologie hat es nicht geschafft, die Menschen satt zu machen. Dafür haben Forscher gezeigt, dass gentechnisch veränderte Pflanzen zu großen Problemen in der Umwelt führen können.

Der Datendiebstahl von E-Mails der Climate Research Unit (CRU) an der britischen University of East Anglia hat dazu geführt, die Polemik rund um das Thema Klimaänderung anzuheizen. Unwissenschaftliche Kontroverse steht den tatsächlichen Veränderungen des Planeten entgegen. Schmelzende Gletscher in Zentralasien und in Europa, eine im Sommer eisfreie Nordwest-Passage und immer stärker bedrohte Korallenriffe sind nur einige Indizien der tatsächlichen Klima-Realität. Hinzu kommen bereits jetzt verschärfte Kämpfe um Trinkwasser in einigen Regionen der Erde.

Biodiversitätsverlust und sterbende Meere

Trotz des immer noch mangelhaften Wissens über die Vielfalt des Lebens auf der Erde – und den ehrgeizigen Bemühungen einer weltumspannenden neuen Systematik des Tier- und Pflanzenreichs – verschwinden mehr und mehr Spezies. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der Mensch spielt jedoch bei allen eine wesentliche Rolle. Umweltorganisationen haben auch 2009 wieder vor einem Kollaps der weltweiten Fischerei gewarnt. Der Ruf verhallte ungehört.

Zu hohe Nährstoffeinträge in den Weltmeeren führen zu immer größeren Todeszonen, in denen praktisch alle Lebewesen ersticken. Erstmals gab es 2009 Berechnungen über das Ausmaß des größten Müllstrudels der Welt vor der US-Pazifikküste. Umweltgifte setzen nicht nur Pflanzen und Tieren, sondern auch dem Menschen zu. Vielfach wurde darüber diskutiert, ob solche Toxine auch maßgeblich an der Fettsucht – einer immer weiter verbreiteten Erkrankung – in den Industriestaaten beteiligt sind.

Schweinegrippe verursacht Hysterie

Medien waren nicht unwesentlich am Hype rund um die sogenannte Schweinegrippe beteiligt. Aufregung herrschte darüber, dass sich das Erregervirus schnell über den ganzen Globus ausbreiten konnte. Zu einer Veränderung des Virusstammes ist es jedoch nicht gekommen. Mitte Dezember wurde für Europa schließlich eine inoffizielle Entwarnung gegeben. Das Virus sei weit weniger gefährlich als angenommen.

In der modernen Medizin sind Wissenschaftler einige Schritte vorwärts gekommen. Der große Durchbruch fehlt allerdings immer noch. Forscher arbeiten derzeit weltweit an der Katalogisierung aller Gene, die bei vielen Arten von Krebs beim Menschen fehlerhaft sein können. Aus diesen Erkenntnissen werden neue Arzneimittel entwickelt und zur Anwendung kommen. Zudem will man Medikamente derart gestalten, dass sie direkt am Krankheitsherd arbeiten.

Tourismus fällt in tiefes Loch

Die globale Wirtschaftskrise hat den Tourismus 2009 schwer getroffen. Weltweit ging die Zahl der Nächtigungen zurück. Im Luftverkehr war der Silberstreif ebenfalls lediglich am Horizont zu sehen. Immer größere Allianzen sorgten für eine Marktverdichtung. Die Preise waren für Konsumenten niedrig und Experten kritisierten, dass die Carrier zum Teil zum Selbstkostenpreis unterwegs waren und damit keinen Gewinn machen konnten.

Die Zukunft des Fremdenverkehrs liegt eindeutig im Online-Bereich. Im virtuellen Reisebüro waren sogar für die Vermittler noch Gewinne zu machen. Hotelbuchungsplattformen haben in den aktuellen Preisindices deutlich gezeigt, dass viele ehemalige Hochpreisdestinationen ihre Übernachtungskosten gesenkt haben.

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