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Raiba im Rheintal schließt mehr als die Hälfte ihrer Bankstellen

Bankenbranche von mehreren Seiten unter Druck
Bankenbranche von mehreren Seiten unter Druck ©APA
Dornbirn - Geändertes Kundenverhalten, Online-Banking und verstärkte Kosten für Banken: Fünf von acht Bankstellen werden in den kommenden eineinhalb Jahren geschlosssen - dafür verstärkter Fokus auf drei Kompetenzzentren

Die in den vergangenen Jahren und Monaten sich häufenden Meldungen über Fusionen von Raiffeisenbanken in Vorarlberg haben nur vorweggenommen, was ohnehin jeder Kenner der Bankenbranche im Ländle und darüber hinaus schon längere Zeit kommen sah: Die ganze Branche ist generell in einer Phase des Umbruchs. Deshalb kommt jetzt nach den ersten Fusionen die Straffung des Bankstellen-Netzes. Den Anfang macht die größte Vorarlberger Raiffeisenbank, die Raiba im Rheintal, die im Juni 2012 aus der Fusion von Raiba Dornbirn und Raiba Lustenau hervorgegangen ist. Wie das Bankinstitut am Mittwoch bekannt gab, werde man in den kommenden eineinhalb Jahren fünf von acht Bankstellen schließen.

Dabei handle es sich um weniger stark frequentierte Filialen. Man werde sich zukünftig auf die Bankstellen Dornbirn Rathausplatz, Lustenau Kirchdorf und Dornbirn Hatlerdorf konzentrieren. Kündigungen soll es keine geben. Die von der Bankstellen-Schließung betroffenen elf Mitarbeiter sollen in den drei verbleibenden Bankstellen der Raiba im Rheintal weiterbeschäftigt werden. Allerdings werde zukünftig die natürliche Fluktuation nicht in vollem Umfang nachbesetzt werden, wie Gernot Erne, einer der drei Vorstände der Raiba im Rheintal, gegenüber der Wirtschaftspresseagentur.com erklärte. Die Bank beschäftigt gegenwärtig 92 Mitarbeiter (Vollzeit-Äquivalent).

Erne erklärte diesbezüglich, dass die Bank “gesund und erfolgreich” sei und man das auch in Zukunft bleiben wolle. Mit den Schließungen von fünf wenig frequentierten Bankstellen konzentriere man sich auf die drei regionalen Kompetenzzentren, wo Spezialisten über alle relevanten Themen etwa zu Vorsorge- und Anlageformen beraten. “Wir werden die Beratungsleistungen umso mehr nach oben fahren”, so Erne. Die Bankverbindungen der 33.600 Kunden bleiben unverändert bestehen, die Schließung der Filialen hat darauf keinen Einfluss.

Ein Drittel wickelt Bankgeschäfte über das Handy ab

Die Raiba im Rheintal reagiere mit dieser Straffung insbesondere auf das sich markant verändernde Kundenverhalten, angetrieben nicht zuletzt durch die Digitalisierung im Bankwesen, die elektronische Mobilität und das Online-Banking. Erne verdeutlicht dies mit dem Hinweis, dass gegenwärtig schon ein Drittel aller Kunden das ELBA-Handy-App für Bankgeschäfte verwende. Das bringe einerseits automatisch weniger Frequenzen in den Bankstellen mit sich. Andererseits wünsche der Kunde in Spezialgebieten eine vertiefte Beratung, die angesichts sich ständig verschärfender Gesetze “profund und sattelfest” sein müsse. Die Raiba im Rheintal entspreche diesem Trend durch vermehrte Bankservice-Automaten und 24-Stunden-Servicepoints sowie entsprechende Angebote im Online-Banking und die Konzentration auf “ansprechende” Beratungs-Kompetenzzentren. Die Raiba im Rheintal zählt 9.801 Mitglieder und kommt auf eine Bilanzsumme von 909,6 Millionen Euro.

Bankenbranche von mehreren Seiten unter Druck

Allerdings ist nicht allein das geänderte Kundenverhalten mit ein Grund für die Fusionen und bereits beschlossenen sowie mit Sicherheit noch kommenden weiteren Bankstellen-Schließungen, auch außerhalb der Raiffeisenbankengruppe. Schon lange ist bekannt, dass Österreich als “overbanked” gilt und das Filialnetz in seiner Dichte nicht mehr den Anforderungen des Marktes entspricht.

Zudem beklagt sich die Bankenbranche seit Jahren über ständig steigende Regulatorien auch für Kleinst-Banken (Stichwort Basel III) und die damit verbundenen Mehrkosten sowie die von der Ertragssituation unabhängige Bankenabgabe. Dazu kommen juristische Scharmützel mit Arbeiterkammer und Konsumentenschutzverbänden, die in immer noch komplexeren und unverständlichen Vertragswerken auch für einfache Bankgeschäfte und Beratungen münden. “Es liegt auf der Hand, dass die damit für uns Banken verbundenen, ständig steigenden Kosten irgendwie bezahlt werden müssen”, so Erne.

(Quelle: Wirtschaftspresseagentur)

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