Preis für Diesel bald auf zwei Euro?

Preise für Diesel und Benzin steigen weiter an.
Preise für Diesel und Benzin steigen weiter an. ©APA
In Deutschland steigt die Angst, dass der Preis für einen Liter Benzin bald auf zwei Euro steigt und auch in Östereich sind die Spritpreise auf Rekordniveau.

Die Ölpreise haben ihren Höhenflug zum Beginn der neuen Handelswoche fortgesetzt. Die Notierungen für Rohöl aus der Nordsee und aus den USA erreichten in der Früh jeweils mehrjährige Höchststände, nachdem sie bereits in der vergangenen Woche Mehrjahreshochs erreicht hatten. Der Preis für die Nordseesorte Brent lag am Montagvormittag zwischenzeitig bei 86,04 Dollar (74,16 Euro) pro Fass und damit auf dem höchsten Stand seit drei Jahren.

Sorge am Ölmarkt

Während sich führende Industriestaaten vom Konjunktureinbruch in der Coronakrise erholen, verstärkt sich am Ölmarkt die Sorge vor einem Angebotsdefizit. Vor allem haben die Anleger einen Mangel an Erdgas im Blick, der zur Folge hat, dass sich die Nachfrage nach Erdöl zum Betrieb von Kraftwerken erhöht hat. Vor diesem Hintergrund wird von Experten ein weiterer Anstieg der Ölpreise nicht ausgeschlossen.

Dieselpreis auf Rekordhoch

Getrieben durch die hohen Ölpreise ist Diesel an Tankstellen in Deutschland laut dem deutschen Autofahrerclub ADAC so teuer wie noch nie. Auch Benzin nähert sich einem Höchststand an. Beim Diesel wird dies zudem durch die herbsttypische hohe Nachfrage nach Heizöl verstärkt. Der in Deutschland seit Jahresbeginn geltende Kohlendioxid-Preis von 25 Euro pro Tonne sorgt für einen zusätzlichen Aufschlag von rund 6 bis 8 Cent je Liter.

Spritpreis: Höchststände auch in Österreich

Auch in Österreich wirken sich die hohen Ölpreise bereits an den Zapfsäulen aus, Höchststände bei den Preisen für Diesel und Benzin seien hierzulande allerdings noch nicht erreicht, so eine Spritpreis-Expertin des ÖAMTC am Montag auf APA-Anfrage. Der ÖAMTC empfiehlt jedenfalls, Preise zu vergleichen und günstigere Tankstellen anzufahren. Damit spare man einerseits sofort Geld beim Tanken, andererseits übe man so auch Druck auf teurere Tankstellen aus, ihre Preise zu senken.

Kostet Benzin jetzt bald zwei Euro?

Das sagt der ADAC in Deutschland dazu:

Das ist eher unwahrscheinlich - zumindest solange es keine zusätzlichen Preistreiber über den Ölpreis hinaus gibt. Bleibe der Wechselkurs des Dollar konstant, müsste der Ölpreis für einen durchschnittlichen E10-Preis von 2 Euro weit über 100 Dollar steigen, sagt ADAC-Experte Jürgen Albrecht. Ein solcher Anstieg sei aber unwahrscheinlich, sagt Albrecht: Die Vereinigung Opec+ habe kaum Interesse daran, die Preise noch weiter steigen zu lassen. Zudem würde dies auch die Fördermethode Fracking attraktiver machen, was die Preise durch ein dann steigendes Angebot zusätzlich bremsen würde.Dass an einzelnen Tankstellen zu gewissen Zeiten mehr als zwei Euro pro Liter Super verlangt werden, ist damit aber nicht ausgeschlossen. Zum einen gibt es über das vom ADAC beobachtete Super E10 hinaus zahlreiche andere, in der Regel teurere Sorten. Zudem schwanken die Spritpreise je nach Uhrzeit, Region und Tankstelle teils deutlich. Am günstigsten tankt es sich typischerweise abends, am teuersten im morgendlichen Berufsverkehr. (Quelle: dpa)


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