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Ramses III. wurde bei Haremsverschwörung Kehle durchgeschnitten

Eine Statue im Tempel Ramses III. in Luxor - Uraltes Rätsel um Pharaonenmord geklärt.
Eine Statue im Tempel Ramses III. in Luxor - Uraltes Rätsel um Pharaonenmord geklärt. ©AP/ dapd, Nariman El-Mofty
Die über 5.000 Jahre alte Gletscherleiche "Ötzi" hat indirekt zur Klärung der Todesursache von Ramses III. beigetragen.

In Bozen sind seit Jahren Mumienexperten unter anderem mit dem Steinzeitjäger befasst. Von ihnen wurden nun CT-Bilder analysiert, die belegen sollen, dass der Pharao im Alter von 65 Jahren einer Haremsverschwörung zum Opfer fiel. Dem Herrscher wurde seinerzeit die Kehle durchgeschnitten.

Schauriges Verbrechen

Das ägyptische Museum von Turin verwahrt einen Papyrus, der von einem der schaurigsten Verbrechen der altägyptischen Welt berichtet: Im königlichen Frauenhaus plant Mitte des 12. Jahrhunderts v. Chr. eine der Nebenfrauen des Pharaos, Teje, den Mord an ihrem Gatten, dem als göttlich geltenden König Ramses III. Dies um ihren Sohn Pentawer auf den Thron zu bringen. Doch dann geht alles schief: Die Verschwörung wird entdeckt und alle, die darin verstrickt waren, werden vor Gericht gestellt und bestraft. Bislang unklar war jedoch das Schicksal des Königs selbst.

CT-Bilder klären Tod Ramses’ III.

Ein Wissenschaftler-Team um den Ägyptologen Zahi Hawass, den Genetiker Carsten Pusch von der Universität Tübingen und den Paläopathologen der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) Albert Zink untersuchten nun die Mumie des Pharaos in Kairo computertomographisch, radiologisch und molekulargenetisch. Die in Bozen und Kairo durchgeführten Analysen der CT- Bilder hätten ergeben, dass dem Pharao zu Lebzeiten die Kehle durchtrennt worden war, berichteten die Experten am Montag in Bozen. “Die Halsverletzung ist erst in der Computertomographie sichtbar geworden”, erklärte Hawass, der als ehemaliger Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung die Mumie bereits des Öfteren zu Gesicht bekommen hatte.

Eindeutige Hinweise auf Mord

In den CT-Aufnahmen hätten die Forscher außerdem ein Amulett in der Wunde erkennen können, das ein sogenanntes Horusauge darstellt – ein altägyptisches Symbol zum Schutz vor Unfällen und zum Wiedergewinn von Kraft. “Die durchtrennte Kehle und das Amulett sind eindeutige Hinweise darauf, dass der Pharao ermordet worden war”, meinte Zink.

“Unknown Man E” vermutlich Ramses-Sohn

Mittels DNA-Analysen hätten die Wissenschaftler außerdem nachgewiesen, dass Ramses III. mit einer bisher als “Unknown Man E” bekannten Mumie direkt verwandt war. Man hatte bereits vermutet, dass es sich bei dieser Mumie eines 18 bis 20 Jahre alten Mannes um den Sohn von Ramses III., Pentawer, handeln könnte, der gemeinsam mit seiner Mutter die Haremsverschwörung angestiftet haben soll, um seinen Vater zu entmachten. Die Forscher hätten dies nun mittels genetischem Fingerabdruck eine 50-prozentige Übereinstimmung zwischen dem Genmaterial von Ramses und dem der unbekannten Mumie festgestellt. “Die Mumie ist somit sehr wahrscheinlich ein Sohn Ramses III. (Zur 100-prozentigen Übereinstimmung wäre genetisches Material seiner Mutter nötig; Anm.).”

Der Körper des mutmaßlichen Ramses-Sohn war stark aufgebläht. Die am Hals beobachtete Hautfalte könnte davon stammen, dass er sich selbst erhängt hatte. Zudem sei er mit einem Ziegenfell bedeckt gewesen – das als unrein galt – und sei ohne Organ- und Gehirnentnahme mumifiziert worden, sagte der Wissenschaftler. (APA)

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