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Priester, Alpinpionier und Musikgenie

Als einziges unter den vier Montafoner Museen verzeichnete das Tourismusmuseum in Gaschurn einen Besucherzuwachs.
Als einziges unter den vier Montafoner Museen verzeichnete das Tourismusmuseum in Gaschurn einen Besucherzuwachs. ©Gerhard Scopoli

Gaschurn. Dem “Vallülapfarrer” Franz Josef Batlogg ist die Ausstellung “Zwischen Valleu und Vallüla” gewidmet. Ort der Schau ist das Montafoner Tourismusmuseum, das im historischen Frühmesshaus im Dorfkern von Gaschurn untergebracht ist.

In dieser Ausstellung wird die Geschichte des Hauses zum Thema gemacht. Hier wirkte Battlogg, der die Vallüla als erster bestieg, 16 Jahre lang. Der Priester stammte vom Valleu, einer abgelegenen Gegend am Bartholomäberg. Er eckte an wegen Problemen mit Autoritäten, der Justiz und dem Zölibat. Neben seinem Brotberuf war er Alpinpionier und “ein sensationell begabter Musiker”, weiß Kurator Andreas Rudigier von den Montafoner Museen. Battlogg leitete in Gaschurn einen Chor, dem in seinen besten Zeiten bis zu fünfzig Sänger und Sängerinnen angehört hatten. Zum Vergleich: Die Hochmontafoner Gemeinde zählte damals gerademal 600 Einwohner. Unter dem Seelsorger wurde auch schwere Kirchenmusik, wie z. B. aus dem St. Galler Chorbuch einstudiert und in Gaschurn aufgeführt. Das bedeutet ein extrem hohes Niveau! Battlogg scheiterte aber letztlich an seinen (zu) hohen Ansprüchen. In der aktuellen Ausstellung soll die architektonische Qualität der Räume des historischen Frühmesshauses voll zur Wirkung kommen. Daher wird jetzt ausschließlich Flachware in Form von Fotos und Texten gezeigt, die den Priester auch als begabten Literaten ausweisen. “Battlogg schrieb 14 Bände Tagebücher mit einer unglaublich hohen literarischen Qualität. Da sind wir sehr gut informiert über sein Seelenleben”, berichtet Rudigier. Lange Zeit geriet der Geistliche in Vergessenheit. Sein Schaffen erfährt nun “eine späte Würdigung – im Hause seines damaligen Wirkens”, heißt es im Falter des heurigen Ausstellungssommers “Mensch & Berg!”.

Ausstellung “Zwischen Valleu und Vallüla – Ein Leben für den Berg, die Musik und das Seelenheil”. Öffnungszeiten: Von Dienstag bis Samstag von 15 bis 18 Uhr. Ausstellungsdauer: April 2010.

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