Prostata: Männer ab 45 sollten mindestens einmal im Jahr zur Vorsorge

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Rund jeder sechste Mann wird im Laufe seines Lebens mit der Diagnose "Prostatakrebs" konfrontiert. In Österreich bekommen pro Jahr rund 4500 Männer die Neudiagnose eines Prostatakarzinoms. Jährlich sterben ca. 1100 Männer an den Folgen dieser Erkrankung.

Anlässlich des Männertags am 3. November lädt die “Vorarlberger Selbsthilfe Prostatakrebs” (vsprostatakrebs.at) zu Expertengesprächen ins Dornbirner Funkhaus (4.11.) und ins Lustenauer Sozialzentrum (7.11.). Der Eintritt ist jeweils frei. Die Aktion “MOVEMBER”, eine weltweite Aktion zur Vorsorge gegen Prostatakrebs, wird in einem kurzen Referat ihre Ziele und Aktionen vorstellen.

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Prostatakrebs: Zweihäufigste Todesursache bei Männern

Der Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes. Dieser Tumor ist noch häufiger als der Brustkrebs bei der Frau. Gleichzeitig stellt das Prostatakarzinom die zweithäufigste Todesursache beim Mann dar. Eine Besonderheit beim Prostatakarzinom ist die in der Regel eher langsame Wachstumsgeschwindigkeit. Deshalb wird nicht jeder Mann, der ein Prostatakarzinom hat, auch daran erkranken („man spürt nichts davon“) oder gar daran sterben.

Erster Indikator: “PSA-Wert”

Im Frühstadium macht der Tumor keinerlei Symptome oder Beschwerden. Einziger Hinweis für das Vorliegen eines Karzinoms ist ein erhöhter Wert des Prostataspezifischen Antigens (PSA). Das Prostataspezifische Antigen, kurz PSA, ist ein Eiweiß, das von den Drüsenzellen der Prostata gebildet wird und der Verflüssigung des Samens dient. Da dieser Eiweißstoff auch in kleinen Mengen in die Blutbahn übertritt, lässt er sich dort mittels einer Blutprobe leicht nachweisen.

Von diversen Fachgesellschaften werden unterschiedliche Grenzwerte des PSA-Wertes genannt, ab welchen eine weitere Abklärung erfolgen sollte. Grundsätzlich gilt, dass mit zunehmender Höhe des PSA-Wertes die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Prostatakrebserkrankung steigt.

Allerdings gibt es auch andere Ursachen, die den PSA-Wert in die Höhe treiben, wie beispielsweise Entzündungen der Vorsteherdrüse. Wenn im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung bei mehrmaligen Besuchen der PSA-Wert regelmäßig steigt gibt dies einen starken Hinweis darauf, dass es sich dabei um ein Prostatakarzinom handeln könnte.

Zweiter Schritt: Die Biopsie

Gibt der PSA-Wert nun einen Hinweis darauf, dass ein Prostatakarzinom vorliegen könnte, wird dem Patienten normalerweise eine Gewebsentnahme durch eine Biopsie empfohlen. Dieser Eingriff wird schonend und schmerzfrei für den Patienten durchgeführt.

Das bei diesem Eingriff gewonnene Gewebe wird an der Abteilung für Pathologie beurteilt, wo einerseits die Diagnose eines Prostatakrebs gestellt werden kann, andererseits das Ausmaß und der Aggressivitätsgrad des Tumors. Aufgrund dieser Ergebnisse, des Allgemeinzustandes des Patienten sowie seiner Begleiterkrankungen kann beurteilt werden, welche Therapie für den Patienten die Sinnvollste ist.

Schleichendes Wachstum über Jahre

Üblicherweise – aber nicht in jedem Fall – wächst der Prostatakrebs langsam über Jahre. Ein aggressives Wachstum liegt häufiger bei Männern vor, bei denen Familienmitglieder im Alter unter 60 Jahren an Prostatakrebs erkrankt sind. Die meisten Fachgesellschaften empfehlen daher eine PSA-Wertbestimmung zwischen 40 und 49 Jahren, wenn ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht (genetische Risikofaktoren). Ein einmaliger Basiswert mit 45 Jahren wird empfohlen.

Regelmäßige Untersuchungen ab 45

Regelmäßige Bestimmungen des PSA-Wertes zwischen 50 und 70 Jahren für alle Männer gehören zur routinemäßigen Gesundenuntersuchung. Eine große PSA-Vorsorgestudie mit über 160.000 Teilnehmern und einem mittleren Beobachtungs­zeitraum von 11 Jahren konnte zeigen, dass die Prostatakrebsfrüherkennung die Wahrscheinlichkeit an diesem Tumor zu versterben um 29 % verringert. Auch in Österreich ist zwischen 2000 und 2010 die Sterblichkeit an Prostatakrebs um 33 % zurückgegangen.

Beratungsgespräch mit dem Arzt suchen

Ein aufklärendes Gespräch über Vorteile und Nachteile einer PSA-Wertbestimmung ist unbedingt notwendig, da ein erhöhter PSA-Wert möglicherweise eine Therapie nach sich zieht. So können mit der Früherkennung Prostatakrebse entdeckt werden, die den betreffenden Männern während ihrer verbleibenden Lebenszeit nie Probleme bereiten werden. Durch eine Therapie hätten diese Männer keinen Nutzen, aber eventuell unangenehme Nebenwirkungen.

Krebstherapie nicht in jedem Fall

In Abhängigkeit des pathologischen Befundes bedeutet ein diagnostiziertes Prostatakarzinom nicht unbedingt, dass sofort eine Therapie durchgeführt werden muss. In speziellen Situationen kann es für einen Mann auch sinnvoll sein, eine zuwartende Strategie mit regelmäßigen und engmaschigen Kontrollen durchzuführen („Active Surveillance“). Dies wird mit dem Hintergedanken geplant, dass die endgültige Therapie erst zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt wird.

Bewegung und ausgewogene Ernährung helfen

Eine groß angelegte amerikanische Studie konnte zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung die Wahrscheinlichkeit an einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom zu erkranken oder gar an diesem zu versterben deutlich gesenkt werden kann. Somit haben Männer ein Hilfsmittel in der Hand, mit dem sie zum Erhalt Ihrer Gesundheit beitragen können.

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