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Putin will nach Lech kommen

©VMH/Bernd Hofmeister
Lech - Das Europaforum in Lech ist immer hochkarätig besetzt. Regierungschefs und Präsidenten nützen den gemütlichen Rahmen im tiefwinterlichen Ort gerne zu ausführlichen Gesprächen abseits der Tagespolitik.
Faymann zum Putin-Besuch

Ende März des kommenden Jahres werden die Gastgeber, Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Bürgermeis­ter Ludwig Muxel, die Crème de la Crème der Weltpolitik begrüßen – neben den Präsidenten des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission, Jerzy Buzek und José Manuel Barroso, wird der russische Premier­minister Wladimir Putin erwartet; Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), der ebenfalls am Arlberg weilen wird, hat ihn im Rahmen seiner aktuellen Reise nach Moskau persönlich eingeladen. „Wenn nichts dazwischen kommt, komme ich gern“, antwortete er. Auf Deutsch. Als ehemaliger KGB-Mitarbeiter in Dresden (1985 bis 1990) beherrscht er die Sprache fließend. Der Bundeskanzler will das Europa-Forum offensichtlich zu einer Imagekorrektur nützen. Zuletzt ist ihm ja u.a. sein Fernbleiben von der Eröffnung der EU-Vertretung in Wien als Ignoranz gegenüber europäischen Fragen angekreidet worden. Er wolle, dass in Lech „wichtige europäische und auch außenpolitische Kontakte geknüpft und intensiviert werden – und dies in einer informellen und ungezwungenen Atmosphäre“, so Faymann im „VN“-Interview. Im vergangenen Winter hatte Faymann das Europa-Forum „gecancelt“ (Muxel): Am vorläufigen Höhepunkt der Wirtschaftskrise war es den Spitzenpolitikern nicht möglich, nach Lech zu kommen. Stattdessen gab es später u.a. ein nüchternes Arbeitsgespräch mit Barroso in Wien. Der russische Regierungs-chef wird im kommenden März übrigens nicht zum ersten Mal am Arlberg weilen. 2001 schaute er – als Staatspräsident – mit dem damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) zur Schi-WM nach St. Anton. Und zur dortigen Schilegende Karl Schranz pflegt er noch heute einen intensiven Kontakt.

Gaskrise droht

„Wenn es das Programm zulässt“ will auch Faymann mit Putin auf die Piste. Aber das wäre dann jedenfalls nur eine Nebensache; im Mittelpunkt wird wohl eher große Politik stehen. So droht eine neue Graskrise, hat Putin doch erst am Donnerstag wieder einmal damit gedroht, Lieferungen über die Ukraine nach Europa zu stoppen.

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