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Prostitution nichts Verwerfliches

Bild: In der Feldkircher Rosengasse sollen im Mittelalter Kleinbordelle etabliert gewesen sein.
Bild: In der Feldkircher Rosengasse sollen im Mittelalter Kleinbordelle etabliert gewesen sein. ©Manfred Bauer
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Freie Liebe und sexuelle Freizügigkeit gab es schon im Mittelalter, erzählt Univ.-Prof. Dr. Alois Niederstätter in einem Vortrag.

Feldkirch. “Fast jede Stadt hatte im Mittelalter ein Bordell, so auch Feldkirch in der Herrenmühle (Sex-) Mühle (sie war Eigentum des Johanniterordens) an jener Stelle wo heute das Elektrizitätswerk steht”, berichtet Univ.-Prof. Dr. Alois Niederstätter, der Leiter des Vorarlberger Landesarchivs in einem Vortrag zum Thema: “Blütenlese zu einer Sittengeschichte Vorarlbergs im vorindustriellen Zeitalter”. Im Feldkircher Stadtrecht von 1399 war festgehalten, dass niemand eine Prostituierte (“Houren”) länger als acht Tage in seinem Haus oder in einer Herberge behalten darf. Das Wort “Hure” leitete sich damals vom mittelhochdeutschen “huor” ab, das wertneutral den unehelichen Beischlaf bezeichnet habe, so Niederstätter.

“Hübscherin”

Bordelle dienten damals unter anderem zum Schutz der einheimischen Frauen vor Vergewaltigung und wurden gewerbsmäßig betrieben. Prostitution wurde auch geduldet, weil nicht alle Gesellschaftsschichten heiraten durften bzw. konnten. Auf Wunsch der Kirche gab es im Feldkircher Stadtrecht auch eine Ausstiegsmöglichkeit für Dirnen: Christen die eine Dirne aus dem Bordell heirateten, bekamen einen Sündenablass für zeitliche Sündenstrafen. Außerdem schickte man “Hübscherinen” oder “Metzen” (Dirnen) zur Begrüßung der Gäste entgegen, oder man lud seine Gäste ins Bordell ein. Das Feldkircher Patriziergeschlecht “Metzler”, das im 16. Jahrhundert einen Bischof von Konstanz stellte, hatte in seinem Wappen eine Dirne. In Feldkirch soll im Mittelalter die Rosengasse eine Straße gewesen sein wo Kleinbordelle etabliert waren. Sie hätten sozusagen als Zunftzeichen eine Rose auf ihrer Haustüre gehabt, berichtet Monica Katzenmeyer.

(Faktbox)
Und Jesus sprach bekanntlich zu den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes: “Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr” (Mt. 21,31).

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