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Posse in Frastanz: 13 Jahre alter Diskounter darf gebaut werden

Für einen legal in Frastanz erbauten Lebensmittelmarkt wurde nun, nach 13 Jahren, das Genehmigungsverfahren abgeschlossen.
Für einen legal in Frastanz erbauten Lebensmittelmarkt wurde nun, nach 13 Jahren, das Genehmigungsverfahren abgeschlossen. ©Google Maps
Vor 13 Jahren wurde ein Lebensmitteldiskounter in Frastanz legal errichtet, dennoch drücken sich dort die Sachverständigen die Klinke in Hand. Laut einem Bericht von "derStandard.at" alles nur, weil die Gemeinde seinerseits verpasst hatte, einen Antrag zu stellen.

Seit 2004 ist eine Filiale des Lebensmitteldiskounters “Lidl” in Frastanz geöffnet. Doch immer noch drücken sich die Sachverständigen die Klinke in die Hand, nur um fest zu stellen, dass alles in Ordnung ist.

Umwidmung untergegangen

Der Grund: Als der Markt gebaut werden sollte, hätte die Gemeinde Frastanz einen Landesraumplan beantragen sollen, um die Widmung für “Lidl” mit diesem in Einklang zu bringen. Im Zuge einer Gesetzesänderung wurde dieser Schritt wohl vergessen. Nun hat die Gemeinde den Schritt nachgeholt und die Sachlage scheint eigentlich simpel: Der ursprüngliche Plan sah die Errichtung eines Einkaufszentrums mit einer Fläche bis zu 750 m² vor, der Markt hält diese Vorgabe mit einer Fläche von 749,91 m² knapp ein.

Rattenschwanz an Gutachten

Dennoch bildet sich nun ein Rattenschwanz an Gutachten, der die Legalität der vor 13 Jahren erfolgten Widmung beweisen soll. Insgesamt zehn Expertisen von Sachverständigen aus folgenden Bereichen wurden eingeholt: Raumplanung, Wasserwirtschaft, Verkehrstechnik, Lufthygiene, Straßenbau, Medizin, Lärmtechnik, Naturschutz, Wirtschaftspolitik und Verkehrsplanung, Abfall. Zu den zehn Gutachten kam noch die Umwelterheblichkeitsprüfung hinzu.

Es darf gebaut werden

Nachdem hier keine Bedenken auftraten, nahm das “Genehmigungsverfahren” seinen Lauf: Im Zuge des Auflage- und Anhörungsverfahrens wurden die einschlägigen Unterlagen in den Gemeinden Düns, Frastanz, Göfis, Nenzing, Röns, Satteins, Schlins und Schnifis zur allgemeinen Einsicht aufgelegt. Auch die Meinung der zuständigen Kammern und der Bezirkshauptmannschaft wurde 13 Jahre später noch eingeholt.

Mit dem Ergebnis: Der ohne Einwände vor 13 Jahren gebaute Markt, erhält auch in der Gegenwart das “in Ordnung” von allen Seiten. Es darf also, pardon, es durfte also, gebaut werden.

(red)

 

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