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Puppen für die ganze Welt

Bregenz - Brigitte Ritsch ist eine passionierte Puppenmacherin und ihre Puppen finden weltweit Absatz.

Zumindest einmal im Jahr gibt es ihn mit Sicherheit. Diesen

Moment, in dem Kinderaugen sich im verträumten Bescherungs-Blick verlieren. Den Christbaum mit glasigen Augen erfassen, groß und kugelrund. Brigitte Ritsch kennt diesen Blick. Sieht ihn wohl weit häufiger als einmal jährlich – und nicht nur in Kinderaugen.

100 Stunden Handarbeit

Betritt man die Puppenstube im hinteren Winkel des Geschäfts, hat man den Eindruck, die Gegenwart zu verlassen. Hunderte Glasaugenpaare fixieren den Besucher. Weiße Spitze, goldene Locken, Gesichtchen, die so lebendig wirken und doch aus Porzellan modelliert sind. Brigitte Ritsch hat alle ihre Puppen selbst gemacht. In Handarbeit. “80 bis 100 Stunden Arbeit stecken in jeder Puppe, vom Porzellangießen angefangen, über das Modellieren und Bemalen, das Nähen des Kleidchens bis hin zum Aufsetzen der handgearbeiteten Haarpracht“, verrät die Puppenmacherin. Nicht alles macht sie selbst, für die Perücken, Glasaugen, Körperchen und Kleidchen bemüht sie kleine, spezialisierte Manufakturen.

„Gleich fasziniert“

Vor fast 30 Jahren hat sie das Puppenfieber erfasst. „Auf einem Markt wurde die Replik einer antiken Puppe vorgestellt. Das hat mich gleich fasziniert. So sehr, dass ich sofort selbst angefangen habe, eine Puppe zu machen“, erzählt sie und lächelt. Zahlreiche Kurse in den USA, Großbritannien und Deutschland hat Ritsch besucht. Und sich immer weiter in die Materie vertieft. „Ich kann keine Replik einer antiken Puppe fertigen, wenn ich nicht genau über die Geschichte Bescheid weiߓ, ist sie sich sicher. „Wenn ich heute in ein Puppenmuseum gehe, brauche ich keine Hinweistäfelchen. Ich erkenne jede Puppe, kann sofort die Manufaktur und das Jahr benennen“, sagt sie – nicht ohne Stolz.

Das umfangreiche Wissen, die Liebe zum Detail und die über die Jahre perfektionierte Handwerkskunst haben Ritsch in den letzten Jahren zahlreiche Preise eingebracht. „Heuer war es ganz verrückt. Im August wurde mir die Auszeichnung ,Classic Diamond DollmakerÑ der Global Doll Societ- verliehen. Eine höhere Auszeichnung gibt es in diesem Metier gar nicht“, sagt sie. Nicht zuletzt deshalb kann Ritsch ihre Puppen heute in die ganze Welt verkaufen. Nach Thailand, Australien, Deutschland, in die Schweiz und sogar die USA. Echte Liebhaber wissen um den Wert einer Original „Ritsch-Puppe“. Vor allem um den emotionalen.

ZUR PERSON

Beruf: Puppenmacherin
Geboren: 6. Juli 1947
Familie: verheiratet, zwei Söhne
Ausbildung: zur Modezeichnerin in der Textilschule
Laufbahn: seit Anfang der 1980 er mit der Puppenmacherei beschäftigt, gemeinsam mit Ehemann Hans Inhaberin von Hobby-Ritsch in Bregenz

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