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Protest gegen Badehaube-Vorschrift

Österreichs Schwimm-Star Markus Rogan hat vor der WM in Melbourne sein Haupthaar geopfert. Der 24-jährige Wiener tritt zu den Titelkämpfen in Australien mit beinahe vollständig rasiertem Kopf an.

Damit will er sich auf seine Weise den neuen Badehaube-Vorschriften des Weltverbandes FINA widersetzen. Die FINA schreibt allen Athleten vor, an Stelle ihrer persönlicher Sponsoren den WM-Partner Yakult, ein probiotisches Milchgetränk aus Japan, auf ihren Kopfbedeckungen zu transportieren.

Die Athleten hatten sich in ihren Anmeldeunterlagen vor der WM per Unterschrift dazu verpflichten müssen, entsprechende Badehauben zu tragen. Auch Rogan hat die entsprechenden Dokumente unterzeichnet. Der gänzliche Verzicht auf eine Kopfbedeckung ist den Schwimmern jedoch freigestellt. „Ich will einfach nicht, dass man mir vorschreibt, was ich auf meinem Kopf trage“, begründete Rogan am Donnerstag bei seiner Ankunft in Melbourne.

Die Haare des Vizeweltmeisters von 2005 in Montreal sind nur wenige Millimeter kurz, um den Strömungswiderstand möglichst gering zu halten. Rasiert hatte ihm sein Haupthaar niemand geringerer als Olympiasieger Massimiliano Rosolino, mit dem Rogan seit Jänner in Rom trainiert hat. Dass ihn die erstmals bei einem Großereignis fehlende Badehaube stört, glaubt der Österreicher nicht.

Laut offiziellen FINA-Vorschriften, die bereits im Vorjahr im Rahmen der Kurzbahn-WM in Shanghai beschlossen wurden, müssen alle Badekappen ab der WM in Melbourne neben der Nationalflagge und dem Länderkürzel des entsprechenden Verbandes sowie des Hersteller-Logos auch ein Logo eines Partners des Weltverbandes aufweisen. Im aktuellen Fall ist dies Yakult, das zusehends auch auf den europäischen und den US-Markt drängt.

Rogan hatte FINA-Präsident Mustapha Larfaoui in seiner Funktion als europäischer Athletensprecher bereits im August 2006 in Hamburg auf Grund der Problematik kontaktiert, war beim tatsächlich schwerhörigen Algerier aber stets auf taube Ohren gestoßen. „Uns stört, dass die FINA keine Bereitschaft gezeigt hat, unsere Argumente auch nur zu akzeptieren“, erklärte Rogans Manager und Stiefvater Michael Schmitz. „Wir hätten uns gewünscht, dass zumindest eine Basis da ist, die verschiedenen Standpunkte zu verhandeln.“

Schmitz verwies auf laufende Verträge, die Spitzenschwimmer mit privaten Sponsoren haben, kritisierte aber auch den Österreichischen Schwimmverband (OSV) in der Causa nicht bereits im Vorfeld etwas unternommen zu haben. Offensichtlich brachte auch eine Sitzung der Teamdelegierten am Donnerstagabend in Melbourne keine neuen Aufschlüsse. Auch bei den Sportlern herrschte Ungewissheit, mit welchen Badehauben sie ab Sonntag anzutreten haben. „Zur Not muss ich eben auch ohne schwimmen“, meinte Kraul-Spezialist Dominik Koll.

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