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Rapid als klarer Favorit

Der österreichische Fußball-Meister SK Rapid steht auf dem ersten Teilstück des beschwerlichen Weges in die Champions League vor einer vermeintlich leichten Aufgabe, zumal die Bestbesetzung spielen soll.

Die Hütteldorfer gastieren am Mittwoch (18:00 Uhr/live Premiere) im Zweitrunden-Hinspiel der Qualifikation bei den Halb-Profis des Luxemburger Champions F91 Düdelingen und wollen sich schon in dieser Partie eine komfortable Ausgangsposition für das Rückspiel am 3. August im Hanappi-Stadion schaffen.

Trainer Josef Hickersberger ist sich der Tatsache bewusst, dass seine Mannschaft als klarer Favorit in das Duell mit dem erst 1991 gegründeten Verein aus der 17.000-Einwohner-Stadt an der französischen Grenze geht. „Das ist ein Gegner, gegen den wir eine gute Chance auf den Aufstieg haben, und die dürfen wir uns nicht entgehen lassen“, forderte der frühere ÖFB-Teamchef.

Trotz der klaren Favoritenstellung würden seine Kicker die Partie nicht auf die leichte Schulter nehmen, ist Hickersberger überzeugt. „Davor habe ich überhaupt keine Angst. Wir wissen, dass so ein Fehler sowohl in der Liga als auch international bestraft wird. Mostar hat Düdelingen unterschätzt und den Preis dafür bezahlt, daher sind meine Spieler gewarnt genug.“

Auch Hickersberger selbst ist ein gebranntes Kind, was fix eingeplante Siege gegen krasse Außenseiter betrifft – das 0:1 gegen die Färöer 1990 bedeutete bekanntlich das Ende seiner Teamchefkarriere. „Seither weiß ich, was im Fußball möglich ist“, betonte der Meistermacher.

Trotz aller Warnungen: Ernsthaft zweifelt keiner im Rapid-Lager daran, dass der große Traum vom zweiten Einzug in die Hauptrunde der Champions League nach 1996 (1999 scheiterte Grün-Weiß an Galatasaray) ausgerechnet gegen die Underdogs aus dem Kleinstaat scheitern könnte. „Das Duell mit Düdelingen ist mit einem Cup-Spiel vergleichbar. Allerdings ist es im Cup gefährlicher, weil man kein Rückmatch hat, um eine schlechte Leistung ausbügeln zu können“, sagte Hickersberger.

Daher seien die Chancen auf einen blamablen Exodus auch geringer als in einer herkömmlichen Cup-Partie bei einem unangenehmen Gegner. „In zwei Spielen setzt sich meistens die bessere Mannschaft durch, und ich bin überzeugt, dass wir die bessere Mannschaft sind“, meinte der 57-jährige.

Co-Trainer Peter Persidis schaute den Düdelingen-Kickern im Erstrunden-Hinspiel vor eigenem Publikum gegen Mostar (0:1) auf die Beine, in der Vorwoche war Hickersberger in Bosnien Zeuge des 4:0-Triumphs nach Verlängerung des vierfachen Luxemburger Meisters, wodurch F91 als erster Klub des Landes seit 42 Jahren im wichtigsten Europacup-Bewerb eine Runde überstand.

„Düdelingen hat eine sehr routinierte Abwehr, in der alle Spieler Profi-Erfahrung haben, und mit Gruszczynski einen schnellen Stürmer. Wir sind gewillt, das Spiel zu machen, ohne dem Gegner Räume zu geben. Bei den Kontern müssen wir auf der Hut sein“, erklärte Hickersberger, der seiner Mannschaft gemeinsam mit Persidis seine Eindrücke von Düdelingen schildern wird und auf ein Videostudium verzichtet.

Ein Aufstieg ist für Rapid quasi Pflicht, denn nur in diesem Fall wäre gewährleistet, dass der Rekordmeister auch zumindest bis September international mit von der Partie ist. Während ein Ausscheiden in der dritten und letzten Qualifikationsrunde, die bereits am Freitag ausgelost wird und in der vermutlich ein großes Kaliber warten würde, immerhin noch die Teilnahme an der ersten UEFA-Cup-Hauptrunde ermöglicht, ist ein Zweitrunden-Out gleichbedeutend mit dem Abschied aus Europa.

Allein schon aus diesem Grund kündigte Hickersberger an, vor rund 1.800 Zuschauern im ausverkauften „Stade Jos Nosbaum“ mit der stärksten Aufstellung einlaufen zu wollen und noch keine Gedanken an den Samstag-Schlager in Salzburg zu verschwenden. Neben den Langzeitverletzten sind Peter Hlinka (Knöchelblessur) und Marek Kincl (Oberschenkelverhärtung) fraglich.

Düdelingen-Coach Michel Leflochmoan hat vor Österreichs Rekordmeister gehörigen Respekt. „Es ist Wahnsinn, was Rapid für groß gewachsene Spieler in den eigenen Reihen hat. Jeder ruhende Ball bedeutet allerhöchste Gefahr. Deshalb hat es allerhöchste Priorität, dass wir so wenig Freistöße und Eckbälle wie möglich zulassen. Natürlich wollen wir auch in der Offensive Akzente setzen, doch dies wird alles andere als leicht.“

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