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Raucherlunge: Eine tödliche Krankheit

COPD gehört mittlerweile zu den häufigsten Todesursachen.
COPD gehört mittlerweile zu den häufigsten Todesursachen.
Lauterach - Anlässlich des Welt-COPD-Tages am Mittwoch spricht Günter Rummer (59) aus Lauterach über seine unheilbare Krankheit – ausgelöst durch jahrelanges Rauchen.

raucherlung3WANN & WO: Seit wann leiden Sie an COPD?

Günter Rummer: Vor rund neun Jahren bekam ich die Diagnose gestellt. Ich war damals mit meiner Frau per Auto unterwegs nach Wien. Während der Fahrt bekam ich auf einmal kaum mehr Luft. Es fühlte sich an, als ob tausende Messer in die Lunge stechen. Trotzdem bin ich noch bis ins Hotel gefahren. Am nächsten Tag wurde ich dann aber mit dem Notarzt ins Krankenhaus gefahren. Dort hat man COPD und ein Lungenemphysem festgestellt.

WANN & WO: Konnten Sie mit dieser Diagnose etwas anfangen?

Günter Rummer: Nein, absolut gar nicht. Es gab auch keine Anlaufstelle, an die ich mich wenden konnte. Mittlerweile weiß ich jedoch, dass die Krankheit vor allem durch Rauchen, aber auch durch Passivrauchen, Feinstaubbelastung und Allergien ausgelöst werden kann.

WANN & WO: Wie ging es dann weiter?

Günter Rummer: 2005 wurde mir ein Teil der Lunge rausgeschnitten und verklebt, so dass sie nicht mehr zusammenfallen kann, nachdem ich wieder einen Anfall hatte. 2008 bekam ich trotzdem wieder einen. Das war aber der letzte.

WANN & WO: Inwieweit sind Sie durch die Krankheit eingeschränkt?

Günter Rummer: Ich leide ständig unter Atemnot sowie Schwindel und muss pro Tag zwischen 12 und 14 Stunden Sauerstoff zu mir nehmen. Außerdem brauche ich lungenerweiternde Medikamente.

WANN & WO: Bei Ihnen wurde COPD durch jahrelanges Rauchen ausgelöst. Bereuen Sie es mittlerweile?

Günter Rummer: Ja, definitiv. Die Krankheit wird tödlich enden. Ich habe sofort mit dem Rauchen aufgehört, als ich die Diagnose bekam. Denn dadurch kann man den Krankheitsverlauf hinauszögern. In meinem Bekanntenkreis haben es mir viele gleichgetan. Ich bereue es zutiefst, damit angefangen zu haben. Leider war es zu dem Zeitpunkt schon viel zu spät.

WANN & WO: Gibt es trotzdem noch Momenten, in denen Sie zur Zigarette greifen möchten?

Günter Rummer: Da ich jahrelang geraucht habe, gerate ich hin und wieder in Versuchung. Dass ich aber nochmal zur Zigarette greife, kommt für mich nicht in Frage. Ich betrete daher auch kein Raucherlokal mehr. Die Nikotinsucht ist meiner Meinung nach mit der Heroinsucht gleichzustellen. Am Anfang hat man genauso Entzugserscheinungen.

WANN & WO: Wie werden Sie mit Ihrem Schicksal fertig?

Günter Rummer: Ein intaktes Umfeld ist immens wichtig. Meine Familie unterstützt mich, wo sie nur kann. Ich habe außerdem eine Selbsthilfegruppe (Österreichische Lungenunion Vorarlberg) gegründet, in der ich meine Erfahrungen an andere COPD-Erkrankte weitergebe. Viele Mitglieder rauchen leider immer noch und sterben uns sozusagen weg.

WANN & WO: COPD gilt mittlerweile als eine der häufigsten Todesursachen. Wie geht es Ihnen mit diesem Gedanken?

Günter Rummer: Ich selbst beschäftige mich nicht so sehr mit diesem Gedanken. Denn momentan geht es mir den Umständen entsprechend gut. Klar, ich bin schon eingeschränkt. Ich darf keine weiten Strecken mehr fliegen oder selbst mit dem Auto fahren. Treppensteigen fällt mir schwer und alles geht viel langsamer. Ich versuche daher bewusster zu leben. Es gibt schlechte und gute Tage und letztere genieße ich einfach viel mehr!

Zur Krankheit

COPD bezeichnet mehrere Lungenkrankheiten. Symptome sind Husten, vermehrter Auswurf und Atemnot bei Belastung. Umgangssprachlich bezeichnet COPD die Raucherlunge mit dem Hauptsymptom Raucherhusten. Die Krankheit gilt mittlerweile als eine der häufigsten Todesursache. In Österreich sind rund 800.000 Menschen betroffen, 400.000 davon behandlungsbedürftig. Da COPD-Patienten ab einem gewissen Stadium reinen Sauerstoff zum Atmen brauchen, haben Apotheken anlässlich des heutigen Welt-COPD-Tages österreichweit 27 Sauerstofftankstellen eingerichtet, wo die mobilen Tanks kostenlos aufgeladen werden können.

Umfrage

Chiara, 19, Dornbirn: „Ich kenne COPD nicht, finde es aber ziemlich schlimm. Mein Vater ist an Krebs erkrankt. Ich verdränge es oft, weil vielen Rauchern passiert auch nichts. Trotzdem weiß ich natürlich, dass es ungesund ist. Ich selbst rauche nicht sehr viel und habe erst vor einem Jahr damit angefangen. Ich weiß aber natürlich, dass es meiner Gesundheit schadet. Spätestens wenn ich schwanger bin, will ich aber mit dem Rauchen aufhören.“

Armin, 33, Hohenems: „Von dieser Krankkeit habe ich noch nichts gehört. Jeder muss selber wissen, was er tut. Heutzutage ist ja vieles ungesund, selbst Lebensmittel. Ich versuche schon lange, mit dem Rauchen aufzuhören. Da ich aber als DJ im El Capitán und der Villa Wahnsinn arbeite, ist es nicht leicht. Dort wird eben immer geraucht. Um aufzuhören, habe ich schon Vieles probiert, zum Beispiel die E-Zigarette. Bisher hat aber noch nichts gewirkt, vermutlich fehlt mir noch der Wille, wirklich aufzuhören.”

Christoph, 22, Bregenz: „Ich rauche eigentlich nicht so viel, etwa fünf bis sieben Zigaretten am Tag. Ansonsten versuche ich,möglichst gesund zu leben und mache viel Sport. Ich habe auch schon versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. Fünf Monate habe ich es geschafft, dann kam aber leider der Maturastress. Ich glaube aber, wenn jemand in meinem Umfeld an COPD erkranken würde, würde ich mit dem Rauchen aufhören.”

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